Private Rentenversicherungen im Vergleich

 In Allgemein

Alle Menschen möchten ihren Lebensabend finanziell sorgenfrei gestalten. Doch mit der gesetzlichen Rente ist das sicherlich nicht zu bewerkstelligen. Schon jetzt steht fest, dass vielen Berufstätigen im Alter die Altersarmut droht. Nur wer sich rechtzeitig für eine vernünftige private Altersvorsorge entscheidet, kann nach dem Berufsleben in finanzieller Sicherheit leben.

 

Ist Altersvorsorge nur etwas für junge Menschen ?

Generell sollte jeder so früh wie möglich mit der Altersvorsorge beginnen. Je früher Geld für den Altersruhestand zurücklegt wird, desto höher ist die spätere Leistung, die im Alter empfangen wird. Doch die Möglichkeit eine kostengünstige und individuell passende Vorsorge zu treffen ist nicht nur auf junge Arbeitnehmer beschränkt. Auch im fortgeschrittenen Alter gibt es eine Reihe von Alternativen, um sich zusätzlich zur gesetzlichen Rente ein finanzielles Polster zuzulegen.

 

Gibt es Unterstützung vom Staat?

Der Staat hat schon lange erkannt, dass die gesetzliche Rente im Alter nicht ausreicht, um den Anforderungen an einen halbwegs geruhsamen Lebensabend zu erfüllen. Dabei gehören nicht nur die Geringverdiener zu denen, die später auf Sozialleistungen angewiesen sind. Mittlerweile zählen auch Durchschnittsverdiener zu den Betroffenen. Um der Entwicklung entgegenzuwirken hat die Bundesregierung die Riester- und Rürup-Rente eingeführt.

 

Was ist unter Riester-Rente zu verstehen?

Mit der Riester-Rente kann jeder, der berufstätig ist, eine staatliche Zulage zur Altersvorsorge erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass inklusive der Förderung rund vier Prozent des Bruttoverdienstes beziehungsweise mindestens 60 Euro im Jahr in die Riester-Rente fließen. Dafür erhält der Riester-Sparer Zulagen, steuerliche Vorteile und eine monatliche Rente in bestimmter Höhe, die lebenslang gezahlt wird.

 

Lohnt sich die Riesterrente auch für Familien mit Kindern?

Mit der sogenannten Riester-Rente unterstützt der Staat vor allem Familien mit Kindern durch das Gewähren bestimmter Zulagen und Steuervorteile. So erhalten Riester-Sparer generell eine staatliche Zulage von 154 Euro im Jahr. Zudem erhalten Eltern für jedes Kind eine Kinderzulage von 185 Euro jährlich. Wurden die Kinder nach dem Jahr 2008 oder später geboren erhöht sich die Zulage sogar auf 300 Euro pro Jahr.

HINWEIS: Aufgrund der Steuervorteile ist die Riester-Rente nicht nur für Familien interessant. Auch für gut Verdienende kann die Riester-Rente eine lohnende Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung sein. So können die Beiträge der Riester-Rente bis zu einer Grenze von 2.100 Euro bei der jährlichen Steuererklärung in Abzug gebracht werden.

Es ist ratsam einen erfahrenen Riester-Experten mit der Ermittlung der erforderlichen Beitragseinzahlungen zu beauftragen. Nur so ist es möglich, den bestmöglichen Profit aus der Riester-Rente zu ziehen.

 

Kann jeder Riester-Sparer werden?

Das Recht auf eine Riester-Förderung ist nur bestimmten Personen vorbehalten. Zu dem Personenkreis gehören:

  • Arbeitnehmer, die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen
  • Beamte
  • rentenversicherungspflichtige Selbständige

Ist in einer ehelichen Gemeinschaft ein Partner zulagenberechtigt, so kann der eigentlich Berechtigte dennoch einen eigenen Riester-Vertrag abschließen.

TIPP: Selbst wer auf den ersten Blick nicht unmittelbar zulagenberechtigt ist, sollte dennoch von einem Experten prüfen lassen, ob nicht doch eine Riester-Förderung möglich ist.

 

Wie kann eine Riester-Förderung beantragt werden?

Die Förderung muss jedes Jahr aufs neue beantragt werden. Mittels eines sogenannten Dauerzulagenantrags kann der jeweilige Anbieter aber auch verpflichtet werden, jedes Jahr pünktlich den Antrag einzureichen. In diesem Fall erfolgt die Förderung jedes Jahr automatisch.

