Unfallversicherungen im Vergleich – Tarifrechner

 In Versicherungen

Wofür benötige ich eine Unfallversicherung?

Bei einer Unfallversicherung geht es vorrangig darum finanziell schwere Unfallfolgen abzumildern. Sollte ein Unfall zuhause oder in der Freizeit passieren und der betroffene dadurch dauerhaft gesundheitlich geschädigt werden, können zumindest finanzielle Einbußen von der Versicherung übernommen werden. So kann zum Beispiel das eigene Heim behindertengerecht umgebaut werden.

Was zählt als Unfall?

Hier gelten die allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen. Ihnen zufolge liegen Unfälle vor, wenn ein Ereignis plötzlich von außen auf den Körper einwirkt und zu einem unfreiwilligen erlittenen Gesundheitsschaden führt. Aber auch Verrenkungen der Wirbelsäule durch eine eventuelle Kraftanstrengung können als Unfall gezählt werden.

Wo passieren die meisten Unfälle?

Die meisten Unfälle geschehen statistisch gesehen am Arbeitsplatz mit ca. 30%. Danach folgen Haushalt (20%), Sport (20%), Sonstige (20%) und Verkehr (10%). Selbst mit einer Berufsgenossenschaft ist man somit gerade einmal für 30% aller aufkommenden Unfälle versichert.

Warum zusätzlich privat versichern?

Als Arbeitnehmer ist man in der Regel bereits gesetzlich unfallversichert. Diese Versicherung greift allerdings nur bei Unfällen, die direkt mit der Beschäftigung in Zusammenhang stehen. So werden zum Beispiel Freizeitunfälle nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung getragen. Hier greift die private Zusatzversicherung an und sichert auch diese Problemfälle ab.

Wer braucht eine Unfallversicherung?

Generell ist eine solche private Zusatzversicherung jedem zu empfehlen, da sie in vielen Situationen vor einer finanziellen Katastrophe schützen kann. Auch der dauerhafte Ausfall der eigenen Arbeitskraft kann auf diese Weise abgefangen werden. Leider sind insbesondere Arbeitslose und Hausfrauen für diese prekäre Situation exponiert, da sie keine Schutzleistung vom Staat erwarten können. Insbesondere Personen ohne Berufsunfähigkeitsversicherungen sollten sich über eine Unfallversicherung informieren. Dies gilt auch für Kinder.

Private Unfallversicherung trotz Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Unfallversicherung kann die Berufsunfähigkeitversicherung nicht ersetzen. Gerade einmal 1,8 Prozent der in Deutschland lebenden Schwerbehinderten haben sich ihre Behinderung durch einen Unfall zugezogen. Daher kann gefolgert werden, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigere von beiden ist und im Zweifelsfall bei finanziellen Engpässen Priorität besitzen sollte. Die Unfallversicherung ist nichtsdestotrotz eine sinnvolle Ergänzung.

Was passiert, wenn nichts passiert?

Stichwort Beitragsrückgewährung. Manche Versicherungen locken mit dem Angebot Einzahlungen zurückzuzahlen, sollte man unfallfrei bleiben. Der klare Menschenverstand sagt bereits, dass das so sicherlich nicht ganz funktionieren kann. Im Kleingedruckten erfährt man dann häufig: es handelt sich um dem Betrag aus dem Sparplan zuzüglich der Überschussbeteiligungen und abzüglich der Verwaltungs- und Abschlusskosten. Immerhin finanzieren die vielen unfallfreien Versicherungsnehmer die wenigen Personen, die die Versicherung in Anspruch nehmen müssen.

Gesundheitsprüfung?

Manche Versicherungen verlangen vor Vertragsabschluss eine ärztliche Gesundheitsprüfung. Diese fällt in der Regel jedoch weniger umfangreich aus, als die Checks bei privaten Krankenversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Nichtsdestotrotz gibt es auch bei der privaten Unfallversicherung Ausschlussgründe:

  • Pflegebedürftigkeit
  • Muskuläre Vorerkrankungen
  • Vorerkrankungen des SkelettsNatürlich müssen alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden, da diese teilweise die Beitragseinstufung beeinflussen.

