Solaranlagen kaufen – Die besten Angebote im Vergleich

 In Allgemein

Trotz langer Etablierung auf dem Markt gibt es viele Verwechslungen und ungeklärte Fragen zum Thema Solaranlagen. Auf die häufigsten davon gibt dieser Ratgeber Antwort. Ziel ist eine Einkaufshilfe, am besten gleich für die Haus- und Heizplanung. Auch zur Beantragung von Fördermitteln sind genauere Kenntnisse über Technologie, Unterschiede und Funktionen wichtig.

Was ist eine Solaranlage?

Eine Solaranlage wandelt Sonnenenergie in Strom oder thermische Energie um. Dazu fangen große Solarzellen das Sonnenlicht möglichst flächig auf. Es wird über weitere technische Komponenten abgeführt. In Speichern oder direkt im Heizkreislauf steht es dann zum Heizen oder für den elektrischen Hausbetrieb zur Verfügung.

Was ist der Unterschied zwischen einer Solarzelle und einer Solaranlage?

Eine Solarzelle ist die kleinste Einheit einer Solaranlage. Es handelt sich dabei um eine äußerst dünne Scheibe aus mono- oder multikristallinem Silizium. Platten von 10 x 10 cm sind zur Anlage zusammengefasst. Kontaktbänder auf der Vorder- und Rückseite des Zellenverbundes leiten die aufgefangene Energie zu den Nutzungsbereichen oder in Speicher ab.

Ist Deutschland nicht zu dunkel für die Nutzung von Sonnenenergie?

Sonne liefert auch in Deutschland das 90Fache der Energie, die für den gesamten Hausbetrieb nötig ist. Wären alle deutschen Fassaden und Dachflächen mit Solaranlagen ausgestattet, würde das ohne Stromausfälle oder Heizprobleme den kompletten Energiebedarf decken. Diese Energiewerte gelten selbst unter schlechtesten Wetterbedingungen.

Wie kann die Energie bei schlechten Lichtbedingungen genutzt werden?

Solaranlagen fangen Sonnenlicht ab der Morgendämmerung bis zum Beginn der Morgendämmerung auf. Selbst an durchweg trüben Tagen reicht diese diffuse Lichtmenge zum Betrieb aus. Natürlich ist die Leistung bei strahlend schönem Wetter umso höher, aber solche Helligkeit nicht Voraussetzung.

Wieso heißen viele Solaranlagen Photovoltaik?

Photon kommt aus dem Griechischen und bedeutet Licht. Volt ist die Einheit der elektrischen Spannung, benannt nach dem italienischen Erfinder Volta. Photovoltaik bezeichnet in der Zusammensetzung beider Begriffe die direkte Energieumwandlung von Sonnenlicht in Strom.

Wieso heißen nicht alle Solaranlagen Photovoltaik?

Eigentlich ist der Begriff Solaranlage unpräzise und müsste genauer Solarthermie heißen. Denn diese Anlagen liefern nicht Strom, sondern Heizenergie aus dem Sonnenlicht. Soll auch Strom mit den Modulen erzeugt werden, dann setzen dies technologisch derzeit Photovoltaik-Solaranlagen um.

Wie sind Photovoltaik-Anlagen technisch beschaffen?

Zum Aufbau einer Photovoltaik-Anlage gehören:

  • Auffangplatten aus monokristallinen, polykristallinen oder Dünnschichtmodulen
  • Bändern an der Vorder- und Rückseite jeder Solarzelle
  • Leitungen für die Abführung der aufgefangenen Solarenergie
  • Montageanschlüssen für die wetterfeste Installation auf Flach- oder Steildächern

Ergänzend kann mit Solarspeichern der gesammelte Strom im Haus gespeichert werden. Vielfach beliefern private Solarnutzer sogar das lokale oder regionale Energienetz mit überschüssigem Strom.

Wie ist eine Solarthermie-Anlage aufgebaut?

Das Kernstück einer thermischen Solaranlage ist der Solarkollektor. Er besteht aus:

  • Röhren zur Erhitzung einer Solarkollektor-Flüssigkeit
  • Schmale Alu- oder Kupferstreifen als Verbindung zu den Wärmeträgerröhren
  • Absorber als schützendes Gehäuse für die Röhren
  • Selektive Beschichtung über dem Absorber für optimale Aufnahme von Sonnenstrahlung
  • Spezialglas als Abdeckung zur Reduzierung von Abstrahlverlusten

Weitere Verbindungsstücke bringen die solarthermische Energie direkt zum Heizsystem des Hauses.

