Rechtsschutzversicherung im Vergleich – Tarifrechner und Ratgeber

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Versicherte Person
Selbstbeteiligung
Zahlweise
Zu versichernde Bereiche
Privat Beruf Verkehr Wohnen Vermietung
Selbstbeteiligung: 150 €
DEURAG DEURAG SB-Vario
DEURAG
9,58 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
DEURAG DEURAG M-Aktiv
DEURAG
12,92 €
Beitrag p.m. bei 0 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Mediation
ARAG Rechtschutz Basis
ARAG
15,09 €
Beitrag p.m. bei 0 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Mediation
  • Vorschäden werden nicht berücksichtigt
DEURAG DEURAG SB 150
DEURAG
15,17 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
ARAG Rechtschutz Komfort
ARAG
15,85 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
  • Vorschäden werden nicht berücksichtigt
NRV Rechtschutz TOP
NRV
17,73 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Mediation
KS/AUXILIA Privatrechtschutz
KS/AUXILIA
19,09 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
NRV Rechtschutz TOP + XXL
NRV
20,68 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
ARAG Rechtschutz Premium
ARAG
22,32 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
  • Vorschäden werden nicht berücksichtigt
Rechtsschutz Union TOP-150
Rechtsschutz Union
23,50 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
ADVOCARD 360°-Rechtsschutz
ADVOCARD
24,96 €
Beitrag p.m. bei 150 € Selbstbeteiligung
  • Kostenlose telefonische Rechtsberatung
  • Freie Anwaltswahl
  • Schutz vor Gericht
  • Außergerichtliche Vertretung
  • Mediation
* Bitte beachten Sie, dass der Vergleichsrechner die verfügbaren Tarife vereinfacht anzeigt und keine Beratungsleistung darstellt. Sollten Sie spezielle Anforderungen haben, müssen diese auf den Seiten der Versicherer überprüft werden. Der genaue Text der Vertragsunterlagen ist für den Versicherungsschutz ausschlaggebend. Alle Angaben ohne Gewähr, © financeAds.net

Ein Rechtsstreit, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld, kann mit hohen Kosten verbunden sein. Nicht nur der eigene Rechtsbeistand kostet Geld. Hinzu kommen Gerichtskosten oder Gebühren für Gutachter. Diese Kosten können mit einer Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden. Dieser Artikel liefert umfangreiche Informationen zu der Rechtsschutzversicherung, klärt Fragen und liefert hilfreiche Tipps für Versicherungsnehmer.

Was ist eine Rechtsschutzversicherung?

Bei der Rechtsschutzversicherung handelt es sich um eine freiwillige Versicherung. Die Grundlage der Rechtsschutzversicherung bildet ein privatrechtlicher Versicherungsvertrag. In diesem verpflichtet sich der Versicherungsgeber gegenüber dem Versicherungsnehmer, die erforderlichen Leistungen zu erbringen, die für die Wahrung der rechtlichen Interessen des Versicherungsnehmers erforderlich sind. Der Versicherungsnehmer verpflichtet sich im Gegenzug zur Zahlung einer vereinbarten Prämie (Beitrag). Das bedeutet, dass der Versicherer im Falle eines Rechtsstreits die im Versicherungsvertrag festgeschriebenen Kosten für die Vertretung der rechtlichen Interessen des Versicherungsnehmers übernimmt. Die Obliegenheiten, Pflichten und Rechte im Rahmen der Rechtsschutzversicherung sind in den vertraglichen Vereinbarungen (Versicherungsvertrag) und dem Versicherungsgesetz (VVG) geregelt. Regelmäßig werden die Versicherungsverträge in Form der jeweiligen „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ des Versicheres abgeschlossen.

Tipp: Nicht jede anhängige Rechtsstreitigkeit wird automatisch seitens des Versicherers übernommen. Es gibt bestimmte Rechtsschutzversicherungsleistungen, die neben dem allgemeinen Bedingungen besondere Vereinbarungen bedürfen, die im Vertrag festgeschrieben sein müssen.

Was leistet die Rechtsschutzversicherung?

In der Regel übernehmen Versicherer die Kosten für den Rechtsbeistand, Gutachter sowie Gerichtskosten und Zeugen. Welchen Leistungsumfang die Rechtsschutzversicherung bietet, ist individuell festzulegen. In den seltensten Fällen bietet die Rechtsschutzversicherung einen Komplett-Schutz für alle Rechtsstreitigkeiten. Vielmehr setzt sich die Rechtsschutzversicherung aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen, die auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.

