Versicherung für Hausbesitzer

 In Allgemein

Die Wohngebäudeversicherung soll der Absicherung von

  • Wohnhäusern
  • Anbauten
  • Nebengebäuden
  • Garagen

gegen elementare Ereignisse dienen.

Die Verträge werden mit der Gesellschaft nach den Allgemeinen Wohngebäudeversicherungsbedingungen (VGB) abgeschlossen, die bestimmte Klauseln und individuelle Vereinbarungen enthalten können. Eingeschlossen sind auch die besonderen Bedingungen für die Elementarrisiken in einer Wohngebäudeversicherung. Seit 1994 kann jede Versicherung nach dem EU-Wettbewerbs-Recht ihre eigenen Bedingungen in die Verträgen einfügen. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Einzelversicherungen an, aber auch sehr interessante Leistungspakete, die dem Versicherungsnehmer meist entgegenkommen und finanzielle Vorzüge bieten.

 

 

Welche Sachen sind in einer Wohngebäudeversicherung verankert und werden in die Versicherung einbezogen?

In einer Wohngebäudeversicherung wird der genaue Standort mit der exakten Adresse des zu versichernden Objektes festgeschrieben. Außerdem sollte man darauf achten, dass zum Beispiel das genaue Gebäudezubehör aufgelistet wird, wie

  • Klingel- und Briekastenanlage
  • Terrassen
  • Müllboxen
  • Einbaumöbel, speziell Einbauküchen, die individuell für dieses Gebäude hergestellt und eingebaut wurde.
  • Zubehör, der fest mit dem Gebäude verankert ist, den Wohnzwecken dient oder zur Instandhaltung genutzt wird, wie bspw. ein Fahrstuhl.

Welcher Gebäudezubehör muss ausdrücklich in der Versicherungspolice verankert werden?
Wenn man auf seinem Grundstück besonders schöne, seltene oder teure Gegenstände hat, dann sollte man wissen, ob sie zum Gebäudezubehör zählen oder ob man sie zusätzlich versichern muss. Zu den Sachen, die ausdrücklich mit vereinbart werden müssen, zählen zum Beispiel:

  • Gartenhäuser und Pavillons
  • Gewächshäuser
  • Carports
  • Zwingeranlagen und Hundehütten
  • aufwändige Hof- und Gehwegbefestigungen

Außerdem sollten Wasser- und Abwasserrohre, die außerhalb eines Gebäudes verlaufen, ebenfalls ausdrücklich versichert werden. Dazu gehören die Dachrinnen, die außerhalb des Gebäudes verlaufen und bei strengen Frost zufrieren können. Durch die zusätzliche Versicherung kann eventueller Schaden reguliert werden. Nicht versichert sind Sachen, die nachträglich von dem Mieter gekauft und angebracht wurden. Ein gutes Beispiel sind Markisen, die am Haus angebracht wurden.

 

Warum ist eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll? Sollte man sie unbedingt als Privatperson abschließen oder kann man darauf verzichten?

Jeder Besitzer einer Immobilie oder eines Grundbesitzes sollte sich darüber im Klaren sein, dass es unbedingt notwendig ist, seinen Besitz umfassend abzusichern. Die eventuell eintretenden Schäden sollten so finanziell abgesichert werden, dass ein persönliches Fiasko abgewendet werden kann. Ausreichender Schutz gibt auch persönliche Sicherheit, denn der finanzielle Wert eines Gebäudes ist mitunter sehr hoch. Im Schadensfall können die anfallenden Reparaturkosten sehr hoch werden und das persönliche Budget komplett ausschöpfen. Der finanzielle Ruin ist dann meist schon vorprogrammiert. Man möchte zwar nicht davon ausgehen, dass ein Schadensfall eintritt, aber man sollte Vorsicht walten lassen. Vor allem sollten Hausbesitzer eine Wohngebäudeversicherung abschließen, wenn das Haus noch von einer Bank finanziert wird. Vielfach wird auch von Seiten der Bank eine Wohngebäudeversicherung gefordert.

 

Was sollte man beim Abschluss einer Versicherung für den Haus- und Grundbesitz beachten?