Was ist ein Kollektor?

Kollektoren sind diejenigen Platten, die auf dem Haus zum Auffangen der Sonnenenergie speziell zu Heizzwecken installiert werden. Der Begriff Kollektor für Solarthermieanlagen kann mit der Größe von Solarmodulen bei Photovoltaikanlagen verglichen werden. In beiden Fällen dienen die Platten dem Auffangen und ihre Verbindungsstücke der Weiterleitung von Solarenergie zu den angeschlossenen Hausinstallationen.

Welche Kollektoren gibt es für thermische Solaranlagen?

Zwei Kollektorarten haben sich wegen günstiger Kosten und guter Effizienz auf dem Markt durchgesetzt:

Flachkollektoren

Diese flachen Platten können auf einem Dach (Aufdach) montiert werden, in die Dachkonstruktion integriert sein (Indach) oder frei aufgestellt werden. Vorteilhaft ist daran der geringe Abstrahlverlust, nachteilig die nötige Montage in sonnengünstiger Dachneigung und Aufstellrichtung. Ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis macht diese thermische Solaranlage besonders beliebt – derzeit bei 90 % aller thermischen Solarnutzer.

Röhrenkollektoren

Bei Röhrenkollektoren sind die flüssig gefüllten Solarrohre nebeneinander plattenförmig angeordnet und von einem Vakuum umgeben. Der Wirkungsgrad übertrifft Flachkollektoren bei hohen Temperaturunterschieden zwischen Absorber und Kollektor. Allerdings ist die Produktion aufwändig und somit der Preis deutlich höher als bei Flachkollektoren.

Was ist ein Hybridkollektor?

Hybridkollektoren verbinden mit ihrem Aufbau die Technologie der thermischen und elektrischen Solaranlage. Sie können also sowohl die Wasseraufbereitung und Beheizung des Hauses als auch dessen Stromversorgung übernehmen. Ihre Beschaffenheit bedingt hohe Produktionspreise, weshalb sie sich bislang nicht flächendeckend gegen Photovoltaik und Solarthermie behaupten können.

Wo sind Speicherkollektoren zu finden?

Speicherkollektoren erzielen einen akzeptablen Wärmeertrag dort, wo es besonders viele Sonnentage gibt. Dies ist zu vernünftigen Preis-/Leistungsbedingungen eher in mediterranen Ländern der Fall. Deshalb und wegen der Frostempfindlichkeit dieser Technik sind Speicherkollektoren in Deutschland nicht verbreitet.

Welche Kosten entstehen für die Anschaffung von Solaranlagen?

Thermische Solaranlagen sind preisgünstiger als Photovoltaik-Anlagen, letztere aber durch die mögliche Doppelverwertung der Sonnenstrahlen deutlich effizienter. Dies sind Durchschnittswerte der Anschaffungskosten und nötigen Anlagengrößen:

Preiskomponenten und Beispiel Solarthermie

  • Pro Person genügen 1,5 qm Kollektorfläche für die ausreichende Bereitstellung von Warmwasser, pro Quadratmeter Wohnfläche für Warmwasser und Heizung.
  • Pro Person gelten Solarspeicher von ca. 80 Litern als ausreichend für Warmwasser, mit Heizleistung das Dreifache, abhängig von der Gebäudegröße.
  • Flachkollektoren kosten pro qm ab 300 Euro, Röhrenkollektoren das Doppelte.
  • Für Pumpen und Rohre gilt auf dem aktuellen Markt der Solaranlagen ein Durchschnittspreis gesamt von 1.500 Euro.

Daraus ergibt sich für Solarthermie mit Flachkollektoren dieses Kostenbeispiel:

  • Flachkollektor Größe 5 qm = 1.800 Euro
  • 300 l Solarspeicher = 1.200 Euro
  • Weiteres Installationsmaterial = 4.500 Euro

Das ergibt Anschaffungskosten von 4.500 Euro und ermöglicht bei derzeitigem Preisgefüge fossiler Energien eine jährliche Heizkostenersparnis von etwa 200 bis 250 Euro. Somit sind die Anschaffungskosten nach spätestens 21 Jahren wieder amortisiert.