Sind Kinder bei ihren Eltern mitversichert?

Leider nein. Hier unterscheidet sich die private Unfallversicherung von Versicherungen wie:

  • der Privathaftpflicht
  • der gesetzlichen Krankenversicherung

TIPP: Es gibt jedoch auch die Option eine Unfallversicherung für die gesamte Familie abzuschließen, sodass jedes Mitglied ausreichenden Schutz genießt.

Wann gilt ein Unfall als selbstverschuldet?

Dies ist eine wichtige Frage, da in diesem Fall die Versicherungen nicht zahlen. Hierzu zählen vor allem Handlungen unter Drogeneinfluss (zum Beispiel betrunken Auto fahren). Aber auch wer sich wissentlich als Epileptiker in das Auto setzt und aufgrund eines Anfalls eine Behinderung erfährt, hat keinen Anspruch auf Kompensation.

Eigen- oder fremdverschuldet?

Meist zahlen die Versicherungen auch, wenn der Unfall vom Versicherungsnehmer selbst verursacht wurde. Bedingung ist natürlich, dass der Unfall nicht selbstverschuldet war. Sollte man beispielsweise nüchtern bei der Autofahrt plötzlich vom Sonnenlicht geblendet und von der Fahrbahn abkommen, zahlen die meisten Unfallversicherungen für dadurch entstandene Folgekosten.

Auslandschutz?

Der Versicherungsschutz ist weder auf Deutschland, noch auf die EU begrenzt und wirkt weltweit. Natürlich müssen Sie bei einer eventuellen Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland dies der Versicherung mitteilen und Ihre Beiträge zahlen. Folgerichtig kann man auch eine lebenslange Unfallrente im Ausland entgegennehmen.

Höhere Beiträge = bessere Leistungen?

In der Regel hängen beide direkt miteinander zusammen. Allerdings gibt es natürlich unterschiedliche Vertragsdetails der verschiedenen Anbieter. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich, um die Versicherung bestmöglich an sich selbst anzupassen.

Leistungsbeginn

Der Vertrag sollte Leistungen bereits ab einem Prozent Invalidität vorsehen. Es gibt nämlich auch Verträge, die erst ab 20 bis 50 Prozent greifen. Somit würde man bei einer 40 prozentigen Invalidität, die sicher nicht zu unterschätzen ist, keine Unfallrente erhalten.

Die Renten sollten sich mindestens wie folgt staffeln:

  • 25000 Euro bei 25 Prozent Invalidität
  • 100000 Euro bei 50 Prozent Invalidität
  • 500000 Euro bei 100 Prozent Invalidität

Todesfallleistungen

Dieser tragische Einschnitt wird von den Versicherungen ebenfalls abgedeckt. Hierbei ist die Auszahlungssumme an die Hinterbliebenen Verhandlungssache. Sie sollte zirka 10000 Euro betragen.

Vorherige Beeinträchtigung

Hier ist es insbesondere wichtig, diese bei einem Vertragsabschluss anzugehen. Nach diesen wird in jedem Fall von dem Versicherer gefragt und es gilt an dieser Stelle die Pflicht, wahrheitsgemäß zu antworten. Andernfalls ist die Versicherung trotz Beitragszahlung nicht an den Vertrag gebunden.

Fristwahrung:

In der Regel muss eine Invalidität nach höchstens 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten und ärztlich festgestellt worden sein. Auch der Anspruch muss in diesem Zeitraum geltend gemacht werden. Fatal kann es werden, falls der Versicherte zu lange der Hoffnung nach Heilung durch Reha-Maßnahmen hinterherhängt.

Für welche Unfälle kommen private Unfallversicherungen nicht auf?

