Selbstständige oder freiberufliche Geringverdiener – was ist mit der Krankenversicheurng?

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Ob Autor, Musiker oder Comiczeichner – wer einer freiberuflichen Tätigkeit nachgeht, kann gerade am Anfang nicht unbedingt seinen kompletten Lebensunterhalt damit finanzieren. Deswegen entscheiden sich viele Freiberufler die künstlerische Arbeit als Nebenerwerb zu betreiben. Doch wie sieht es in diesem Fall mit der Versicherung aus? Ab wann und wie muss ein Freiberufler sich selbstständig um seine Krankenversicherung kümmern?

 

Was ist eine freiberufliche Tätigkeit?

Spätestens bei der Anmeldung seiner selbstständigen Tätigkeit stellt sich die Frage, um welche Art Arbeit es sich handelt. In die Kategorie „Freiberufler“ fallen alle Selbstständigen, die einer wissenschaftlichen, künstlerischen, erzieherischen oder schriftstellerischen Tätigkeit nachgehen und auf Rechnung arbeiten. Folgende Berufe gehören beispielsweise eindeutig den Freien Berufen in Deutschland an:
  • Ärzte
  • Steuerberater
  • Rechtsanwälte
  • Dolmetscher

Ebenso werden ähnliche Tätigkeiten zur Kategorie der freiberuflichen Tätigkeiten gezählt. Darunter fallen beispielsweise folgende Berufe:

  • Fotograf
  • Musiker
  • Schauspieler
  • Schriftsteller
  • Werbetexter

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Berufe, die zu den künstlerischen Berufen zählen. Hierzu sollte man sich beim Finanzamt erkundigen, bei denen die Anmeldung der Tätigkeit als Freiberufler erfolgt.

 

Ab wann muss man sich selbstständig versichern?

Wer freiberuflich arbeitet, gilt in Deutschland als selbstständig. Jedoch muss nicht jeder Selbstständige sich auch um eine Krankenversicherung kümmern. Diese Aufgabe muss erst dann erledigt werden, wenn die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich erfolgt.

 

Wann gilt die freiberufliche Arbeit als Hauptberuf?

Die Grenze zwischen Nebenerwerb und Haupterwerb ist leider nicht immer ganz einfach zu ziehen. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass die selbstständige Tätigkeit als Freiberufler dann als Haupterwerb gilt, wenn sie den Zeitaufwand und die wirtschaftliche Bedeutung der Tätigkeit als Arbeitnehmer deutlich übersteigt. Investiert man beispielsweise mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit für die freiberufliche Tätigkeit oder verdient mit dieser Tätigkeit mehr als mit seiner Tätigkeit als Arbeitnehmer, muss man sich selbstständig versichern.

 

Wann handelt es sich bei der selbstständigen Tätigkeit um eine geringverdienende Tätigkeit?

In Deutschland werden Tätigkeiten, die als geringverdienend eingestuft werden, von der Abgabe von Sozialleistungen wie Krankenversicherung befreit. Dafür müssen allerdings folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Monatlich werden nicht mehr als 325 Euro verdient
  • Die Arbeitszeit beträgt nicht mehr als 20 Wochenstunden
  • Als Freiberufler beschäftigt man keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer

 

Was ist ab einem monatlichen Einkommen von 325 Euro zu tun?

Freiberufler profitieren in Deutschland von einem Sonderstatus, der vergünstigte Abgaben bedeutet. Wer mindestens 325 Euro im Monat durch seine selbstständige Arbeit als Freiberufler verdient, muss sich bei der Künstlersozialkasse melden. Über diese wird er anschließend krankenversichert, wobei er allerdings nur 50 Prozent des Versicherungsbeitrags bezahlen muss. Den Rest übernimmt die KSK.

 

Wie wird der Krankenkassenbeitrag für Freiberufler errechnet?

Wer einer freiberuflichen Tätigkeit als Haupterwerb nachgeht, muss anteilig von seinem Einkommen den Beitrag für die Krankenversicherung monatlich entrichten. In Deutschland liegt der Beitragssatz bei 14,6%. Als Freiberufler profitiert man allerdings von der Mitgliedschaft bei der Künstler Sozialkasse, sodass man nur die Hälfte des Beitrags bezahlen muss und damit quasi genauso viel wie ein Arbeitnehmer in Deutschland bezahlt.

 

Gesetzlich oder privat krankenversichert?

Da man als Freiberufler als selbstständig in Deutschland gilt, hat man natürlich freie Krankenkassenwahl. Als Freiberufler darf man sich sowohl für die gesetzliche Krankenversicherung freiwillig versichern oder darf sich für eine Mitgliedschaft bei einer privaten Versicherung entscheiden.

 

Was passiert bei einem monatlichen Einkommen unter 325 Euro?

In diesem Fall ist man von den Abgaben zu Sozialversicherungen in Deutschland befreit. Die Beiträge zur Krankenversicherung werden anhand des Einkommens berechnet, das man als Arbeitnehmer verdient.

 

Ist eine Familienversicherung möglich?

Wer die oben genannten Bedingungen erfüllt und einer freiberuflichen Tätigkeit als Geringverdiener nachgeht, kann über seinen Eherpartner familienversichert werden.

 

Was passiert wenn man zum Freien Beruf eine geringverdienende Tätigkeit ausübt?

Sollte man den Freien Beruf als Haupterwerb ausüben und einer anderen geringverdienenden Tätigkeit nachgehen, muss man sich als selbst um seine Krankenversicherung kümmern. Als Freiberufler kontaktiert man wie oben beschrieben die KSK, über die man anschließend versichert ist. Beiträge für eine geringverdienende Tätigkeit als Nebenerwerb entfallen, wenn diese monatlich nicht mehr als 385 Euro betragen. Trotzdem müssen diese Einnahmen aber bei der Steuererklärung angegeben werden.

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