Preiskomponenten und Beispiel Photovoltaik

  • Solarmodule (Dünnschicht-, monokristallines oder polykristallines Modul) zwischen 1 Euro und 1,45 Euro pro Watt Peak
  • Wechselrichter zur Umwandlung des Gleichstroms in nutzbaren Wechselstrom zwischen 400 und 2.000 Euro
  • Installation pro kWp installierter Leistung zwischen 120 und 180 Euro auf Dächern mit Dachneigung
  • Installation gleicher Leistung auf Flachdächern ca. 250 Euro pro kWp
  • Optional Stromspeicher zwischen 6.000 und 15.000 Euro

Daraus ergibt sich für Photovoltaik dieses Kostenbeispiel bei Anschaffung von Dünnschichtmodulen:

  • Bedarf für ein Einfamilienhaus bei 5 kWp, also einer Modulfläche von 30 qm = 5.000 Euro
  • Wechselrichter = 500 Euro
  • Installation = 2.000 Euro

Es entstehen Anschaffungskosten von 7.500 Euro. Durch die Nutzung der Photovoltaikanlage für Heizwärme, Warmwasser und Strom amortisiert sich eine solche Anlage trotz jährlicher laufender Kosten von etwa 280 Euro schon nach 17 Jahren im Durchschnitt wieder.

Ist die Energieersparnis so hoch, dass die Ausgabe damit wieder gedeckt wird?

Die Energieersparnis ist bei beiden Solartypen umso höher, je besser das Haus gegen Wärmeverlust isoliert ist. Zusätzlich werden Kollektoren und Module gut gefördert, so dass sich bereits bei den Anschaffungskosten deutlich Geld sparen lässt. Nach 17 bis 21 Jahren sind die Ausgaben in beiden Fällen wieder gedeckt.

Für wen eignet sich Solarthermie am besten?

Zur Gewinnung thermischer Solarenergie ohne Strombereitstellung eignet sich Solarthermie optimal. Die saubere Technologie stellt für den Bedarf einer durchschnittlich großen Familie genügend Wasser oder Wasser und Heizleistung bereit. Die Leistungsabnahme bei höheren Außentemperaturen ist für die Nutzer nicht zu spüren.

Wer kann Photovoltaik-Anlagen optimal nutzen?

Solarmodule decken energetisch sowohl den Bedarf an Warmwasser als auch an Heizenergie und Strom. Sie sind also zur autarken Energieversorgung von Häusern gut geeignet. Zu beachten sind allerdings laufende Wartungskosten, welche die insgesamt hohe Energieersparnis wieder reduzieren.

Gibt es für Solaranlagen Fördermöglichkeiten?

Vor allem das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bieten für Solarthermie und Photovoltaik attraktive Fördermöglichkeiten. Außerdem stehen länderspezifische Fördermöglichkeiten in bestimmten Städten und Regionen zur Verfügung. Dies sind die wichtigsten Förderungen durch BAFA und KfW:

Förderung Solarthermie durch das BAFA

  • Warmwasser nach Quadratmetern mit Pauschalbeträgen, Quadratmeterförderung oder Innovationsförderung nach Bestands- oder Neubau
  • Solarheizung, Wärmenetz nach Quadratmetern in gleicher Aufteilung
  • Ertragsabhängige Förderung bei großen Kollektoranlagen 0,45 Euro (jährlicher Kollektorertrag mal Zahl der Kollektoren)
  • Erweiterung vorhandener Solarthermie ab vier bis 40 qm mit 50 Euro pro qm

Als Mindestbetrag einer BAFA Förderung für Solarthermie mit Heizungsunterstützung sind 2.000 Euro festgelegt, für reine Warmwasserbereitung 500 Euro. Weitere Fördermöglichkeiten sind Kombinations-, Effizienz- oder Kesseltauschboni von jeweils 500 Euro.

Förderung Solarthermie durch die KfW

So beteiligt sich die KfW an der Förderung zum energieeffizienten bauen und Sanieren:

  • Programm 167: Ergänzungskredite um 50.000 Euro pro Wohneinheit, kombinierfähig mit BAFA Förderungen, höchstens in kompletter Kostenhöhe der Anschaffung. 2,02 effektiver Jahreszins, Laufzeit 10 Jahre, erste 2 Jahre tilgungsfrei
  • Programm 151: 50.000 bis 100.000 Euro für Dämmmaßnahmen und Sanierungen für bessere Energieeffizienz. Antrag muss vor Beginn von Sanierungen oder Kauf eines entsprechend sanierten Hauses gestellt werden
  • Programm „Energieeffizient bauen“: bis 100.000 Euro mit Tilgungszuschüssen für Kauf oder Bau von Häusern mit Solarthermie
  • Programm 430: Kostenzuschuss 10 % bis höchstens 5.000 Euro pro Wohneinheit

Schon bei der Planung eines Auf- oder Nachrüstens können weitere Förderprogramme für Passivhäuser oder Niedrigenergiehäuser bei der KfW abgefragt werden.

