Pflegezusatzversicherungen im Vergleich

 In Versicherungen

Wir werden immer älter. Auf der einen Seite mit Sicherheit ein sehr schöner Aspekt, da dies belegt, dass wir in einer sicheren und vor allen Dingen weit entwickelten Zeit leben, in der Hunger und Krankheit sehr gut bekämpft werden kann. Auf jeden Fall in unseren Breitengranden.

Auf der anderen Seite bringt die permanent steigende Lebenswertung in den Industriestaaten auch Probleme mit sich. Denn wenn die Menschen immer älter werden, bedürfen Sie auch einer umfassenderen Pflege und Betreuung im Alter. Eine Aufgabe, die immer mehr Pflegedienste und Altenheime übernehmen, da die Familien nicht mehr so eng zusammenleben und die unterschiedlichen Generationen sich daher auch nicht mehr so intensiv umeinander kümmern.

In Deutschland gibt es daher die Pflegeversicherung, welche die Kosten für eine Pflege und Betreuung im Alter etwas auffangen soll. Doch leider ist es so, dass die staatlichen Gelder nicht ausreichen, um alle Kosten zu decken. Eine Pflegezusatzversicherung muss daher her, um einen umfassenden Service gewähren zu können.

 

Was ist eine Pflegezusatzversicherung?

Eine Pflegezusatzversicherung ist eine private Ergänzung zur stattlichen Pflegeversicherung. Sie soll die finanziellen Lücken schließen, die im Pflegefall auftreten können. Angeboten wird sie in drei unterschiedlichen Varianten.

 

Wer benötigt eine Pflegezusatzversicherung?

Eine Pflegezusatzversicherung sollten Sie immer dann ins Auge fassen, wenn Sie im Alter oder im Pflegefall finanziell abgesichert sein wollen. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind stark begrenzt, orientieren sich am Pflegegrad und ermöglichen keine komplette Absicherung. Daher entstehen Finanzierungslücken, die sich bereits im Vorfeld recht gut errechnen lassen und sich schnell zu großen Summen aufaddieren.

 

Warum ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

In der Regel kann die Finanzierungslücke schon in jungen Jahren berechnet werden. Eine umfassende Pflege in einem entsprechenden Heim oder auch zu Hause kann zwischen 3.000 und 5.000 Euro pro Monat kosten. Die staatliche Pflegeversicherung zahlt im Schnitt aber nur die Hälfte der Kosten. Der Rest muss vom Betroffenen aufgebracht werden.

Kann dieser die Differenz nicht zahlen, weil beispielsweise die Rente nicht ausreicht oder keine Ersparnisse vorliegen, wird sich zuerst an die Angehörigen gewandt, die zahlen sollen. Reicht dies nicht aus, springt das Sozialamt ein. Die Unterbringung und Pflege erfolgt dann jedoch auch zu deren Konditionen.

Wenn Sie dies vermeiden wollen und selbstbestimmt dem Alter entgegentreten wollen, dann sollten Sie sich für eine Pflegezusatzversicherung entscheiden. Sie bringt Ihnen nicht nur finanzielle Freiraum, sondern auch die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie Ihre Pflege irgendwann einmal aussehen kann.

Beraten Sie sich mit Ihren Angehörigen und betrachten Sie nicht nur Ihre Ist-Situation, sondern erlauben Sie sich auch einen Blick in die Zukunft. Dies hilft bei der Planung und der Frage, ob eine Pflegezusatzversicherung für Sie empfehlenswert ist.

 

Welche Varianten werden angeboten?

Insgesamt werden drei verschiedene Varianten der Pflegezusatzversicherung angeboten. Keine dieser Varianten hebt sich deutlich ab und jede bringt Vor- wie auch Nachteile mit sich. Im Prinzip können Sie auswählen, ob Sie im Pflegefall zu Hause wohnen bleiben wollen, ob Sie die Unterstützung der Profis und in einer entsprechenden Unterkunft wünschen oder ob Sie so lange wie nur möglich selbständig agieren wollen.

Aus diesen drei Varianten heraus werden dann die benötigten Leistungen und die entsprechenden Beiträge berechnet. Wir empfehlen Ihnen, immer davon auszugehen, dass Sie nicht alleine zu Hause bleiben können. Sie bekommen so die höchsten Leistungen ausgezahlt, auch wenn Sie diese vielleicht gar nicht komplett benötigen. So ist es Ihnen möglich, selbstbestimmt zu leben und gleichzeitig eine optimale finanzielle Absicherung zu haben.