Was ist das Deckungsprinzip?

Die Rechtsschutzversicherung leistet nur für die Fälle, die tatsächlich im Versicherungsvertrag vereinbart sind.

Wichtig: Beim Abschluss der Rechtsschutzversicherung ist der individuelle Bedarf zu ermitteln und Eventualitäten zu berücksichtigen. Es ist kontraproduktiv, wenn die private Rechtsschutzversicherung Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber versichert, wenn der Versicherungsnehmer freiberuflich tätig ist oder ein Unternehmen führt.

Welche Unterschiede gibt es bei der Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung trennt zwischen dem Privatrechtsschutz und dem Rechtsschutz für Unternehmen. Ein Unternehmer kann keine Leistungen einer Privatrechtsschutz in Anspruch nehmen, wenn er in einen Rechtsstreit mit einem anderen Unternehmen oder einem Angestellten verwickelt wird. In diesem Fall ist eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung oder eine Rechtsschutzversicherung für Selbstständige erforderlich.

Leistet die Rechtsschutzversicherung sofort nach Abschluss?

In der Regel besteht bei allen Rechtsschutzversicherungen eine Wartezeit von mindestens 3 Monaten. Die Wartezeit beginnt mit dem Abschlusszeitpunkt. Das bedeutet, dass Fälle, die vor dem Abschluss oder in der Wartezeit anhängig werden, nicht seitens der Versicherung getragen werden. Die Rechtsschutzversicherung wird deshalb auch als „Vorsorgeversicherung“ bezeichnet, denn sie bietet nur Leistungen, die zukünftig sind und deckt keine laufenden oder rückwirkenden Rechtsstreitigkeiten

Tipp: Die Wartezeit ist bei vielen Versicherern individuell geregelt und sollte immer beachtet werden. Bei einigen Rechtsgebieten gibt es spezielle vertragliche Regelungen, die vor dem Vertragsabschluss genau zu prüfen sind, um Ausschlüsse der Versicherungsleistungen zu verhindern.

Was sind plötzliche Fälle?

Der Versicherungsschutz wirkt bei „plötzlichen Fällen“ auch ohne Wartezeit. Im Rahmen der Verkehrsrechtsschutzversicherung besteht mit Zusendung der Versicherungspolice bereits Versicherungsschutz.

Was ist die Selbstbeteiligung?

Rechtsschutzversicherungen bieten Policen mit oder ohne Selbstbeteiligung an. In den meisten Fällen wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, wobei die Selbstbehaltungshöhen zwischen 150 und 300 Euro, je nach Rechtsschutzfall liegen. Bei der Selbstbeteiligung handelt es sich um einen festgelegten Betrag, der pro eingereichtem Fall immer seitens des Versicherungsnehmers zu leisten ist. Die Höhe der Selbstbeteiligung mindert die Beiträge. Dabei sollte der Selbstbeteiligungsbetrag immer zur Verfügung stehen, denn dieser ist meistens direkt an den Anwalt zu leisten.

Was ist Bedingung für die Kostenübernahme?

Der Versicherer prüft in jedem anhängigen Fall, ob eine Rechtsverfolgung eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet. Es wird überprüft, ob seitens des Versicherten kein schuldhaftes Verhalten zur Last gelegt werden kann. Diese Prüfung erfolgt meistens im Rahmen der Deckungsfrage, die seitens des Anwalts gestellt wird.

Tipp: Die Deckungsanfrage und Zusage der Kostenübernahme sollte unbedingt erfolgen, da ohne diese die Kosten für den Rechtsanwalt seitens des Versicherungsnehmers getragen werden. Viele Anwälte berechnen für das Erstberatungsgespräch keine oder geringe Gebühren. Im Vorfeld sollten diese Gebühren mit dem Anwalt besprochen werden.

Wie läuft eine Übernahme der Kosten ab (Deckungsanfrage)?
Das Vorliegen eines Rechtschutzfalls ist die Voraussetzung der Eintrittspflicht der Rechtsschutzversicherung. Es muss also ein tatsächlicher oder behaupteter Verstoß gegen Rechtspflichten vorliegen, weshalb eine vorbeugende Rechtsberatung nicht unbedingt von der Versicherung erfasst ist.

