Der Wohn-Riester-Rente

 In Finanzen

Durch Wohn-Riester wurde die ehemalige Eigenheim-Zulage ersetzt und ist eine Förderung zur eigengenutzten Immobilie. Aber sie dient auch der Altersvorsorge und der Baufinanzierung. Die Förderung die Sie erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie können durch einen jährlichen staatlichen Zuschuss Ihre Schulden schnelle Tilgen oder eine bessere Baufinanzierung erhalten. Ziel ist es, dass Sie im Rentenalter schuldenfrei Ihr Eigenheim nutzen können.

Denn eins ist sicher: Für viele wird die Rente in Zukunft einfach nicht ausreichen. Deshalb erhalten Sie auf die Wohn-Riester-Rente Steuervorteile, Zulagen und interessante Garantien. Sie erfahren hier, welche Sparform sich am besten für Sie eignet und welche Anbieter von uns empfohlen werden.

Die Wohn-Riester Funktionsweise

Wohn-Riester kombiniert die Riester-Rente mit einem Bausparvertrag und Sie erhalten in der Ansparphase die üblichen Zulagen, die Sie auch für die Riester-Rente erhalten würden. Voraussetzung ist aber, dass Sie jedes Jahr von Ihrem Vorjahresbruttoeinkommen vier Prozent in den Vertrag einzahlen. Sie sparen dann solange, bis der Vertrag zuteilungsreif ist. Danach erhalten Sie Ihr Bauspardarlehen.

Die Zulagen und das angesparte Guthaben plus Bauspardarlehen können Sie dann dazu nutzen Ihr Heim altersgerecht umzubauen, oder eine Immobile zu kaufen. Um Ihr Darlehen zu tilgen, zahlen Sie weiter in den Vertrag ein. Die staatliche Förderung erhalten Sie auch in der Tilgungsphase. Zu beachten gilt allerdings, dass Sie im Rentenalter Wohn-Riester versteuern müssen.

TIPP: Sollten Sie nicht förderberechtigt sein, haben Sie die Möglichkeit über Ihren Ehepartner zu riestern. Damit Sie die staatlichen Zulagen erhalten, müssen Sie lediglich den Sockelbeitrag von 60 Euro jährlich einzahlen.

 

Lohnt sich die Wohn-Riester-Rente?

Als Sparer können Sie von der Riester-Rente erst im hohen Alter richtig profitieren. Denn bei einer langen Auszahlungsphase ist es wirklich lukrativ. Die Versicherungen legen nämlich ein hohes Lebensalter zu Grunde bei ihrer Kalkulation. Hier wird zum Teil von einer Lebenserwartung von 95 Jahren ausgegangen. Sterben Sie früher, spart sich die Versicherung dementsprechend die  Jahresrenten. Zuzahlen müssen diese erst, wenn Sie älter als 95 Jahre werden. Die zu hoch eingeschätzten Lebenserwartungen, die von den Gesellschaften zugrunde gelegt werden, werden oft kritisiert.

 

Die unterschiedlichen Wohn-Riester Optionen

Sollten Sie sich für das Wohn-Riestern entscheiden, stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Auswahl:

Riester Kredit

Vereinbaren Sie einen Riester-Kredit, erhalten Sie einen Riester geförderten Baukredit, den Sie für den Bau oder Erwerb von einem Eigenheim einsetzen. Danach zahlen Sie den Kredit in gleichbleibenden Raten zurück. Pro Jahr können Sie maximale Sondertilgungen in Höhe von 2.100 Euro einsetzen.

Riester Bausparvertrag

Sie zahlen wie bei einem Bausparvertrag üblich in diesen ein und sparen erst einmal Kapital an. Die Höhe der Einzahlung kann hier nach Belieben variieren. Zahlen Sie nun weniger ein oder legen den Vertrag still, wird dieser auch später ausgezahlt. Nach sieben Jahren können Sie dann bei regelmäßigem Spareingang über das Geld, inklusive der Zulagen verfügen. Die Summe können Sie nun für den Kauf eines Eigenheims nutzen oder einen bestehenden Baukredit ablösen.

Riester Fondssparplan

Jede Einzahlung die Sie vornehmen werden in Fonds investiert, wodurch Sie auf lange Zeit gesehen eine höhere Rendite erwirtschaften können. Die Höhe der Einzahlungen können Sie anpassen und können Ihr Guthaben zu jederzeit zum Ablösen eines Baukredits oder zum Kauf einer Immobilie einsetzen.

Das Prinzip der Zulagen

Das Prinzip der Riester-Rente ist ein absolutes Vorbild in Bezug auf die Förderungen. Möchten Sie die maximale Förderung erhalten, schließen Sie einfach einen Riester-Vertag ab, der zertifiziert ist  und zahlen die 4 Prozent Ihres Bruttojahreseinkommens ein. Sie erhalten dann die Grundzulage in Höhe von 165 Euro, eine garantierte Mindestrendite von 0,9 Prozent und eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro. Auch bei der Wohn-Riester-Rente erhalten Anleger unter 25 Jahren einen Bonus von 200 Euro.

