Die Versicherungspflicht für Freiberufler

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Freiberufler und Selbstständige stehen oft vor einer Wand, wenn es um die Frage nach der Versicherung geht. Da werden Begrifflichkeiten wie freiwillig versichert und Pflichtversicherung gelesen. Doch niemand weiß so ganz, was das für einen freiberuflich Tätigen bedeutet.

 

Pflicht zur freiwilligen Versicherung

Freiberufler hatten bis 2008 die Wahl, ob sie sich in einer Krankenversicherung absichern möchten. Auch eine Pflicht zur Pflegeversicherung gab es damals nicht.

Seit 2009 die Gesundheitsreform verabschiedet wurde, hat sich die Lage geändert. Freiberufler sind inzwischen dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Dabei ist es ihnen selbst überlassen, ob sie sich in einer Gesetzlichen Krankenversicherung versichern möchten, oder in einer privaten Krankenversicherung.

 

Gesetzliche Pflegeversicherung ist Pflicht

Darüber hinaus ist die Gesetzliche Pflegeversicherung verbindlich für jeden Erwerbstätigen in Deutschland. Jeder Angestellte und Arbeiter, und jeder Freiberufler und Selbstständige, muss in die Pflegeversicherung einzahlen.

Das bedeutet: was in Deutschland als freiwillige Versicherung bezeichnet wird, gibt es zumindest für Freiberufler nicht. Einzig Angestellte, deren jährliches Bruttoeinkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, haben die Wahl, ob sie sich freiwillig versichern möchten. Für sie besteht mit dem Überschreiten dieser Grenze keine Pflicht mehr, eine Krankenversicherung abschließen zu müssen.

Seit der wieder hergestellten Beitragsautonomie der Krankenkassen können die Beiträge sehr unterschiedlich ausfallen. Auch beim Zusatzbeitrag, der prozentual zum Einkommen berechnet wird, kann es hohe Unterschiede geben. Ein Krankenkassen-Vergleich ist deshalb angeraten, um eine günstige Krankenversicherung mit gutem Service zu finden!

 

Gesetzliche Krankenkasse oder privat versichert?

Für Angestellte und Arbeiter gilt die Versicherungspflicht in einer Gesetzlichen Krankenkasse, bis sie die Versicherungspflichtgrenze erreicht haben. Für Freiberufler gibt es eine solche Grenze nicht. Diese haben bereits ab Beginn ihrer Tätigkeit die Wahlmöglichkeit.

Die Wahl zwischen einer GKV und Privaten Krankenversicherung fällt jedoch vielen schwer. Während der Großteil des Leistungskatalogs einer Krankenkasse gesetzlich verankert ist, sieht dies bei einer PKV anders aus. Wird nicht gerade der Basistarif gewählt, der dem Leistungskatalogs der Kassen gleich ist, können die Tarifunterschiede sehr groß sein.

Wer klar wissen möchte, was versichert wird, sollte eher den Weg in die Gesetzliche Krankenkasse beschreiten, oder in einer solchen bleiben. Wer jung ist, und Geld sparen möchte bei den Beträgen, mag sich besser in einer Privaten Krankenversicherung aufgehoben sehen.

Am Ende ist es einem jeden Freiberufler selbst überlassen, welche Versicherung er wählt. Wichtig ist nur, dass er sich versichert, und dadurch eine Absicherung im Krankheitsfall hat.

 

Krankenkasse mit privater Zusatzversicherung

Wer als Freiberufler die Gesetzliche Krankenversicherung wählt, hat natürlich die Möglichkeit, sich einen weiteren Schutz im Rahmen einer Privaten Zusatzversicherung zu schaffen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die eine ist ein Kombischutz mit Absicherung aller Möglichkeiten Eventualitäten. Andere Zusatzversicherungen bieten finanzielle Hilfe bei Sehhilfen (Brillen und Kontaktlinsen), und übernehmen die Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz.

Auch bei solchen Zusatzversicherungen, für die keine Versicherungspflicht besteht, ist ein Vergleich zu empfehlen. Sowohl die Leistungen der Versicherungen können sehr unterschiedlich, wie auch die Kosten dafür.

 

Private Krankenversicherung wirklich günstiger?

Bei der Suche nach der passenden Krankenversicherung für Freiberufler wird ein Argument gerne eingeworfen: die hohen Kosten für die Versicherung. So sehen viele die Private Krankenversicherung als günstiger an, denn die Gesetzlichen Krankenkassen.

Dies kann jedoch ein Trugschluss sein, der eines Tages teuer werden könnte. Die PKV ist dann günstig, wenn jemand bereits in jungen Jahren Mitglied wird. Je älter ein Versicherter wird, desto höher steigen für ihn die Beiträge.

Die Private Krankenversicherung ist auch dann günstig, wenn Leistungen, die im Leistungskatalog der GKV gewährt werden, nicht im jeweiligen PKV-Tarif enthalten ist.

WICHTIG: Vor Abschluss einer Privaten Krankenversicherung sollte unbedingt der Versicherungsvertrag gelesen werden. Je günstiger ein Tarif ist, desto eher wurde dieser an den Leistungen beschnitten. So fehlt beispielsweise oft die Bezahlung einer erforderlichen Psychotherapie, oder anderer wichtiger Leistungen.

 

Wenn das Geld nicht für die Krankenversicherung reicht

Bei Freiberuflern gibt es nicht nur gute Tage. Viele von uns kennen die Zeiten, in denen es finanziell eher bergab geht, Kundenaufträge ausbleiben, oder Kunden nicht bezahlen. Da ist schnell der Punkt erreicht, an dem das Geld auf dem Konto nicht mehr für alle monatlichen Fixkosten reicht.

Meist ist es dann die Krankenversicherung, an der gespart wird, was am Ende zu einer teuren Angelegenheit werden kann, wenn Mahnkosten und Vollstreckungskosten zu der offenen Forderung kommt.

Die Krankenkassen bieten bei niedrigeren Einnahmen die Möglichkeit an, einen Härtefall-Antrag zu stellen. Dadurch wird der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung reduziert. Am besten ist es, in einem solchen Fall die eigene Krankenkasse direkt anzusprechen, um gar nicht erst das Aufbauen von Krankenkassen-Schulden erleben zu müssen.

 

Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse

Eine Vielzahl von Freiberuflern in Deutschland ist dazu verpflichtet, Mitglied der Künstlersozialkasse zu werden. Über diese werden die Beiträge an die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung, sowie an die Gesetzliche Rentenversicherung abgeführt.

Die genaueren Details und Vorgaben für die Versicherung der Künstlersozialkasse lassen sich am besten bei dieser selbst abfragen. Die Aufnahmeformulare kann man sich bei Bedarf zuschicken lassen.

 

Fazit

Für einen Freiberufler ist in Deutschland eine Krankenversicherung Pflicht. Ausnahmen hierzu gibt es nicht. Die passende Krankenkasse oder Private Krankenversicherung lässt sich über einen Tarifvergleich finden. Achten Sie hierzu auch auf unseren Krankenkassen-Vergleich und unseren PKV-Vergleich!

Je nach ausgeübter Tätigkeit kann eine Pflicht zur Versicherung in der Künstlersozialkasse bestehen. Darüber wird nicht nur die Krankenversicherung abgeschlossen, und in die Pflegekasse eingezahlt, sondern auch in die Gesetzliche Rentenversicherung.

 

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