Förderung Photovoltaik durch Zuschüsse und Aufschläge der Energieversorger

Stadtwerke und Energieversorger fördern regional unterschiedlich die Anschaffung und den Energieertrag durch Photovoltaikanlagen. Allerdings hat die Förderung in den letzten Jahren nachgelassen. Es sollte für möglichst geringe Kosten diese Kombination zur Finanzierung abgewogen werden:

  • Kredite der KfW, Deutschen Kreditbank, SWK-Bank oder GLS Bank, zinsgünstig bei langen Laufzeiten
  • Begrenzte oder unbegrenzte Kreditvolumen bei Schwäbisch-Hall oder LBS für lange Laufzeiten
  • Zuschüsse lokaler Stadtwerke oder regionaler Energieversorger

Auch hier sollten die nötigen Förderanträge bereits vor Anschaffung der Solaranlage bei den Instituten und Unternehmen gestellt werden.

Wie aufwändig ist die Installation von Solartechnik?

Für Photovoltaik und Solarthermie gibt es in ganz Deutschland spezialisierte Fachbetriebe. Die Montage sollte diesen Betrieben überlassen werden, weil sie die optimale Position kennen und häufig für die jeweiligen Hersteller und Fachhändler im Kundenservice tätig sind. Der Installationsaufwand beträgt größenabhängig nur wenige Stunden, selten zwei Tage.

Welche Montagevoraussetzungen müssen Dach oder Fassade für die Module oder Kollektoren bieten?

Die Südseite und eine leichte Dachneigung gelten als optimal für die meisten Solaranlagen. Natürlich müssen Verbindungsmöglichkeiten zwischen Modul oder Kollektor und der Hausinstallation für Warmwasser, Heizung und Stromnetz vorhanden sein oder gleichzeitig mit der Solaranlage montiert werden. Fachbetriebe und Energieberater können vor Ort exakt bestimmen, welcher Gebäudeteil welche Montagevoraussetzungen individuell am besten erfüllt.

Gibt es Ausschlusskriterien für die Installation einer Solaranlage?

Zu kleine Dachflächen, zu geringe Traglasteignung und andere Kriterien können die Installation einer Solaranlage ausschließen. Diese Bedingungen führen eventuell dazu, dass die erneuerbare Energie auf diese Weise nicht genutzt werden kann:

  • Zu kleine Dachfläche für den geplanten Gebrauchszweck (Warmwasser ohne oder mit Heizung und eventueller Stromgewinnung)
  • Zu geringe Traglast für das doch erhebliche Gewicht der Kollektoren oder Module
  • Zu stark verschattete Arbeitsfläche (hohe Bäume vor dem Dach) oder schattenwerfende Hochbauten

Gibt es baurechtliche Bestimmungen für Solaranlagen?

Die Installation von Solaranlagen muss nicht per Baugenehmigung beantragt werden. Ausnahmen sind Häuser unter Denkmalschutz. Ob das jeweilige Bundesland dafür das Antragsverfahren fordert, sollte vorab gemäß Landesbauordnung abgeklärt werden.

Welcher Wartungsaufwand ist für Solaranlagen nötig?

Die Kollektoren von thermischen Solaranlagen sind über Jahrzehnte hinweg wartungsarm. Es genügt die regelmäßige Überprüfung, um die störungsarme Funktionalität zu gewährleisten. Die meisten Prüfkriterien können die Hausbesitzer selbst und somit kostenlos umsetzen. Photovoltaikanlagen werden vom Installateur regelmäßig für ca. 280 Euro Wartungs- und Betriebskosten jährlich funktionstüchtig gehalten.

Wie lange kann eine Solaranlage bei voller Leistungsfähigkeit genutzt werden?

Mindestens 25 Jahre Betriebsdauer, beinahe immer störungsfrei, schaffen die Module von Photovoltaikanlagen. Flachkollektoren oder Röhrenkollektoren liefern sogar nach über 30 Jahren noch die nötige Leistung, auch bei kombinierter Nutzung der Sonnenenergie für Warmwasser und Heizung.

Fazit:

Solaranlagen sind teuer in der Anschaffung, aber über BAFA, KfW und andere Institute bis in Höhe der Anschaffungskosten förderfähig. Die Effizienz einer Solarthermie oder Photovoltaik hängt von vielen Faktoren ab, vor allem von der Einzelnutzung oder kombinierten Nutzungszielen. Insgesamt sind beide Formen einer Solaranlage ein großer Schritt in Richtung Energieeinsparung und Umweltschutz.

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