Private Kankenversicherung für Studenten im Vergleich – Tarifrechner und Ratgeber

 In Allgemein

Sind Studenten versicherungspflichtig?

Ja, Studenten sind versicherungspflichtig. Ob sie sich für eine gesetzliche, eine private oder eine Familienversicherung entscheiden, ist zweitrangig. Ohne eine Krankenversicherung ist es Studenten nicht möglich, sich einzuschreiben.

Kann man sich als Student von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen?

In manchen Fällen, können sich Menschen in Deutschland von der Versicherungspflicht befreien lassen. Zum Beispiel sind hierbei Menschen betroffen, die mehr als 56.250 Euro brutto im Jahr verdienen. Genauso haben folgende Personen(-gruppen) diese Möglichkeit:

  • Arbeitslose
  • Studenten sowie andere Auszubildende, Praktikanten
  • Rehabilitanden
  • Menschen mit Behinderung
  • Teilzeitbeschäftigte

Wie lange ist die Krankenversicherungspflicht aufgehoben?

Die Krankenversicherungspflicht ist so lange aufgehoben bis ein neuer Beschäftigungsstatus erreicht wurde. Nach dem Antritt des Studiums und gleichzeitiger Beantragung der Befreiung von der Versicherungspflicht ist, ist eine Änderung erst nach dem Studium wieder möglich.

Warum sich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen?

Die Aufhebung der Krankenversicherungspflicht erfüllt bei Studenten nicht den Zweck eines mehrjährigen Verzichts auf eine Krankenversicherung. Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht eröffnet die Möglichkeit, sich für eine Versicherung, die gesetzliche oder private, entscheiden zu können. Es gibt einige Studenten für die es sich lohnt, die Krankenversicherungspflicht aufzuheben, um in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Wann kann die Befreiung der Krankenversicherungspflicht beantragt werden?

Die Krankenversicherungspflicht kann ab dem Zeitpunkt abgetreten werden, sobald sie in Kraft tritt, also zum Anfang des Studiums. Bei Studenten gibt es diesbezüglich die Regelung, dass sie ihren Antrag innerhalb von drei Monaten nach der Immatrikulation stellen können.

Die Befreiung gilt auch noch nach drei Monaten rückwirkend bis zur Immatrikulation. Das gilt nur, wenn wischen dem Beginn der Versicherungspflicht und der Genehmigung der Befreiung aus derselben keine Leistungen der Krankenversicherung genutzt wurden. Sollte dem doch so sein, gilt die Befreiung erst ab dem Zeitpunkt der Genehmigung.

Der Eintritt in die Familienversicherung ist nicht der Beginn der Versicherungspflicht. Trotzdem haben auch familienversicherte Studenten die Möglichkeit, sich von der Krankenversicherungspflicht befreien zu lassen, um in die private Krankenversicherung zu gelangen.

Was hat es mit der Familienversicherung auf sich?

Studenten, deren Eltern beide in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, brauchen sich zu Beginn de Studiums nicht mit der Versicherungsfrage zu beschäftigen. Sie sind bis zu ihrem 25. Lebensjahr, sofern sei bis dahin studieren, familienversichert und müssen nichts bezahlen. Für familienversicherte Studenten lohnt es sich in der Regel nicht, in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

Wann fällt man aus der Familienversicherung?

Studenten, die im Minijob mehr als 450 Euro im Monat verdienen oder bei einer anderen Beschäftigungsart mehr als 425 Euro verdienen, fallen aus der Familienversicherung und müssen sich selbst gesetzlich oder privat versichern. Genauso wenn eine selbstständige Tätigkeit ausgeübt oder wenn mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet wird, greift die Familienversicherung nicht mehr.

Eine Ausnahme bilden Ferienjobs. Während den Semesterferien dürfen Studierende sogar 40 Stunden in der Woche arbeiten, und das maximal drei Monate am Stück. Auch der Lohn darf deutlich höher ausfallen als 425 bzw. 450 Euro im Monat.

Wie funktioniert die Befreiung aus der Krankenversicherungspflicht?

Um sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen, benötigen Studenten ein Formular, welches sie bei der bisherigen Krankenversicherung oder der neuen Versicherungsgesellschaft bekommen. Die Befreiung gilt aber bis zum Ende des Studiums und kann zwischenzeitlich nicht rückgängig gemacht werden.