Tipp: Es ist vorteilhaft, wenn der Versicherungsvertrag ein Beratungsgespräch beim Anwalt festgeschrieben ist.
Falls es zu einem Rechtsstreit kommt, sollte zuerst der Versicherer informiert werden. Je nach der Vertragskonstellation bietet sich die freie Wahl eines Rechtsberaters oder die Versicherung nennt Vertragsanwälte, die mit dem Versicherer zusammenarbeiten. Für den Fall der freien Wahl des Anwalts übernimmt dieser den Antrag auf Kostenübernahme. Der Versicherungsnehmer teilt dem Anwalt die jeweilige Versicherungsgesellschaft nebst Versicherungsnummer mit. Seitens des Anwalts wird die Kostenübernahme beantragt. Der Versicherer bestätigt dem Anwalt nach Sachverhaltsschilderung die Kostenübernahme. Der Versicherungsnehmer erhält eine Kopie der Anwaltsrechnungen und eine Bestätigung, das diese beglichen wurden. Anträge auf die Übernahme von Gerichtskosten oder Gutachterkosten werden separat beantragt. Generell übernehmen die Rechtsanwälte die Korrespondenz mit dem Versicherer und stellen die erforderlichen Anträge. Wichtig für die Kostenübernahme ist, dass der jeweilige Rechtsbereich versichert ist.

Zahlt die Rechtsschutzversicherung die Kaution in einem Strafverfahren?

Die Kaution wird seitens des Versicherers nur dann gezahlt, wenn diese Kostenübernahme im Vertrag geregelt ist.

Welche Versicherungsarten gibt es?

In der Regel folgen Rechtsschutzversicherungen dem Modularprinzip. Es besteht die Möglichkeit, ein Komplettpaket zu wählen, in dem verschiedene Leistungsarten abgedeckt sind. Alternativ können bestimmte Bereiche abgedeckt werden wie beispielweise den Verkehrs-Rechtsschutz, Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz oder Arbeits-Rechtsschutz. Versicherer bieten individuelle Modulare an, wobei es möglich ist, einzelne Modulare aus dem Komplettschutz auszuschließen.

Beispiel: Ein Versicherungsnehmer, der aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist, benötigt keinen Arbeitsrechtsschutz. Wohnungseigentümer, die Eigentum verkaufen, müssen diese Sparte im Vertrag nicht abdecken.

Tipp: Es lohnt sich, den Rechtsschutz individuell zu wählen und von Zeit zu Zeit anzupassen, wenn sich persönliche oder berufliche Verhältnisse ändern, denn das kann die Versicherungsprämie verringern.
In der Praxis fassen die Versicherer die einzelnen Leistungen zu übergeordneten Bausteinen zusammen. Einige Leistungen können nicht separat abgeschlossen werden, da sie sich gegenseitig bedingen. Eine Berufsrechtsschutz wird immer zusammen mit einer Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen. Das liegt darin begründet, dass eine Wechselwirkung zwischen Berufs- und Privatleben besteht. Das bedeutet, dass der Ursprung eines Versicherungsfalls im Privatbereich liegen kann, aber den beruflichen Bereich betrifft.

Was bietet der Privatrechtsschutz?

Der Privatrechtsschutz umfasst einen Risikobereich im Rahmen der Rechtsschutzversicherung. Dabei umfasst der Privatrechtsschutz die Wahrnehmung rechtlicher Interessen des Versicherungsnehmers, die im privaten Bereich angesiedelt sind. Der Privatrechtsschutz wird regelmäßig nur in Verbindung mit dem Berufsrechtsschutz angeboten. Für Senioren gibt es aus diesem Grund gesonderte Rechtsschutzangebote, die sich auf den verminderten Leistungsanspruch einstellen.

Was ist der Versicherungsumfang beim Privatrechtsschutz?

Der Privatrechtsschutz versichert Rechtsschutzfälle, die den privaten Bereich oder den nicht selbstständigen Bereich des Berufes betreffen. Der Privatrechtsschutz umfasst in der Regel die folgenden Leistungsarten:

  • Vertragsrecht
  • Sachenrecht
  • Schadensersatz
  • Disziplinar- und Standesrechtsschutz
  • Steuerrechtsschutz
  • Sozialgerichtsrechtsschutz
  • Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechtsschutz
  • Verwaltungsrechtsschutz (Verkehrssachen)
  • Beratungsrechtsschutz im Erb- und Familienrecht
  • Opferschutz bei Gewalttaten

Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen als Fahrzeughalter, Mieter, Eigentümer, Leasingnehmer, Pächter, Erwerber. Für diese Risikobereiche sind gesonderte Absicherungen erforderlich. Im Rahmen von Rechtsschutz-Paket-Lösungen sind inkludierte Leistungen möglich.
Sind Ehepartner und Familienangehörige mitversichert?
Nicht bei jeder Vertragskonstellation sind Ehepartner oder Familienangehörige beitragsfrei mitversichert. Soll die ganze Familie von dem jeweiligen Rechtsschutz partizipieren, so sollte ein „Familientarif“ gewählt werden.