Neben der Selbstverschuldungs-Klausel gibt es noch folgende Ausnahmen:

  • Atomenergie und Strahlung
  • Kriegs- und Bürgerkriegszustände
  • Unfälle mit Fluftfahrzeugen
  • Folgen von Heilbehandlungen
  • Teilnahme an Rennveranstaltungen
  • Weiterhin sind Unfälle in Folge von Bewusstseinsstörungen von einem Versicherungsfall ausgeschlossen. Erstaunlicherweise sind sogar Folgeunfälle einer Borreliose ausgeschlossen. So kann der Versicherte einen Unfall, der aufgrund einer schwer erkennbaren oder nicht erkannten Bewusstseinsstörung in Folge einer Borreliose nicht geltend machen.

Was meint die Gliedertaxe?

Damit legt der Versicherer in seinem Angebot fest, welcher Grad der Invalidität der Versicherte bei Verlust einer oder mehrerer Gliedmaßen zugestanden bekommt. Von dieser Einstufung hängen auch mögliche Folgeleistungen ab. Daher macht es durchaus Sinn, sich diesem Punkt genauer zu widmen.

Vorgeschädigte Glieder

Diese beeinflussen die ausgezahlte Summe im Falle einer Amputation. Sollte das entsprechende Glied bereits vor dem Unfall nicht voll leistungsfähig gewesen sein, reduziert dies die Unfallrente. Diese Festlegungen unterliegen natürlich beim individuellen Fall dem Verhandlungsgeschick beider Seiten und dem Verhandlungsspielraum des Versicherungsgebers. Nachfolgend ein paar gängige Rechnungsbeispiele:

  • Verlust eines Auges: 50%
  • Verlust eines Daumens: 20%
  • Verlust des Gehörs (auf einem Ohr): 30%
  • Verlust eines Zeigefingers: 10%

Wie wird der Grad der Invalidität festgestellt?

Hierzu ist ein Gutachten eines Arztes erforderlich. Hierfür kommt der Hausarzt in Frage oder ein vom Versicherungsunternehmen beauftragter, unabhängiger Arzt.

Leistet die Versicherung auch bei Sportunfällen?

Ja. Alle Unfälle infolge von sportlichen Betätigungen sind durch Unfallversicherungen abgesichert. Der Schulsport wäre somit für Kinder doppelt abgesichert: hier leistet die gesetzliche und private Unfallversicherung. Meist sind Mitglieder in Sportvereinen über Ihre Mitgliedsbeiträge gesondert in einer Gruppenversicherung abgesichert. Diese enthalten eine Unfallkomponente, die in diesen Fällen greift. Besonderes Augenmerk auf die Vertragsdetails muss bei Risikosportarten legen. Aktivitäten wie Bergsteigen, Skifahren, Boxen oder Drachenfliegen könnten nicht abgedeckt sein.

Kann man mehrere Unfallversicherungen abschließen?

Rechtlich steht diesem Vorhaben nichts im Wege. Beide Versicherungen müssten im Falle einer Invalidität gemäß den Vertragsdetails auch eine Unfallrente zahlen. Die meisten Versicherungen wollen jedoch eine Überversicherung vermeiden. Sollte bereits eine Unfallversicherung bestehen, hat eine weitere Versicherung das Recht das Versicherungsgesuch abzulehnen.

Wie melde ich einen Unfall?

Nach einem erlittenen Unfall muss, nach der Notversorgung, der Versicherer ausführlich über die Faktenlage informiert werden. Hierfür stellt das Versicherungsunternehmen ausführliche Formulare zur Unfallanzeige. Diese muss wahrheitsgemäß und vollständig ausgefüllt werden. Etwaige Diagnose und Behandlungsscheine sind dem Formular beizufügen und im Interesse einer schnellen Bearbeitung umgehend dem Dienstleister zuzusenden.

Können Beiträge für eine Unfallversicherung steuerlich abgesetzt werden?

Ja, diese Kosten können als Sonderabgaben steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei sollte eine Aufteilung zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben genutzt werden. Die Beiträge können in einem Angestelltenverhältnis in der Steuervorlage Anlage N als Werbungskosten eingereicht werden. Dabei wird vom Finanzamt, falls nicht anders dargelegt, nur die Hälfte für die berufliche Unfallversicherung pauschaliert. Hier kann es sich lohnen, nachvollziehbar zu argumentieren, warum der Anteil höher ausfallen sollte.