In jeder Versicherung sind kleine Unterschiede zu beachten, die von Versicherung zu Versicherung schon sehr unterschiedlich ausfallen können. Ein Unternehmen sichert zum Beispiel einen möglichen Schadensfall ohne Wenn und Aber ab, während ein anderes Unternehmen bestimmte Einschränkungen aufführt. Vor einem Abschluss sollte sich der Versicherungsnehmer einen Überblick darüber verschaffen, welche Gebäude unbedingt abgesichert werden müssen und welchen Wert sie besitzen. Welchen Zweck erfüllen die Gebäude? Ein Wohnhaus wird finanziell anders bewertet werden als eine Garage. So kann man einer Unterversicherung vorbeugen und steht im Schadenfall auf der sicheren Seite. Aber nicht nur der Verwendungszweck und der finanzielle Wert sollte beachtet werden, auch die Lage der Gebäude sind wichtig. Liegen sie in einem schneesicherem Gebiet, in dem es zu Schneedruck oder Lawinen kommen kann? Oder sind die Gebäude durch eventuelle Hochwasser gefährdet? Diese Daten sollten unbedingt vor Abschluss einer Wohngebäudeversicherung angegeben werden.

 

Welche Schäden sollten unbedingt abgesichert werden?

Viele unterschiedliche Schadensfälle können eintreten und genau diese sollte man vorsorglich durch eine Versicherung absichern. Grundsätzlich sollte man sich gegen Schäden durch

  • Feuer
  • Sturm
  • Hagel
  • Leitungswasser
    absichern und eine Versicherung auswählen, die diese Schäden umfassend absichert. Allerdings gibt es noch andere Schadensfälle, die eine Versicherung notwendig machen.

Diese Ereignisse können zum Beispiel

  • Hochwasserschäden
  • Frost- und Bruchschäden (Wasserrohrbruch)
  • Blitzschlag,
  • Explosion und Implosion

sein, die auch zu einem immensen Schaden werden können, der beseitigt werden muss. Hier ist es sehr zu empfehlen, einen Vergleich von mehreren Versicherungsunternehmen vorzunehmen. Die besten Konditionen kann man nur in einem Vergleich herausfinden.

 

Gibt es Einschränkungen, auf die man bei einem Vertragsabschluss achten sollte?

  • Feuerschaden
    Bei einigen Ereignissen bedarf es kaum Erläuterungen, wie beispielsweise bei Feuer. Hier ist nur die Entstehung wichtig, beispielsweise ein technischer Defekt oder gar Brandstiftung. Dieser Sachverhalt wirkt sich teilweise gravierend auf die Schadensbegrenzung bzw. die Zahlung der Versicherungssumme aus.
  • Sturm
    So gilt bei fast allen Versicherungsunternehmen ein Sturm erst ab der Windstärke 8. Die Sturmstärke kann je nach dem regionalen Einzugsbezirk im Internet auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes nachgeprüft werden. Unter der Windstärke 8 werden Schäden nicht als Sturmschäden anerkannt. Hagelschäden sind hier meist eingeschlossen.
  • Blitzschlag
    Bei einem Blitzschlag können Explosions- und Implosionsschäden auftreten, deshalb ist es von Vorteil, wenn man bei einem Vertragsabschluss diese Schadensfälle explizit anzusprechen. So ist man im Schadensfall auf der sicheren Seite.
  • Frost- und Bruchschäden (Wasserrohrbruch)
    Diese Schadensfälle werden nur dann anerkannt, wenn die Schäden im Inneren der Gebäude auftreten. Das kann zum Beispiel bei einer im Bau befindlichen Immobilie passieren, die noch nicht richtig isoliert den Winter überstehen müssen.
  • Hochwasserschäden
    In einigen Bundesländern findet man immer weniger Versicherungsgesellschaften, mit denen man eine Hochwasserversicherung abschließen kann. Zu hoch waren die Kosten, die durch die letzten Hochwasser entstanden sind.

 

Wie soll man sich verhalten, wenn die zu versichernden Gebäude in einem Risikogebiet liegen?

Viele Versicherungen wissen um das Risiko aus den zahlreichen Statistiken und Auswertungen und sie werden die Versicherungspolicen dementsprechend anpassen. So werden Versicherungen für Gebäude, die in diesen Risikogebieten liegen, mit einer höheren Prämienzahlung bedacht. Für Gebäude, die in einem Überflutungsgebiet liegen, kann es sogar keinen Versicherungsschutz geben und wenn doch, dann sind auch diese Versicherungen entsprechend teuer. Man kann diese Entscheidungen der Versicherungen nachvollziehen, denn im Schadensfall wird das für die Versicherung auch sehr kostenintensiv werden. Dann werden die Kosten für die Reparatur der Gebäude schnell in die Höhe gehen, denn oftmals kommen noch Kosten für die Entsorgung von kontaminierten Böden und ähnlichem dazu. Um eine Versicherung abschließen zu können, muss man oftmals bei verschiedenen Gesellschaften nachfragen.