 

Wo muss der Antrag auf Riester-Förderung beantragt werden ?

Der Antrag muss jedes Jahr bei der jeweiligen Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in Berlin form- und fristgerecht eingereicht werden.

 

Gibt es bestimmte Formen der Riester-Rente?

Die staatliche Förderung ist an bestimmte Vorsorgeprodukte gebunden. Durch die Riester-Rente werden vor allem folgende Sparformen unterstützt:

  • Klassische private Rentenversicherung wie zum Beispiel die Lebensversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherungen
  • Fonds bzw.Banksparpläne
  • Betriebliche Altersvorsorge

Mittlerweile ist es auch möglich, Bausparverträge oder auch die Abzahlung von Baufinanzierungen mittels Riester-Rente zu fördern.

 

Staatliche Unterstützung auch bei Arbeitslosigkeit?

Wird ein Arbeitnehmer arbeitslos, ist dieser generell verpflichtet, erst die eigenen Ersparnisse zu verbrauchen. Erst danach hat er einen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Die Riester-Rente beliebt davon jedoch unberührt.

 

Wann kommt es zur Auszahlung der Riester-Rente?

In der Regel wird die Riester-Rente zwischen dem 65 und 67 Lebensjahr ausgezahlt. Wurde der Riester-Vertrag ab dem Jahr 2012 geschlossen kann die Rente schon mit 62 Jahre ausgezahlt werden. Stammt der Vertrag aus der Zeit davor, ist eine Auszahlung schon ab 60 Jahre möglich. Allerdings ist zu beachten, dass bei einem Rentenbeginn, der vor dem Erreichen des Regelalters liegt, die Rente entsprechend reduziert wird.

Soll die Rente schon vor dem 60 Lebensjahr ausgezahlt werden, ist das zwar möglich, hat aber zur Folge, dass alle bis dato erhaltenen Zulagen und Steuererstattungen zurückgezahlt werden müssen. Eine Auszahlung der Riester-Rente vor dem 60 Lebensjahr macht somit in den meisten Fällen wenig Sinn.

 

Gibt es eine staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbständige und Freiberufler?

Für Selbständige und Freiberufler hat die Bundesregierung die sogenannte Rürup-Rente entwickelt. Die Förderung besteht dabei in der Form von gewährten Steuervorteilen. So können Alleinstehende bis zu 23.362 Euro und Verheiratete bis zu 46.724 Euro als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen (Stand 2017). Insgesamt können etwa 84 Prozent der geleisteten Aufwendungen steuerlich als Sonderausgaben deklariert werden. Gleichzeitig kann so, neben den steuerlichen Vergünstigungen, auch etwas für den Altersruhestand zurückgelegt werden.

 

Gibt es eine bestimmte Beitragssumme, die eingezahlt werden muss?

Im Gegensatz zur Riester-Rente ist die Rürup-Förderung bezüglich der Beitragszahlungen ungebunden. Das bedeutet, das jeder Rürup-Sparer soviel an Beiträgen zahlt, wie er gewillt ist zu zahlen, beziehungsweise es seine finanzielle Situation zulässt. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt zurzeit bei 94.200 Euro

Auch für Arbeitnehmer mit sehr gutem Verdienst kann unter Umständen die Rürup-Rente mehr Vorteile bringen als die Riester-Rente. Eine entsprechende Prüfung durch einen Experten sollte hier Klarheit bringen.

 

Welche Formen der Rürup-Rente gibt es?

In Bezug auf die Basisrente wird zwischen der klassischen Rürup-Rente und der fondsgebundenen Rürup-Rente unterschieden.

 

Was ist die klassische Rürup-Rente?

Der Vorteil der klassischen Variante der Rürup-Rente ist, dass bereits bei Abschluss der Verträge bekannt ist, wie hoch die Rente später ausfällt. Diese sogenannte Garantieverzinsung kann zudem durch Überschussbeteiligungen noch erhöht werden. Allerdings sind die Anbieter durch die Garantieverzinsung in ihren Möglichkeiten das Geld gewinnbringend einzusetzen meist gehemmt. Daher halten sich die zu erwartenden Renditen bei der klassischen Rürup-Rente meist in Grenzen.

 

Was sind fondsgebundene Rürup-Renten?

Bei den fondsgebundenen Rürup-Renten sieht es diesbezüglich anders aus. Bei dieser Anlagevariante wird in Fonds investiert, die je nach Tarif der Unternehmen an eine Kapitalgarantie gekoppelt sind. Das bedeutet, dass die bis zum Rentenbeginn eingezahlten Beiträge als lebenslange Rente auf jeden Fall ausgezahlt werden.