 

Wie wird die Pflegezusatzversicherung abgeschlossen?

Der Abschluss kann bequem über das Internet oder aber auch bei einem Makler vor Ort erfolgen. Wir empfehlen immer den Abschluss per Internet, da die Auswahl deutlich größer ist und Sie die Möglichkeit haben, verschiedene Angebote in Ruhe miteinander zu vergleichen.

Wenden Sie sich hingegen an einen Makler, der im ungünstigsten Falle nur für eine Versicherungsgesellschaft tätig ist, wird dieser Ihnen auch nur ein Angebot unterbreiten können und der Vergleich fehlt.

Tipp: Sie müssen keine Bedenken haben, dass Ihnen im Internet keine Beratung zu diesem Thema und zu den verschiedenen Angeboten geboten wird. Ganz im Gegenteil.

 

In welchem Alter sollte sie abgeschlossen werden?

Je früher desto besser – so die klare Antwort auf diese Frage. Denn das Alter des Versicherten spielt beim Abschluss der Versicherung eine sehr große Rolle. Nämlich in Bezug auf die Beiträge Sie entrichten müssen.

Je früher Sie die Versicherung abschließen, umso geringer die monatlichen Beiträge. Würden Sie die Versicherung erst sehr spät abschließen, könnten Sie die Beiträge zwar immer noch gering halten, würden aber auch entsprechend weniger Leistungen im Pflegefall in Anspruch nehmen können.

 

Müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden?

Es gibt Versicherungsgesellschaften, die bestehen auf die Beantwortung von Gesundheitsfragen. Andere hingegen nicht. Wenn Sie solche Fragen umgehen wollen, sollten Sie bei der Auswahl des passenden Anbieters genau aufpassen.

Meist versteckt sich der Hinweis auf die Gesundheitsfragen im Kleingedruckten. Schauen Sie daher genau und entscheiden Sie, welcher Weg für Sie in Frage kommt.

Sollten Sie gesundheitlich betrachtet bereits sehr stark angeschlagen sein und eine Pflegebedürftigkeit in naher Zukunft erwartet werden, hat die Versicherung das Recht, Sie als Versicherungsnehmer abzulehnen. In einem solchen Fall müssen Sie sich nach einem Anbieter umschauen, der ohne Gesundheitsfragen Ihren Versicherungsantrag entgegen nimmt.

Sind Sie beim Abschluss der Versicherung gesund, müssen Sie auch keine Angst vor möglichen Gesundheitsfragen haben. Entscheiden Sie sich in solch einem Fall immer für das beste Angebot, unabhängig einer entsprechenden Klausel. Meist sind die Angebote mit Klausel nämlich lukrativer für die Versicherten.

 

Lohnt ein Vergleich?

Auf jeden Fall. Ein Vergleich lohnt bei jeder Versicherung. Bei dieser Versicherungsart jedoch besonders, weil Sie mitunter über einen langen Zeitraum in die Versicherung einzahlen und dadurch viel Geld in die Hand nehmen müssen.

Wir empfehlen, den Vergleich immer mit Hilfe von einem Vergleichsrechner durchzuführen. Einen solchen finden Sie hier direkt bei uns. Sie müssen dafür lediglich einige wenige Daten eingeben, um erste aussagekräftige Ergebnisse erhalten zu können.

Alle Angaben sind anonym und werden nicht weiterverarbeitet. Ihre genauen personenbezogenen Daten geben Sie erst dann an, wenn Sie mit der von Ihnen ausgewählten Versicherung in Kontakt treten und sich ein festes Angebot erstellen lassen.

 

Welche Leistungen werden angeboten?

Die Leistungen orientieren sich stets an dem von Ihnen abgeschlossenen Tarif. Es handelt sich dabei um Geldleistungen, die je nach Pflegegrad gewährt werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob die kompletten Leistungen auch wirklich benötigt werden. Sie werden an den Versicherten ausgezahlt und können dann nach Belieben zum Einsatz gebracht werden.

Zu beachten wäre, dass die Leistungen immer mit Hilfe des Pflegegrades abgerufen werden müssen. Eine pauschale Angabe, dass Pflegebedürftigkeit besteht, reicht somit nicht aus.

 

Welche Beiträge werden erhoben?

Die Beiträge werden in unterschiedlicher Höhe erhoben und orientieren sich an Ihrem Eintrittsalter sowie an der Absicherung, die Sie im Pflegefall wünschen. Sie können somit selbst direkten Einfluss auf die Höhe der Beiträge nehmen.