Ist eine private Krankenversicherung für Studenten generell sinnvoll?

Ob die private Krankenversicherung für Studenten sinnvoll ist, hängt maßgeblich von der Versicherung der Eltern ab und vom Alter des Studenten. Studenten, deren Eltern beide gesetzlich krankenversichert sind, sind automatisch mit familienversichert und müssen bis zum 25. Lebensjahr und solange sie bis dahin studieren nicht zahlen. Anders sieht es bei solchen aus, bei denen ein Elternteil privatversichert ist. Auch lohnt sich die private Krankenversicherung, wenn mindestens ein Elternteil verbeamtet ist.

Warum profitieren Beamtenkinder von der privaten Krankenversicherung?

Studenten, die normalerweise den vollen Beitrag des Studententarifs zahlen müssten, können von der privaten Krankenkasse profitieren, wenn mindestens ein Elternteil verbeamtet ist und somit Beihilfe bekommt. Gesetzlich versichert, müsste der Student den vollen monatlichen Betag bezahlen. Die privaten Krankenkassen haben es aber so eingerichtet, dass die Beihilfe berücksichtigt und dementsprechend ein großer Teil des Monatsbetrags für den Studenten abgezogen wird. Die Beihilfe bei Studenten mit verbeamteten Eltern kann bis zu 80% ausmachen.

Für wen lohnt sich private Krankenversicherung noch?

Ab dem Moment, an dem es kein Kindergeld mehr für den Studenten gibt, also ab dem 26. Lebensjahr, ist der Student nicht mehr familienversichert und muss sich selbst um eine neue Krankenversicherung kümmern. In der Regel gibt es eine Menge Angebote an Studententarifen, die relativ günstig sind und derzeit nur etwa 80 Euro im Monat kosten. Ab dem 31. Lebensjahr bzw. ab dem 15. Fachsemester fällt der Versicherte aus dem Studententarif und muss den vollen Versicherungsbeitrag zahlen. An dieser Stelle kann der Tarif einer privaten Krankenversicherung günstiger ausfallen als ein Tarif der gesetzlichen Krankenkasse.

Kann sich der Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung lohnen?

Im Normalfall ist es einem familienversicherten Studenten zu empfehlen, in der gesetzlichen Versicherung zu bleiben, da diese bis zum 25. Lebensjahr absolut kostenlos ist. Hat die studierende Person aber vor, nach dem Studium in einer PKV versichert zu sein, kann sich der frühe Eintritt vor Studienbeginn lohnen, sofern die finanziellen Mittel da sind. Je früher der Eintritt erfolgt, umso niedriger fällt die monatliche Prämie aus.

Wenn ein angehender Student sicher ist, nach dem Studium eine Beamtenlaufbahn einschlagen zu wollen, ist eine studentische private Krankenversicherung sinnvoll. Nur mit der PKV ist es Verbeamteten möglich, die Beihilfe zur Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen.

Welche allgemeinen Vorteile hat eine private Krankenversicherung gegenüber einer gesetzlichen?

  • Der Studententarif bei privaten Krankenversicherungen ist nicht mit dem 31. Lebensjahr beendet. Studenten, die in einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft Mitglied sind, können bis zu ihrem 34. Lebensjahr vom vergünstigten Studententarif profitieren.
  • Privat versicherte Studenten können sich aussuchen, welcher Arzt sie behandeln soll.
  • Privat Versicherte werden bevorzugt behandelt, bekommen bei einem stationären Aufenthalt eher ein Einzelzimmer als gesetzlich versicherte, und die Wartezeiten reduzieren sich im Durchschnitt.
  • Die Versicherungsleistung erstreckt sich oft auch bis ins Ausland oder sogar weltweit.
  • Eine individuelle Zusammenstellung von Leistungen ist möglich.
  • Des Weiteren können viele Kosten gespart werden:
  • Bei einer guten gesundheitlichen Verfassung des Versicherten, liegt der Betrag sehr niedrig.
  • Für Medikamente muss kaum oder nichts gezahlt werden.
  • Der Leistungsumfang einer privaten Krankenversicherung ist, je nach Tarif, um einiges größer als bei der gesetzlichen Krankenkasse. Es werden häufig auch teure Zahnbehandlungen oder die Behandlung beim Heilpraktiker von der Versicherung bezahlt.
  • Sollten Studenten über das Jahr hinweg keine Leistungen in Anspruch genommen haben, gibt es evtl. Rückerstattungen.
  • Privat versicherte Studenten erhalten eine Rechnung mit allen Kosten für erhaltene Leistungen und Behandlungen.