 

Diese Regeln müssen Sie einhalten

Natürlich ist auch Wohn-Riester an einige Bedingungen geknüpft, damit Sie die Förderungen erhalten.

Damit Sie auch wirklich die volle Förderung erhalten, müssen Sie wie erwähnt, vier Prozent Ihres Jahresbruttoeinkommens in die Tilgung stecken. Denn nur die Tilgung wird gefördert. Bei einem Bruttogehalt von 30.000 Euro würde das bedeuten, dass Sie 1.200 Euro im Jahr einzahlen müssten. Abgezogen wird hiervon noch die staatliche Zulage. Als Erwachsener ohne Kinder wäre dies ein monatlicher Betrag von 100 Euro.

Die Wohn-Riester können Sie unterschiedlich verwenden. Erlaubt sind:

  • Sie bauen oder kaufen ein Haus, welches Sie selber bewohnen
  • Sie tilgen einen Kredit, den Sie für eine selbstgenutzte Wohneinheit aufgenommen haben
  • Sie können Genossenschaftsanteile für eine selbstgenutzte Wohnung erwerben
  • Sie finanzieren mit dem Geld Umbaumaßnahmen, die der Reduzierung von Barrieren dienen

Wichtig ist, dass Sie das Haus oder die Wohnung auch selbst bewohnen müssen. Bis zur Auszahlungsphase muss das Darlehen zudem vollständig bezahlt sein. Von Ihrem Vertrag ist es abhängig, wann die Auszahlungsphase beginnt. Bei alten Verträgen ist das 60. Lebensjahr und bei neueren Verträgen das 62. Lebensjahr vorgesehen.

 

Nachgelagerte Versteuerung – Das müssen Sie bezahlen

Auch bei Wohn-Riester gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Im Moment zahlen Sie weniger an das Finanzamt, später müssen Sie die Förderung aber nachversteuern. Da Ihr Steuersatz im Rentenalter meist niedriger ist, lohnt sich das aber immer noch. Damit das auch alles gerecht ist, wurde das Wohnförderkonto eingerichtet. Auf diesem fiktiven Konto werden alle Zulagen und Tilgungen vermerkt, den Sie bei Rentenbeginn dann versteuern müssen. Hier gibt es zwei Variationen:

  • Entweder versteuern Sie bis zum 85. Lebensjahr einen Teil des Betrags jedes Jahr, müssen dann aber auch im Rentenalter noch noch mit hohen Belastungen rechenn oder
  • Sie versteuern einfach den gesamten Betrag auf einen Schlag und erhalten dafür als Bonus einen Nachlass in Höhe von 30 Prozent.

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich für die jährliche Besteuerung entscheiden. Wählen Sie die Einmalzahlung wird Ihr Steuersatz ansteigen und Sie zahlen drauf. Die Einmalzahlung lohnt sich erst ab einem Einkommen von circa 33.000 Euro.

 

Wohn-Riester und die schädliche Verwendung

Sollten Sie Ihre geförderte Wohnung aufgeben, tritt eine schädliche Verwendung auf. Dieser Fall tritt ein, sobald Sie Ihr Wohneigentum länger als ein Jahr nicht selbst bewohnen. Sonderfälle sind eine Scheidung oder der Tod des Riester-Nutzers. Diese Punkte möchten wir Ihnen weiter unten erklären.

 

Ausnahmen

Sollten Sie Ihr gefördertes Heim verkaufen und investieren den Betrag, der sich auch auf Ihrem Riester-Konto wiederfindet, in ein anderes Eigenheim ist dies ok. Aber auch wenn Sie sich ein Dauerwohnrecht in einem Pflege- oder Seniorenheim mit dem Betrag kaufen, ist dies nicht schädlich. Diese Investition müssen Sie allerdings innerhalb von vier Jahren tätigen.

Aber auch wenn ein beruflicher Umzug von Nöten ist, haben Sie die Möglichkeit die Wohnung zu vermieten. Sie müssen aber bis zu Ihrem 67. Lebensjahr dort wieder einziehen. Das Nutzungsrecht muss zudem befristet sein. Sie müssen natürlich Nachweise für einen beruflich bedingten Umzug vorlegen können, die Sie an die Zulagenstelle senden.

 

Die Folgen einer schädlichen Wohn-Riester-Verwendung

Tritt dieser Fall ein, werden alle Beiträge die sich auf Ihrem Riester-Konto befinden Ihrem Einkommen hinzugerechnet. Und dies ohne Abzüge. Ihre bereits erhaltenen Steuervorteile werden dabei nicht berücksichtigt, um eine Doppelbesteuerung auszuschließen.

 

Was ist, wenn Sie sich nicht sicher sind?