Es gibt auch Rürup-Rentenverträge, die keine Kapitalgarantie festlegen. In diesem Fall kann unter Umständen die ausgezahlte Rente nicht den bereits gezahlten Beiträgen entsprechen. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass eine Kapitalgarantie zum verbindlichen Vertragsinhalt gehört.

 

Welche Vorteile bietet die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente bietet folgende Vorteile:

  • Besserverdiener können mit der Rürup-Rente ihre Steuerlast erheblich reduzieren.
  • Das angesparte Kapital ist pfändungssicher
  • Beitragszahlungen sind flexibel
  • Lebenslange Rentenzahlung ist garantiert

 

Gibt es negative Aspekte bei der Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente bietet nicht nur Vorteile. Negative Faktoren sind:

  • Die Rente ist ab Auszahlung steuerpflichtig
  • Die Rürup-Rente kann nicht vererbt werden
  • Eine einmalige Auszahlung der Rente ist auch bei einer Kündigung nicht möglich
  • Eine Kündigung der Basisrente ist generell nicht möglich. Allerdings können die Beitragszahlungen ausgesetzt werden

 

Kann die Basisrente zur Absicherung von Hinterbliebenen verwendet werden?

Die eingezahlten Rürup- Beiträge können nicht vererbt werden. Allerdings können Zusatzvereinbarungen zum Schutz der Hinterbliebenen wie eine Beitragsrückgewähr oder eine Rentengarantiezeit getroffen werden.

 

Was ist eine Beitragsrückgewähr?

Mit der Beitragsrückgewähr wird im Fall, dass der Beitragszahler vor dem Beginn der Rente verstirbt, das eingezahlte Geld an die berechtigten Angehörigen ausgezahlt.

 

Was ist unter einer Rentengarantiezeit zu verstehen?

Wird bei Vertragsschluss eine Rentengarantiezeit vereinbart, beispielsweise für zehn Jahre nach Beginn der Rente, so wird die Rentenzahlung bis zu diesem Zeitpunkt an die Hinterbliebenen gezahlt. Ist die vereinbarte Zeit verstrichen, endet die Rentenzahlung.

TIPP: Vereinbarungen zum Schutz von Hinterbliebenen schmälert immer die spätere Altersrente. Daher ist es ratsam, die Familie durch andere Versicherungen wie zum Beispiel eine Risikolebensversicherung zusätzlich abzusichern.

 

Lohnen sich private Lebensversicherungen oder Rentenversicherung als Altersvorsorge noch?

Früher galten private Lebens-und Rentenversicherungen als sicherste Art der Altersvorsorge. Mit der Finanzkrise und dem dadurch resultierenden niedrigen Zinsniveau in Deutschland hat sich das mittlerweile drastisch geändert. So liegt der Garantiezins bei klassischen Verträgen aktuell nur noch bei 0,9 Prozent. Im letzten Jahr 2016 waren es noch 1,25 Prozent. Aufgrund dieser Zinsentwicklung hat die Lebensversicherung immer mehr an Attraktivität verloren und ist heute als Altersvorsorge nahezu bedeutungslos geworden.

 

Welche Bedeutung hat heute die betriebliche Altersversorgung ?

Vor allem größere Unternehmen unterstützen ihre Angestellten durch Zuschüsse, die in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) eingezahlt werden. Damit unterstützt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer hinsichtlich der finanziellen Versorgung im Rentenalter.

 

Wer hat ein Recht auf eine betriebliche Altersversorgung?

Die betriebliche Altersversorgung ist bei größeren Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Berechtigt ist dabei jeder, der in dem Betrieb tätig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um einen Angestellten, Arbeiter oder Auszubildenden handelt.

Welche Arten von betrieblicher Altersversorgung gibt es?

Es gibt fünf verschiedene Arten von betrieblicher Altersversorgung:

  • Direktversicherung
  • Direktzusage
  • Pensionsfonds
  • Pensionskassen
  • Unterstützungskassen

Die wichtigsten Formen der betrieblichen Altersversorgung sind die Direktversicherung sowie die Direktzusage.

 

Was ist eine Altersversorgung durch Direktversicherung?