Welche Nachteile haben privat versicherte Studenten?

  • Jedes Familienmitglied muss separat den monatlich anstehenden Beitrag für die Krankenversicherung bezahlen.
  • Evtl. sind Risikozuschläge zu zahlen, wenn der Student Vorerkrankungen aufweist.
  • Bei einer vorliegenden Krankheitsgeschichte kommt es möglicherweise zum Ausschluss von Leistungen im Tarif.
  • Beiträge müssen auch während der Mutterschafts- und Erziehungszeit und bei Krankheit von über sechs Wochen geleistet werden.
  • Der Wechsel zur privaten Krankenversicherung ist über das ganze Studium bindend.
  • Der Wechsel ist nicht sinnvoll, wenn Familienversicherung greifen würde.
  • Für Arztbehandlungen muss der Student zum Teil selbst aufkommen. Er streckt das Geld zumindest vor bis er die Rückerstattungen bekommt.
  • Es ist bei einer Neuanmeldung bei einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft üblich, drei Monate zu warten bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können.
  • Die Zahnbehandlungen werden im ersten Jahr nur begrenzt von der Versicherung bezahlt.

Müssen gesetzlich versicherte Studenten auf Leistungen verzichten?

Die individuelle Zusammenstellung von Leistungen ist bei der gesetzlichen Krankenkasse nicht möglich. Der Leistungsumfang ist für gewöhnlich auch wesentlich eingeschränkter als bei einem Tarif aus der privaten Krankenversicherung. Allerdings haben Studenten, wie auch andere gesetzlich versicherte Personen, die Möglichkeit, durch Zusatzversicherungen mehr Leistungen zu erhalten.

Die Krankenzusatzversicherung

Krankenzusatzversicherungen gibt es für viele unterschiedliche Bereiche, welche die ambulante und stationäre, sowie die zahnärztliche Behandlung umfassen. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt nur den Grundschutz ab. Die Krankenzusatzversicherung bietet sich daher für Studenten an, die familienversichert sind oder einen Studententarif von der gesetzlichen Krankenkasse aufgenommen haben.

Welche Krankenzusatzversicherungen gibt es?

Zu den am meisten genutzten Krankenzusatzversicherungen gehören:

  • die Zahnzusatzversicherung
  • die Brillenversicherung
  • die Krankenhauszusatzversicherung
  • das Krankenhaustagegeld
  • die ambulante Krankenhauszusatzversicherung
  • Auslandkrankenversicherung

Welche Zusatzversicherung ist gesetzlich versicherten Studenten besonders anzuraten?

Da vor allem die Leistungen bezüglich der Zahnbehandlungen bei den Krankenkassen gekürzt wurden, lohnt sich die Zahnzusatzversicherung ganz besonders. Es gibt teilweise große Unterscheide zwischen den einzlenen Anbieter und Tarifen. Folgende Kosten können z. B. übernommen werden:

  • Zahnersatz in Form von Implantaten und Inlays
  • Zahnfüllungen aus Keramik oder Kunststoff
  • Kariesprophylaxe
  • Knochenaufbau
  • Behandlung von Parodontose
  • Kieferorthopädische Behandlungen
  • Professionelle Zahnreinigung mit Zahnversiegelung

BAföG und die studentische Krankenversicherung

Studenten, die einen Studententarif haben und monatlich einen Beitrag an die Krankenkasse zahlen müssen, werden bezuschusst, wenn sie BAföG berechtigt sind und diese Förderung erhalten.

Den Zuschuss für die Krankenversicherung gibt es nicht automatisch mit dem BAföG. Neben dem BAföG selbst muss ein weiterer, dafür vorgesehener, Antrag ausgefüllt und abgegeben werden.

Gibt es Nachteile beim BAföG, wenn man als Student privat versichert ist?

Studenten in der privaten Krankenversicherung müssen nicht befürchten, hinsichtlich des BAföGs benachteiligt zu werden. Privat versicherte Studenten bekommen einen Zuschuss von 71 Euro für die Krankenversicherung und zusätzlich 15 Euro für die Pflegeversicherung. Das ergeben insgesamt 86 Euro, die als Zuschuss beim BAföG zusammenkommen.