Wie lange sind Kinder mitversichert?

Solange Kinder (auch Adoptivkiner) im elterlichen Haushalt leben, sind sie im elterlichen Rechtsschutz mitversichert. Voraussetzung ist, dass die Kinder nicht verheiratet sind und die Erstausbildung nicht abgeschlossen ist. Kinder sind spätestens nach dem 25 bzw. 30. Lebensjahr nicht mehr mitversichert.

Ist der Lebenspartner mitversichert?

Gilt der Rechtsschutz ausschließlich für Singles, sind Lebenspartner von den Leistungen des Versicherungsvertrages ausgeschlossen. Wer in einem gemeinsamen Haushalt lebt und nicht verheiratet ist, sollte einen Familienrechtsschutz abschließen, der auch Lebenspartner beitragsfrei einschließt. Um mitversichert zu sein, muss der Lebenspartner in der häuslichen Gemeinschaft wohnen und den Erstwohnsitz dort angemeldet haben. Spezielle Rechtsschutztarife für Alleinerziehende ermöglichen es, auch Kinder mit zu versichern.

Tipp: Die jeweilige Lebenskonstellation sollte vor Vertragsabschluss angesprochen werden, damit ein umfassender Schutz besteht. Ändern sich die Lebensumstände, sollte der Versicherer auf diese Veränderung hingewiesen werden, damit der Versicherer eine Anpassung vornehmen kann. Änderungen sollten immer seitens des Versicherers schriftlich fixiert werden. Mündliche Aussagen haben keinen Bestand!

Welche Rechtsschutzversicherung benötigen Selbstständige?

Die Rechtsschutzversicherung unterscheidet zwischen dem privaten und beruflichen Lebensbereich. Für den privaten Bereich benötigen Selbstständige keinen gesonderten Rechtsschutz. Die Privatrechtsschutzversicherung unterscheidet sich im privaten Bereich nicht. Selbstständige, die einen Kompakttarif wählen, sollten darauf achten, dass das Arbeitsrecht vom Versicherungsschutz ausgenommen ist. Selbstständige benötigen für die Absicherung der beruflichen Risiken eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung.

Was bietet die gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung für Selbstständige und Freiberufler zählt zu den gewerblichen Versicherungen. Freiberufler und Selbstständige können den Versicherungsbedarf individuell gestalten, denn eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht nicht. Eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein, wenn die Gefahr von vertraglichen Fragen oder finanzieller Streitigkeiten besteht. In den Leistungsbereich der gewerblichen Rechtsschutzversicherung fallen steuerliche oder vertragliche Angelegenheit oder Auseinandersetzungen mit Lieferanten oder Auftraggebern. Branche, Betriebszweck und Unternehmensgröße bilden die maßgeblichen Kriterien für die Konstellation des Vertrages.

Was ist als Freiberufler bei der Rechtsschutzversicherung zu beachten?

Wichtig ist ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz, der die tatsächlichen Risiken, die sich aus der beruflichen Tätigkeit ergeben vollumfänglich abdeckt. Je nach Bedarf bieten sich Berufsrechtsschutz, Firmenrechtsschutz oder Verkehrsrechtsschutz an. Wichtig ist, dass Freiberufler wissen, dass die private Rechtsschutzversicherung nicht für gewerbliche Fragen greift. Freiberufler, die eigene Mitarbeiter beschäftigen, benötigen eine spezielle Rechtsschutzversicherung, die Konflikte, die aus dem Arbeitsverhältnis entstehen können, abdeckt und die eventuellen Kosten anstehender Gerichtsprozesse übernimmt.
Tipp: Freiberufler können die Beiträge der gewerblichen Rechtsschutzversicherung steuerlich geltend machen. Die Prämien werden als Betriebsausgabe gewertet und reduzieren das zu versteuernde Einkommen. Damit die Rechtsschutzversicherung steuerlich anerkannt wird, muss es sich um eine ausschließlich gewerbliche Rechtsschutzversicherung handeln. Die Arbeits- oder Privatrechtsschutzversicherung ist nicht geltend zu machen.

Nebentätigkeiten: Welcher Rechtsschutz greift?