Bei der Direktversicherung erfolgt die Altersversorgung durch ein Lebensversicherungsunternehmen. Dabei steht es im Ermessen des Unternehmens, in welcher Höhe er einen Zuschlag zahlen will. In der Regel zahlen die Unternehmen rund 50 Prozent der Einzahlung, die der Arbeitnehmer einzahlt. Da der Arbeitgeber den Zuschlag zur Altersversorgung direkt aus dem Bruttolohn in die Rentenkasse zahlt, ergeben sich zudem erhebliche steuerliche Vorteile.

 

Was ist unter dem Begriff Direktzusage zu verstehen?

Bei der sogenannten Direktzusage bildet das Unternehmen finanzielle Rücklagen, um eine betriebliche Altersversorgung der Betriebsangehörigen zu gewährleisten. Die späteren monatlichen Rentenzahlungen erfolgen dann aus dem Portfolio dieser betrieblichen Rücklagen. Die Direktzusage kommt heute meist nur noch bei sehr großen Unternehmen vor.

handelt es sich bei der Direktversicherung um einen Lebensversicherungsvertrag, der bei einer Versicherungsgesellschaft geschossen wird. Kommt es zum Versicherungsfall, wird die Versicherungssumme dem Arbeitgeber oder, bei entsprechender vertraglichen Vereinbarung, an die Angehörigen ausgezahlt. Ansonsten werden die in die Lebensversicherung eingezahlten Beitragssummen als Rente ausgezahlt.

 

Wie wird die betriebliche Altersversorgung ausgezahlt?

Hat der Arbeitnehmer das vertraglich vereinbarte Rentenalter erreicht, kann er zwischen zwei Auszahlungsmethoden wählen:

  • Monatliche Rentenzahlung
  • Einmalige Kapitalauszahlung

Die Auszahlung der betrieblichen Altersversorgung muss nach dem deutsche Einkommenssteuergesetz als Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit versteuert werden.

 

Kann die betriebliche Altersversorgung gekündigt werden?

Ohne weiteres ist es nicht möglich eine betriebliche Altersversorgung zu kündigen. Allerdings ist es möglich, zumindest für eine gewisse Zeit eine Beitragsfreistellung zu beantragen.

Die betriebliche Altersversorgung ist, insbesondere in der heutigen angespannten Wirtschaftslage, ein wichtiger Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Daher sollte mit ihr auf keinen Fall leichtfertig umgegangen werden.

 

Sind private Geldanlagen als Altersvorsorge zu empfehlen?

Vor allem Selbständige und Freiberufler sorgen für das Alter vor, in dem sie ihr Geld privat anzulegen. Allerdings ist es zurzeit nicht leicht noch wirklich gewinnbringende Investments zu finden. Zinsen sind heutzutage für Investoren fast völlig bedeutungslos geworden. Auch das Spekulieren an der Börse ist aufgrund des hohen Risikos nicht unbedingt für ein finanzielles Polster fürs Alter geeignet.

 

Sichere Altersvorsorge durch Immobilien

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase in Deutschland sind Baufinanzierungen im Moment zu besonders günstigen Konditionen zu haben. Daher entscheiden sich viele Menschen ihre Altersvorsorge mittels sogenanntem Betongeld zu sichern und kaufen sich ein Eigenheim. Immerhin sind Kredite zurzeit sehr günstig und wer Hauseigentümer ist spart zudem die monatlichen Mietkosten. Im Idealfall ist das Haus zu beginn der Rente abbezahlt, was der Höhe der Rente zugute kommt. Eventuell gibt es sogar regelmäßige Mieteinnahmen, mit denen die Rente aufgebessert werden kann. Außerdem kann die Immobilie bei Bedarf auch verkauft werden, um so die Rente finanziell aufzustocken.

Beim Erwerb einer Immobile zur Altersversorgung spielen viele Faktoren eine entscheidende Rolle. So sind unter anderem die Lage des Objekts als auch die Wertentwicklung der Immobile von großer Bedeutung. Bevor eine Immobilie gekauft wird, sollte ein Immobilienfachmann hinzugezogen werden, denn so manche Traumimmobilie hat sich später zum existenzbedrohenden Horrorhaus verwandelt.

 

Wie wichtig ist die Altersversorgung?

Die Altersversorgung ist von elementarer Wichtigkeit. Sie sollte genauestens geplant und unbedingt der jeweiligen Lebenssituation sowie den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Im Internet gibt es kostenlose Möglichkeiten die verschiedenen Variationen der Altersversorgung mit einander zu vergleichen und die jeweiligen Beitrags-und Rentenzahlungen unverbindlich zu berechnen. Im Zweifel ist es ratsam einen Altersversorgungsexperten zu beauftragen.

Recent Posts