Was beeinflusst die Höhe der Beiträge?

Für die Berechnung der Beitragsätze gibt es mehrere Faktoren. Besonders wichtig sind allerdings die Höhe der Versicherungssumme und die Berufsgruppe. Diese werden in unterschiedliche Gefahrenklassen unterteilt. Die niedrigste ist dabei die Klasse A, die beispielsweise für Versicherungsangestellte oder Kaufmänner genutzt wird.

Was bedeutet die Dynamik bei Unfallversicherungen?

Als Folge der Inflation steigen auch die Lebenserhaltungskosten stetig. Folgerichtig sinkt über die Zeit der Wert der Auszahlungssumme der Unfallversicherung. Eine Dynamik hilft dabei, die Versicherung an diese Entwicklungen anzupassen. So kann vereinbart werden, dass sowohl die Versicherungssumme, als auch optionale Leistungen (z.B. Krankenhaustagegeld) jährlich um 3 bis 5 Prozent angepasst werden. Dies hat auch den beiläufigen Vorteil, dass die Summe über die Zeit schleichend erhöht wird, ohne dass sich der Versicherungsnehmer einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen muss. Eine Versicherungssumme kann so bei einer jährlichen Erhöhung von 3% in 20 Jahren von 100.000EUR auf 180.000EUR anwachsen.

Kommt die Unfallversicherung auch für kosmetische Operationen auf?

Ja, aber nur, wenn diese durch einen Unfall notwendig geworden sind. Sollte beispielsweise ein Unfall eine Gesichtsentstellung zur Folge haben, die die Funktionstüchtigkeit nicht beeinflusst kann in diesem Fall trotzdem eine Kostenübernahme für eine kosmetische Operation erwartet werden.

Übernimmt die Unfallversicherung auch die Kosten für eine Bergung?

Wandern und Skifahrten können dazu führen, dass die Bergung nach einem Unfall schwierig und kostenintensiv verläuft. Daher übernimmt eine Unfallversicherung die Kosten für etwaige Suchaktionen und Bergungseinsätze. Auch der Transport zurück in die Heimat wird finanziert.

Wie gestaltet sich die Vertragslaufzeit von Unfallversicherungen?

Als Minimum wird von den meisten Versicherungsgesellschaften eine Vertragslaufzeit von einem Jahr gesetzt. Allerdings kann man einen Prämiennachlass erzielen, in dem man längerfristigen Verträgen zustimmt. Gängig sind Zeiträume über 3 oder 5 Jahre.

Besteht die Möglichkeit eines Tarifwechsels?

Lebenssituationen von Versicherten ändern sich manchmal schnell. Daher muss auch eine Unfallversicherung die Wechsel mitmachen und sich einer Hochzeit oder einem Kinderwunsch anpassen. Dies ist bei den Versicherungen kein Problem, solange eine Mehrversicherung angestrebt wird. Andernfalls ist man durch seine Vertragslaufzeiten an die gewählte Versicherung gebunden. Hier kann man nur auf die Kulanz der Versicherung hoffen.

Wie wechselt man den Anbieter?

Die häufigsten Gründe hierfür liegen in der Unzufriedenheit bezüglich des Preis-Leistungsverhältnisses oder im Kundenservice. Sollte ein Versicherungswechsel angestrebt werden, muss dieser, gemäß den Vertragsbedingungen fristgerecht gestellt werden. In der Regel bedeutet dies mindestens drei Monate vor Vertragsablauf.

Was sagt die Stiftung Warentest über Unfallversicherungen?

Die Stiftung Warentest hat über 300 Versicherungstarife überprüft und getestet. Das Urteil lautet kurz gefasst, dass hohe Prämien nicht unbedingt hohe Leistungen bedeuten müssen. Besonders positiv mit einem hohen Leistungsumfang bei fairer Beitragshöhe bietet den Verbraucherschützern zufolge die Versicherer Interrist, Ammerländer und die Haftpflichtkasse Darmstadt an. Auch Janitos konnte bei den Testern durch überdurchschnittliche Konditionen punkten.

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