Sollten Sie sich noch nicht sicher sein, ob Sie Ihr gefördertes Eigenheim dauerhaft nutzen werden, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie Wohn-Riester wirklich verwenden sollten. Möchten Sie auf die Zulagen aber nicht verzichten, wäre eine normale Riester-Rente eine Alternative. Ihr Wohneigentum sollten Sie dann auf einem andern Weg finanzieren. So erhalten Sie die Förderungen und sind in Bezug auf die Nutzung Ihres Eigenheims flexibel. Das Riester-Guthaben können Sie später zu jederzeit für die Tilgung einsetzen und die Förderung bleibt erhalten.

 

Wenn der Todesfall eintritt

Der Tod der Riester geförderten Person hat Auswirkungen auf die schädliche Verwendung. Unterschieden wird hier, wann der Todesfall eingetreten ist und ob Sie bereits ein Eigenheim erworben haben, welches gefördert wurde.

Tritt der Tod vor Rentenbeginn ein, bedeutet dies, dass das Guthaben sofort versteuert wird. Der bisher angesparte Betrag wird nun zur letzten Einkommenssteuererklärung hinzugerechnet. Somit wird auch das Erbe erhöht, was sich negativ auf die Erbschaftssteuer auswirkt. Die Zulagen müssen aber nicht zurückgezahlt werden.

Waren Sie vor Ihrem Tod verheiratet, kann das Guthaben auf den Riester-Vertrag des Ehepartners transferiert werden. Eine sofortige Besteuerung entfällt in diesem Fall. Aber auch hier gilt, dass der Hinterbliebene Partner nicht nur der Eigentümer des Wohnraums wird, sondern diesen auch bewohnt.

Erfolgt der Tod nach Rentenbeginn und Sie haben sich vorher für eine einmalige Versteuerung entschieden, fällt die Besteuerung des Nachlasses in Höhe von 30 Prozent weg. Haben Sie sich für die ratierliche Besteuerung entschieden, müssen die Beträge die noch nicht versteuert sind in einer Summe dem Finanzamt zugeführt werden.

 

Was passiert bei einem Umzug, Verkauf oder Vermietung?

Die Bedingungen halten fest, dass Sie die Wohn-Riester-Förderung nur dann in Anspruch nehmen können, wenn Sie das Eigentum selbst bewohnen. Bei einem Verkauf, Umzug oder wenn die Wohnung vermietet wird, müssen Sie die Förderung zurückzahlen.

 

Besonders für Familien mit Kindern vorteilhaft

Als kinderreiche Familie oder als Geringverdiener entstehen Ihnen durch Wohn-Riester kaum Nachteile. Sie profitieren noch am meisten von den Zulagen. Pro kindergeldberechtigtem Kind würden Sie zusätzlich 300 Euro pro Jahr an Förderung erhalten. Als Alleinstehendem kommt der Sonderausgabenabzug zu Gute.

 

Fazit

Möchten Sie Ihr Eigenheim finanzieren ist Wohn-Riester eine tolle Sache, mit mehr Vor- als Nachteilen. Allerdings sollten Sie sich bei der Finanzierung nicht allein auf Wohn-Riester stützen. Aufgrund der staatlichen Förderung und den niedrigen Zinsen ist ein Abschluss für die meisten Lohnenswert. Die besten Anbieter und Ihre Vorteile haben wir Ihnen oben im Artikel vorgestellt.

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Drei Anbieter im Vergleich

Berliner Sparkasse

Wie die meisten Sparkassen ist auch die Berliner Sparkasse Mitglied beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Dies ist ein Vertreter von zahlreichen Sparkassen, Landesbausparkassen, Erstversicherungsgruppen und noch einige Finanzdienstleistungsunternehmer.

Der Verband kann eine jahrelange Tradition vorweisen und unterstützt Sportveranstaltungen wie auch zahlreiche Stiftungen. 

Sie ist bei der Wohn-Riester-Rente sehr flexibel und verfügt über ein übersichtliches Angebot. Da sie alle Formen im Angebot hat und zudem sehr günstige Gebühren, ist die Berliner Sparkasse empfehlenswert.

 

Wüstenrot

Die Wüstenrot gehört zu den bekanntesten Bausparkassen Deutschland und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Sie bietet Ihren Kunden sehr niedrige Zinsen und die Verträge werden übersichtlich und verständlich aufgestellt. Die Bedingungen sind für Sparer als sehr gut anzusehen.

 

LBS

Die LBS ist eine öffentlich-rechtliche Bausparkasse und gehört zum Verband der Sparkassen-Finanzgruppe.

Der Slogan: „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause“ ist bundesweit bekannt und hat seit 1970 einen hohen Erkennungswert. Die Bausparkasse kann mit viel Erfahrung auf diesem Segment aufwarten und führt ein großes Angebot. Im Vergleich zu anderen Anbietern ist sie sehr flexibel.

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