Ist der Wechsel von der privaten in gesetzlichen Krankenversicherung während des Studiums möglich?

Sobald sich ein Student für die gesetzliche oder private Krankenversicherung entschieden hat, kann er dies während dem Studium nicht rückgängig machen.

Eine Ausnahme bildet die studienfreie Zeit. Am ehesten bietet sich der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzlich nach dem Bachelor-Abschluss an, wenn die Zeit zum Master überbrückt werden muss. Es ist aber notwendig, dass die studienfreie Zet über einen Monat lang anhält.

Eine andere Möglichkeit stellt natürlich die Exmatrikulation dar. Wenn ein Student sich dazu entschlossen hat, den Studiengang zu wechseln, kann er die Chance an dieser Stelle ergreifen und von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche wechseln.

Was passiert nach dem Studium mit der gesetzlichen Krankenversicherung?

Wer während des Studiums gesetzlich versichert war und danach als Arbeitnehmer eine Beschäftigung findet, kann und sollte weiterhin gesetzlich versichert bleiben. Sollte sich ein gesetzlich versicherter Student nach dem Studium selbstständig machen, kann er ebenso wählen, ob er in die gesetzliche oder private Krankenversicherung möchte. Es ist sehr ratsam, in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben. Dies ist zumindest so lange sinnvoll, bis über mehrere Monate oder Jahre hinweg ein sehr gutes Einkommen erzielt wird. Dann erst sollte der Absolvent und Gründer, wenn es sein Wunsch ist, in die PKV wechseln.

Welche Möglichkeiten haben privat versicherte Studenten nach dem Studium?

Wenn ein Student in der privaten Krankenversicherung war, kann er sich auch zwischen der privaten un der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden. Das ist auch dann der Fall, wenn das Einkommen über 57.600 Euro im Jahr beträgt. In den meisten Fällen empfiehlt es sich für solche Absolventen zunächst in die GKV zu wechseln. Anders als der gesetzlich versicherte Student kann sich ein privat versicherter, der sich nach dem Studium selbstständig macht, nicht zwischen der GKV und der PKV entscheiden. Dieser muss bei der privaten Krankenversicherung bleiben.

Kann bei einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen privaten Versicherungsgesellschaft gewechselt werden?

Ein Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen ist privat versicherten Studenten nach dem Studium selbstverständlich möglich. Wann der Wechsel schließlich erfolgt ist dem Absolventen freigestellt. Es lohnt sich jedoch früher als später den Versicherungswechsel vorzunehmen, da wenig später Kündigungsfristen eingehalten werden müssen, die Beiträge mit dem Alter höher angesetzt werden und die Gesundheit langsam nachlassen wird, was wiederum zu Risikozuschlägen führen kann.

Lohnt sich ein Tarifwechsel bei der privaten Krankenversicherung?

Gerade Studenten, die sich nach dem Studium selbstständig machen, haben oft den Impuls, in einen günstigeren Tarif bzw. in den Basistarif zu wechseln. Letzterer deckt wie die gesetzliche Krankenversicherung nur den Grundschutz ab. Der Wechsel zu einem so eingeschränkten Tarif zahlt sich jedoch nicht aus, denn die Prämien steigen mit dem Alter unverhältnismäßig an. Ein späterer Wechsel in einen umfangreicheren Tarif würde dem Versicherten einen noch höheren monatlichen Beitrag abverlangen. Zusätzlich kämen vielleicht noch Risikozuschläge hinzu, denn bei jedem Wechsel wird eine Gesundheitsprüfung beim Antragsteller durchgeführt.

Was passiert bei anschließender Arbeitslosigkeit?

Nach dem Studium kommt es häufiger vor, dass Studenten erstmal keine Arbeit finden, also arbeitslos sind. Solche die während dem Studium privat versichert waren, bleibt nichts anderes übrig, als in den Basistarif der PKV zu wechseln. Zur GKV zu wechseln ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich, da privat versicherte Studenten direkt nach dem Abschluss einer Hochschule noch kein vergangenes Angestelltenverhältnis aufweisen können. Das ist auch der Grund, weshalb sie nicht berechtigt sind, Arbeitslosengeld I zu beziehen.

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