Viele Angestellte gehen nebenbei einer freiberuflichen Tätigkeit nach. Besteht bereits eine Arbeitsrechtsschutzversicherung, so genießt der Versicherungsnehmer unter Umständen lediglich eingeschränkten Schutz bei nebenberuflichen Tätigkeiten. In der Regel bleibt der Arbeitsrechtsschutz erhalten, wenn das Einkommen, das aus der Nebentätigkeit erwirtschaftet wird, eine definierte Grenze nicht überschreitet. Es ist unerlässlich, die Versicherungsbedingungen genau zu überprüfen, um im Schadensfall richtig abgesichert zu sein.

Was ist eine Versicherung für Firmenrechtsschutz?

Die Firmenrechtsschutz zählt zu den betrieblichen Versicherungen. Grundsätzlich übernimmt die Firmenrechtsschutzversicherung für Kosten aus juristischen Auseinandersetzungen auf, die
durch Inhaber oder Mitarbeiter des Betriebes im Rahmen der Ausübung der beruflichen Tätigkeit verursacht wurden. Die Firmenrechtsschutz übernimmt beispielsweise die Kosten, die durch die juristische Wahrnehmung der Interessen entstehen. Rechtsstreitigkeiten können zum Beispiel mit Vermietern, Lieferanten, Kunden oder Mitarbeitern entstehen. Falls es zu einem gerichtlichen Verfahren kommt, übernimmt die Firmenrechtsschutzversicherung die Kosten, die für den Anwalt sowie das Gericht anfallen. Zeugengelder, mögliche Kautionsleistungen, Gutachter- und Sachverständigenkosten und die eventuell anfallenden Prozeßkosten des Gegners fallen in den Leistungsbereich.

Ausschlusskriterien der Firmenrechtsschutzversicherung

Die Übernahme der Kosten durch eine Firmenrechtsschutzversicherung ist für den Fall des vorsätzlichen Handelns ausgeschlossen. Der Ausschluss bei Vorsatz gilt insbesondere bei Diebstahl oder Betrug. Zwar trägt die Firmenrechtsschutzversicherung die Kosten bis zur Urteilsverkündung. Im Falle einer Verurteilung wegen Vorsatz bei Betrug oder Diebstahl müssen die Kosten an den Versicherer zurückgezahlt werden. Bei grober Fahrlässigkeit kein Ausschlusskriterium vor. Hat der Rechtsstreit seinen Ursprung während der Wartezeit oder vor dem Abschluss der Firmenversicherung, besteht kein Rechtsschutz durch die Firmenversicherung. Versicherer schützen sich berechtigterweise vor Kosten, die bereits vor dem Abschluss der Firmenrechtsschutzversicherung absehbar waren.

Was leistet die Vermieterrechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung für Vermieter deckt rechtliche Streitigkeiten, die direkt mit dem Mietverhältnis zusammenhängen. Im Gegensatz zur Mietrechtsschutzversicherung, die oft Bestandteil der Privatrechtsschutzversicherung ist, muss die Vermieterrechtsschutz als gesondertes Element in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. Die Beträge der Vermieterrechtsschutz setzen sich nach Anzahl der Wohnungseinheiten, den daraus generierten Mieteinnahmen, dem Alter und Beruf des Vermieters zusammen. Es muss in der Regel ein tatsächlicher Rechtsschutzfall vorliegen, damit die Versicherung leistet. Das bedeutet, dass eine vorbeugende Rechtsberatung kein Leistungsgrund ist, obwohl ein Streitfall dadurch vermieden werden könnte. Erst wenn es zu einem mutmaßlichen Rechtsverstoß kommt, liegt ein Versicherungsfall vor. Im Bereich der Vertragskonstellation wird unterschieden zwischen „aktiver“ und „passiver“ Police.

Was unterscheidet eine aktive von einer passiven Police?