 

Was muss man bei einem Schaden machen?

Eingetretene Schäden sollten der Versicherung unverzüglich gemeldet werden. Das muss im ersten Kontakt noch nicht umfassend geschildert werden, die Meldung des Schadens mit Datum und Uhrzeit ist ausreichend. Eine detaillierte Schilderung, wenn möglich mit Fotomaterial kann nachgereicht werden. Die Pflicht des Versicherungsnehmers ist, den eingetretenen Schaden so gering wie möglich zuhalten, um weitere zusätzliche Schäden zu vermeiden.

 

Wie wird eine Versicherung im Schadensfall reagieren, wenn Folgeschäden auftreten?

Schadensregulierungen können für die Versicherungsgesellschaft mit erheblichen Kosten verbunden sein. Trotz allem wird dem Versicherungsnehmer der versicherte Schaden ersetzt, aber was ist mit den Folgeschäden, die sich aus dem Schadensfall ergeben? Und was sind Folgeschäden? Wasserschäden können beispielsweise hohe Kosten verursachen, nicht nur bei dem Versicherungsnehmer sondern auch in seinem Umfeld. So sollten Wasserrohre und Wasserleitungen, die sich außerhalb des versicherten Gebäudes liegen, ebenfalls vor Frost und Bruch geschützt werden. Diese frostbedingten Bruchschäden können extreme Schäden anrichten, wenn Wasser unkontrolliert das Umfeld überschwemmen. Die Kosten der Schadensregulierung muss der Versicherungsnehmer selbst tragen, wenn er diese Bruchschäden nicht versichert hat. Auch witterungsbedingter Wasserrückstau kann zu Überschwemmungen führen und Folgekosten für den Versicherungsnehmer verursachen. Bei diesen Schäden kann Wasser nicht ablaufen und auch hier bleibt der Versicherungsnehmer auf den Kosten sitzen, wenn er diese Möglichkeit nicht versichert hat.

 

Welche elementaren Ereignisse sollten versichert werden, obwohl der Eintritt unwahrscheinlich ist?

Erdrutsch, Erdbeben oder Erdsenkungen sind Ereignisse, die meist unwahrscheinlich sind, wenn man auf erdbebenfreien Gebiet wohnt. Aber ein Erdrutsch kann schon von einem Hügel ausgehen, der bei langanhaltenden Regen den Halt verliert. Auch Erdsenkungen können passieren, wenn unterirdische Gänge oder Höhlen plötzlich einstürzen. Viele Versicherungsgesellschaften haben in ihren Policen diese Möglichkeiten eingebaut, ebenso die Gefahr von Schneedruck und Lawinen. Der Versicherungsnehmer sollte die Eintragung der Naturgewalten prüfen und eventuell nachtragen lassen. Dann sind die Kosten gedeckt, die entstehen können, wenn durch starke Regenfälle Keller volllaufen, die dann ausgepumpt, trockengelegt und später saniert werden müssen.

 

Zusammenfassung der versicherten Kosten

Wenn man eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat, die optimal gestaltet wurde, dann sind folgende Kosten versichert:

  • Schadenminderungskosten
  • Bewegungs- und Schutzkosten
  • Aufräumungs- und Abbruchkosten,
  • Wasserverlust
  • Mietausfall bei Mehrfamilienhäusern
  • Gebäudebeschädigungen durch Dritte
  • Dekontaminationskosten
  • Mehrkosten durch behördliche Wiederherstellungseinschränkungen
  • Kosten für die Beseitigung von umgestürzten Bäumen
  • Kosten für einen Sachverständigen
  • Graffitischäden

 