Die meisten Anbieter dieser Versicherungsvariante halten verschiedene Tarife bereit.

 

Was muss beachtet werden?

Der Abschluss dieser Versicherung ist recht schnell erledigt. Lassen Sie sich von dieser Einfachheit jedoch nicht blenden, sondern prüfen Sie im Vorfeld genau, bei welcher Versicherungsgesellschaft Sie welchen Tarif abschließen. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte:

  • ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • transparente Angaben zu den Leistungen
  • möglichst keine Gesundheitsfragen
  • keine Dynamik (kein automatisches Ansteige der Beiträge)
  • die Angabe einer Vertrauensperson, die in Ihrem Namen die Leistungen abrufen kann, falls Sie dazu nicht in der Lage sind

 

Ist die Pflegezusatzversicherung eine Pflichtversicherung?

Nein. Sie ist eine private Versicherung, die Sie ganz individuell und auf eigenen Wunsch hin abschließen können. Das unterscheidet sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung, in die wir alle einzahlen und von der auch jeder profitieren kann.

Sie können daher frei entscheiden, ob Sie eine Pflegezusatzversicherung abschließen wollen und in welchem Umfang dies stattfinden soll. Sie entscheiden frei, welche Beiträge Sie zahlen wollen und welche Leistungen am Ende daraus resultieren.

 

Wird sie auf staatliche Leistungen angerechnet?

Die private Pflegezusatzversicherung wird auf staatliche Leistungen angerechnet. Sollten Sie Hartz IV beziehen, weil Ihre Rente so niedrig ist oder Wohngeld erhalten, würden solche Leistungen bei der Inanspruchnahme der Versicherung immer gegengerechnet.

Das bedeutet, dass beispielsweise das Wohngeld gekürzt oder das Harzt IV reduziert wird, sollte es zu einer monatlichen Auszahlung des Pflegegeldes kommen. Dies sollten Sie unbedingt in Ihren Vorüberlegungen beachten und Ihre Entscheidung entsprechend ausrichten.

Sollte dem so sein, dass Sie sowieso Anspruch auf staatliche Leistungen haben, sollten Sie sehr genau überlegen, ob Sie in die Versicherung investieren wollen. Diese würde sich im Bedarfsfall nämlich erst dann lohnen, wenn die Leistungen der Versicherung deutlich über den Leistungen der staatlichen Stellen liegen würde. Und dafür müssen Sie wahrscheinlich hohe Beiträge in Kauf nehmen.

 

Handelt es sich um eine kapitalbildende Versicherung?

Eigentlich nicht. Das bedeutet, dass die angesparten Beiträge nicht wieder ausgezahlt werden, wenn Sie die Versicherung nicht in Anspruch nehmen. Sie würden verfallen, so wie es auch bei Risikolebensversicherungen oder ähnlichen Versicherungsmodellen der Fall ist.

Jedoch gibt es einige Versicherungsgesellschaften, die auch eine teilweise Rückerstattung der Beträge anbieten. Dabei müssen Sie jedoch bedenken, dass die Beiträge deutlich höher ausfallen und nicht die komplette Einzahlung zurückerstattet wird. Zudem erlischt der Versicherungsschutz bei einer Rückzahlung.

Tipp: Aktuell sind in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Tendenz steigend. Die Möglichkeit, dass Sie die Versicherung nicht in Anspruch nehmen, ist daher sehr gering.

 

Was sagt Stiftung Warentest zur Pflegezusatzversicherung?

Die Meinung von unabhängigen Testern ist vielen Verbrauchern wichtig. Daher möchten wir Ihnen diese auch nicht vorenthalten.

Stiftung Warentest hat unlängst einige Tests im Bereich der Pflegezusatzversicherungen durchgeführt und ist zu folgendem Urteil gekommen:

Eine Pflegezusatzversicherung sorgt dafür, dass im Pflegefall keine finanziellen Engpässe entstehen, die zu einer Unterversorgung oder zu einem Heranziehen der eigenen Familie führen. Ein würdevoller Lebensabend kann somit abgesichert werden.

Vor dem Abschluss einer entsprechenden Versicherung sollte jedoch immer ein Vergleich durchgeführt werden. Zudem ist es ratsam, die Versicherung nicht zu spät abzuschließen, da die Beiträge mit steigendem Alter und immer schlechter werdender Gesundheit rasant ansteigen.

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