Wie Sie mit diesen 10 Sekunden am Tag zu mehr Selbstvertrauen kommen

Die moderne Gesellschaft bietet einen nie dagewesenen Wohlstand. Und dennoch nimmt die Zahl unglücklicher und depressiver Menschen stetig zu. Dieses Paradoxon ist oftmals auf eine ungesunde Art und Weise zurückzuführen, wie wir über uns selbst denken. Viele Menschen neigen nämlich dazu, sich ständig mit anderen zu vergleichen, zu hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen und sich gedanklich nur auf die negativen Aspekte des Lebens zu fokussieren. Wird diese Denkweise zur geistigen Gewohnheit, ist dies oft der erste Schritt in ein langfristig unglückliches Dasein.

 

Der Mensch als Gewohnheitstier

Es ist bekannt, dass es dem Menschen allgemein schwer fällt, sich seinen Gewohnheiten zu widersetzen. Wie in der Hirnforschung mittlerweile bekannt ist, hängt dies mit der Struktur und Arbeitsweise des Gehirns zusammen. Je öfter wir in einer bestimmten Situation eine bestimmte Reaktion zeigen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir beim nächsten Mal genauso reagieren. Denn jede Reaktion erzeugt neuronale Verbindungen im Gehirn. Je öfter eine bestimmte Reaktion wiederholt wird, umso stärker werden diese Verbindungen. Je ausgeprägter die Verbindungen sind, desto eher wählt das Gehirn genau die Reaktion, die damit zusammenhängt. Eine Gewohnheit entsteht.

 

Das Gehirn aktiv gestalten

Die Funktionalität des Gehirns bietet uns Menschen jedoch enorme Möglichkeiten, Einfluss auf dessen Entwicklung zu nehmen. Und während die Wissenschaft früher davon ausgegangen ist, dass die Gehirnentwicklung ab einem bestimmten Alter endet, haben Forschungen in den letzten Jahren gezeigt, dass diese Annahme falsch ist. Vielmehr befindet sich das Gehirn in einem ständigen Veränderungsprozess, der ein Leben lang andauert. Die Wissenschaftler beschreiben diese Eigenschaft des Gehirns mit dem Wort „Neuroplastizität“. Danach verändern sich die Nervenverbindungen und die Gehirnzellen permanent und zwar solange, bis das Gehirn irgendwann seine Arbeit einstellt.

 

Die Folgen der Neuroplastizität

Die Eigenschaft des Gehirns, sich ständig zu verändern, kann für den Menschen weitreichende Folgen haben. Diese können sich sowohl negativ, als auch positiv auswirken.

So kann sich aus einer Neigung zur Selbstkritik mit der Zeit eine Gewohnheit zu harter Selbstkritik entwickeln. Schreitet dieser Prozess ungehindert voran, wird es irgendwann zur Normalität, sich permanent härtester Selbstkritik auszusetzen. Aus neurologischer Sicht haben sich die Nervenzellen im Gehirn dann dahingehend entwickelt, dass diese Art und Weise der Selbstbetrachtung automatisiert stattfindet.

Die gute Nachricht daran ist jedoch, dass der Mensch diesen Prozess bewusst in eine positive Richtung umlenken kann. Ein angemessener und gesunder Umgang mit sich selbst bildet hierfür die Grundlage. Wenn man sich angewöhnt, den Fokus auf die positiven Aspekte des eigenen Lebens und der eigenen Person zu richten, treten negative Gedankenmuster zunehmend in den Hintergrund. Das Gehirn spezialisiert sich dann darauf, positive Gedanken und Emotionen hervorzubringen. Die direkte Folge daraus ist, dass man sich besser fühlt.

 

Die 10-Sekunden-Methode

Das eigene Gehirn aktiv umzugestalten, ist relativ einfach. Hierfür sind weder intensive Studien, noch große finanzielle Investitionen erforderlich. Eine ebenso einfache, wie effektive Übung reicht dafür völlig aus. Damit entfaltet die Neuroplastizität bereits ab einem täglichen Aufwand von ca. 10 Sekunden nachweislich ihre Wirkung. Die 10 Sekunden Methode sollte mehrmals täglich und in allen Lebenssituationen angewandt werden.

Die Übung besteht darin, so oft wie möglich kurz innezuhalten und sich eine der folgenden Fragen zu stellen:

  • Wofür kann ich mich heute loben?
  • Welche positiven Eigenschaften habe ich heute gezeigt?
  • Was mag ich heute besonders an mir?

Die Antworten auf diese Fragen müssen weder ausgeklügelt sein, noch müssen außergewöhnliche Eigenschaften gefunden werden. Ganz einfache und banale Dinge reichen völlig aus, um mit der Zeit einen positiven Effekt zu erzielen. So können die Antworten auf die o.g. Fragen beispielsweise wie folgt lauten:

  • Ich habe heute sehr zügig und problemlos eingeparkt.
  • Ich war heute sehr zuverlässig und pünktlich.
  • Meine Frisur sitzt heute nahezu perfekt.

 

Das Ergebnis der Übung

Wenn die Übung konsequent praktiziert wird, strukturiert sich das Gehirn so um, dass es zur Gewohnheit wird, sich gedanklich auf gute Eigenschaften zu konzentrieren. Dann ist im Bewusstsein nur wenig Platz für unbegründete Selbstzweifel und Ängste sowie die daraus resultierenden schlechten Emotionen, die uns unglücklich machen.

Die Gefahr, zu einem selbstverliebten oder arroganten Menschen zu werden, besteht dabei übrigens nicht. Vielmehr ist das Gegenteil wahrscheinlich. Wer mit sich selbst gut umgeht, ist viel eher in der Lage, auch seine Mitmenschen gut zu behandeln. Schlechte Charakterzüge hingegen fußen oftmals in eigenen Ängsten und Selbstzweifeln.

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