Die richtige Wohngebäudeversicherung finden

Wenn man einen Anbieter findet, der Wohngebäudeversicherungen anbietet, dann wird es aber noch immer die Möglichkeit geben, sich unterschiedlich zu entscheiden. Die Versicherung bietet unterschiedliche Tarife an, die sich meist in Basis-Schutz, Top-Schutz und Premium-Schutz unterteilen. Diese Tarife unterscheiden sich in der Schadensabdeckung, aber ebenso in der Preisgestaltung. Wenn ein „gleitender Neuwert“ vereinbart wurde, dann heißt das, dass man sich bei einem Totalschaden an den aktuellen Baupreisen orientiert. Damit wird gewährleistet, dass das Objekt vollständig wieder aufgebaut werden kann. Im Basis-Schutz werden nur Regulierungen im üblichen Maß geboten, während im Top-Schutz schon ein paar mehr Extras angeboten werden. Den umfassendsten Schutz bekommt der Versicherungsnehmer beim Premium-Schutz. Dafür sind die finanziellen Aufwendungen bedeutend höher als bei vorherigen Tarifen. Die Extras muss man bei den unterschiedlichen Versicherungen nachlesen, denn jede Versicherung behandelt diese Tarife sehr unterschiedlich. Hier wird dann meist ein Vergleich der verschiedenen Versicherungen vorgeschlagen. So kann man die Versicherung finden, die den persönliche Bedürfnissen am besten entspricht.

 

Zusammenfassung des optimalen Schutzes der Immobilien

Auf was sollte der Versicherungsnehmer bei dem Abschluss einer Wohngebäudeversicherung achten? Alle Objekte, die zu dem Haus- und Grundbesitz gehören, sollten mit eingeschlossen werden. Diese Zusammenstellung soll als Hilfestellung dienen, damit man nichts vergisst. So sollten versichert werden:

  • Private Immobilien, also Ein- und Zweifamilienhäuser bis max. 400 qm Wohnfläche oder dem Berechnungswert von 1914
  • Garagen oder Nebengebäude mit einer Grundfläche bis 25 m²
  • Gebäudezubehör, das mit dem Gebäude fest verbunden ist, wie Antennen- und Beleuchtungsanlagen, Markisen oder Überdachungen
  • Sämtliche Rohre für Wärmepumpen, Solarheizungen, Regenwasseraufbereitungs- und Sprinkleranlagen, die innerhalb aber auch außerhalb des Gebäudes verlaufen
  • Anlagen für die Nutzung Erneuerbarer Energien, wie Solar- und Geothermieanlagen oder Wärmepumpen
  • Einschluss des Rohbaues bis zur Fertigstellung des Gebäudes (max. 36 Monate) und Versicherung gegen Feuer, Sturm und Hagel sowie Leitungswasser

 

Was sagt die Stiftung Warentest zu der Art der Versicherung?

Die Stiftung Warentest legt dem Hausbesitzer nahe, eine Versicherung für die Immobilie abzuschließen. Auch eine Deckungs­erweiterung ist sinn­voll, um Zusatzleistungen wie Abbruch- und Aufräum­kosten zu finanzieren. Das ist besonders zu empfehlen, wenn verseuchter Boden durch ausgelaufenes Heizöl anfallen könnte. Auch der Abschluss einer Elementarschaden­versicherung bzw. einer erweiterten Elementarschaden­versicherungen gegen Hoch­wasser, Starkregen oder Erdbeben wird von der Stiftung Warentest empfohlen. Konditionen und Preise der Angebote können im Vergleich festgestellt werden. Das Resümee der Stiftung Warentest lautet, jeder Versicherte sollte den „Test Wohngebäudeversicherung“ der Stiftung ansehen und die entsprechende Schlussfolgerung ziehen. Viele Versicherer haben die Preise für eine Wohngebäudeversicherung erhöht und so kann sich ein Wechsel lohnen, denn die Tarife sind preislich sehr unterschiedlich.

 

Was sagt die Politik zu einer Wohngebäudeversicherung?

Die obligatorische Wohngebäudeversicherung mit Schutz vor Elementarschäden wird auch in höherer Instanz diskutiert, besonders seit dem Hochwasser 2013 wird über eine Pflichtversicherung gesprochen. Die Justizminister der Bundesländer sind für diese Pflichtversicherung, allerdings vertritt das EU-Parlament die Meinung, dass diese Pflichtversicherung nicht notwendig ist. Obwohl im Koalitionsvertrag des Kabinetts vereinbart wurde, die Einführung zu überprüfen, wurde im August 2015 klargestellt, dass es eine Pflichtversicherung nicht geben wird. Damit muss jeder Hausbesitzer für die Sicherheit seines Besitzes selber Sorge tragen.

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