Die Vermieterrechtsschutzversicherung unterscheidet zwischen der aktiven und passiven Police. Bei der aktiven Police greift der Versicherungsschutz dann, wenn der Vermieter selbst klagt. Bei der passiven Police hingegen kommt der Versicherungsschutz erst dann zum Tragen, wenn der Vermieter verklagt wird.In der Regel sind die folgenden Rechtsgebiete abgedeckt:

  • Wohnungsrechtsschutz
  • Grundstücksrechtsschutz
  • Schadensersatzrechtsschutz
  • Steuerrechtsschutz
  • OrdnungswidrigkeitenrechtsschutzLeistungen seitens des Versicherers erfolgen nur bis zur festgeschriebenen Deckungssumme. Zu den Leistungen der Vermieterrechtsschutz zählen die Übernahme der Anwaltsgebühren, Sachverständigenkosten, Notarhonorare, Zeugengelder, Gutachterkosten und Kosten der Gegenseite für den Fall, dass diese vom Versicherten zu tragen sind.
    Zu beachten: Üblicherweise werden Kosten für außergerichtliche Privatgutachten nicht übernommen. Deshalb sollten Versicherungsnehmer vor der Anforderung der Gutachten eine Deckungszusage seitens des Versicherers einholen. Nicht abgedeckt sind meistens Rechtsbereiche rund um die Baufinanzierung, Grundstückskauf- und verkauf und Erbrechtsfälle im Zusammenhang mit Wohneigentum. Der Versicherungsschutz beschränkt sich auf Konflikte, in der der Vermieter auftritt. Wird das Wohneigentum durch andere Umstände beschädigt, so werden Kosten der Streitigkeiten nicht übernommen.

Welche Kündigungsfristen gelten bei einer Rechtsschutzversicherung?

Wer eine Rechtsschutzversicherung ordentlich kündigen möchte, ist an die im Vertrag festgeschriebenen Kündigungsfristen gebunden. In den meisten Versicherungspolicen besteht einer dreimonatige Kündigungsfrist zum Ende eines Vierteljahres. Wurde die Versicherung unter der Bedingung einer Mindestlaufzeit von mehreren Jahren abgeschlossen, ist die Kündigung nur zur vereinbarten Laufzeit möglich und kann nur jährlich erfolgen. Ein Versicherungsjahr endet in der Regel einen Tag vor dem Datum des Versicherungsabschlusses. Maßgeblich sind die im Versicherungsvertrag postulierten Fristen, die einzuhalten sind. Erfolgt die Kündigung verspätet, verlängert sich die Laufzeit automatisch.

Was ist eine außerordentliche Kündigung der Rechtsschutzversicherung?

Ein außerordentlicher Kündigungsgrund kann vorliegen, wenn sich durch ein besonderes Ereignis ein „Sonderkündigungsrecht“ ergibt. Versicherungsnehmer können von dem Sonderkündigungsrecht machen, wenn beispielsweise der Beitrag erhöht wird, die Gefahrenumstände sich geändert haben, ein Risiko wegfällt und nach einem Versicherungsfall. Versicherungsnehmer haben das Recht zur außerordentlichen Kündigung immer dann, wenn ein Versicherungsfall eingereicht wurde. Es muss in jedem Fall ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Nicht maßgeblich ist, ob es tatsächlich zu einer Kostenübernahme kommt. Ausgeschlossen sind „fingierte“ Fälle, denn der Rechtsstreit muss tatsächlich vorliegen, was seitens der Versicherer geprüft wird. Das Sonderkündigungsrecht besteht in der Regel für einen Monat ab dem Zeitpunkt, ab dem der Versicherungsnehmer den Versicherer informiert hat. Auch Versicherer können nach einem Leistungsfall die Versicherung kündigen. Oft kündigen Versicherer die Rechtsschutzversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn beispielsweise mehrere Streitfälle anhängig waren und machen dem Versicherten das Angebot, selbst zu kündigen.

Tipp: Kündigt der Versicherer und unterbreitet die Möglichkeit, vor dem Kündigungszeitpunkt selbst zu kündigen, sollte dieses Angebot angenommen werden. Der neue Versicherer fragt in der Regel, ob bereits eine Rechtsschutzversicherung bestanden hat und ob die vorherigen Gesellschaft den Vertrag gekündigt hat. Wurde die Kündigung seitens des Versicherungsnehmers ausgesprochen, so kann sich das positiv auf die Versicherungsprämien auswirken.

Was muss in dem Kündigungsschreiben an die Rechtsschutzversicherung bedingend aufgeführt sein?

Kündigungsschreiben müssen richtig sein, damit sie wirksam sind. Deshalb müssen der vollständige Name, Anschrift, Versicherungsnummer und Kündigungstermin in dem Kündigungsschreiben aufgeführt sein. Zudem muss das Kündigungsschreiben mit dem Datum und der Unterschrift des Versicherungsnehmers versehen sein. Maßgeblich für die Einhaltung der Kündigungsfrist ist der Zugang bei dem Versicherer. Um diesen rechtswirksam nachzuweisen, sollte die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein versendet werden.

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