Pflegeversicherungen im Vergleich

 In Versicherungen

Im Alter sind immer mehr Menschen auf professionelle Unterstützung angewiesen. Allerdings reicht die im Jahr 1995 eingeführte gesetzliche Pflegepflichtversicherung bei weitem nicht aus, um eine volle Kostendeckung im Alter zu gewährleisten. Daher müssen die die Pflegebedürftigen einen wesentlichen Teil der Pflegekosten aus eigener Tasche bestreiten. Es sei denn, es wurde eine zusätzliche private Pflegeversicherung abgeschlossen.

 

Welchen Vorteil bringt eine private Pflegeversicherung ?

Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht nur aus, um den wichtigsten Teil der erforderlichen Pflegemaßnahmen zu finanzieren. Dadurch entsteht für den Pflegebedürftigen eine finanzielle Differenz, die schnell mehre Hundert Euro im Monat ausmachen kann. Durch eine entsprechende private Pflegeversicherung kann der Differenzbetrag allerdings vollständig gedeckt werden. Das bedeutet, die private Pflege-Zusatzversicherung deckt alle Kosten, die die gesetzliche Versicherung nicht oder nur zum Teil übernimmt.

 

Wer kommt für die zusätzlichen Kosten auf, wenn es keine private Zusatzversicherung gibt ?

Viele Menschen sind im Alter finanziell nicht in der Lage den Eigenanteil der Pflegekosten zu bezahlen. Sind alle Ersparnisse und verwertbaren Werte aufgebraucht, können auch die Angehörigen wie zum Beispiel die Kinder des Pflegebedürftigen zur Zahlung herangezogen werden.

HINWEIS: Der Abschluss einer privaten Zusatz-Pflegeversicherung dient nicht nur der eigene Altersvorsorge, sondern ist zugleich auch die Absicherung der Angehörigen vor eventuellen Unterhaltszahlungen ab.

 

Welche Arten von Pflege-Zusatzversicherungen gibt es?

Bei der Pflege-Zusatzversicherung kann zwischen drei Alternativen gewählt werden:

1. Pflegekosten-Versicherung
2. Pflege-Rentenversicherung
3. Pflegetagegeld-Versicherung

 

Was ist eine Pflegekosten-Versicherung?

Bei der Pflegekosten-Versicherung handelt es sich im Prinzip um eine Ergänzungsversicherung. Das bedeutet, mit der Pflegekosten-Zusatzversicherung wird die gesetzliche Pflegepflicht-Versicherung um einen bestimmten Prozentsatz finanziell aufgestockt.

 

An welchen Kosten beteiligt sich die Pflegekosten-Versicherung?

Grundsätzlich kann sich die Pflegekosten-Versicherung nur an Pflegeleistungen beteiligen, die auch von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden.

 

Kann der Pflegebedürftige über das Geld frei verfügen?

Über das Geld kann der Pflegebedürftige nicht frei verfügen, da es an den Leistungskatalog der gesetzlichen Pflegeversicherung gebunden ist. Die Pflegekosten-Versicherung unterstützt finanziell nur professionelle Pflegedienstleistungen.

HINWEIS: Übernehmen Angehörige die Pflege, so können die diesbezüglichen Kosten nicht von dem Geld der Pflegekosten-Versicherung bezahlt werden. Hier empfiehlt sich der Abschluss einer Pflegetagegeld-Versicherung.

 

Was leistet eine Pflegetagegeld-Versicherung ?

Die Pflegetagegeld-Versicherung ist vor allem für eine privat organisierte Pflege konzipiert. Dabei wird, je nach Tarif, täglich ein bestimmter Betrag für die häusliche oder stationäre Pflege zur Verfügung gestellt.

 

Ist die Zahlung abhängig vom Leistungskatalog der gesetzlichen Versicherung?

Das Geld von der Pflegetagesgeld-Versicherung steht dem Pflegebedürftigen zur freien Verfügung. Ein Nachweis, wofür das Geld verwendet wird braucht nicht erbracht zu werden, um das Geld ausgezahlt zu bekommen. Allerdings wird vorausgesetzt, dass die tatsächliche Pflegebedürftigkeit nachweislich feststeht.

 

Was ist eine Pflege-Rentenversicherung ?

Wie bei der Pflegetagegeld-Versicherung kann der Pflegebedürftige auch bei der Pflege-Rente frei über das Geld verfügen. Dabei ist es unerheblich, ob das Geld für die Pflege im häuslichen oder stationären Bereich ausgegeben wird. Wichtig ist nur, dass eine tatsächliche Pflegebedürftigkeit nachgewiesen wird.

 

Wann kommt die Pflege-Rentenversicherung zur Auszahlung ?

In dem Moment, wo die Pflegebedürftigkeit nachgewiesen wird, beginnt der Versicherer mit der Auszahlung der monatlichen Rente. Die Zahlung der Rente erfolgt bis zum Lebensende des Pflegebedürftigen. Eine Weitervererbung an Angehörige oder Hinterbliebene ist gesetzlich nicht erlaubt.

 

Gib es eine Unterstützung vom Staat ?

Pflegebedürftige erhalten durch den sogenannten „Pflege-Bahr-Zusatzschutz“ eine staatliche Förderung. Dabei bezieht sich die Fördermaßnahme nur auf die private Pflegetagegeld-Versicherung.

 

Wer erhält die „Pflege-Bahr-Förderung“ ?

Die Pflege-Bahr -Förderung“ steht grundsätzlich jedem zu. Kein Versicherer darf die Förderung verwehren. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht erforderlich.

 

An welche Voraussetzungen ist die staatliche Förderung gebunden?

„Pflege-Bahr“ ist an bestimmte Kriterien gebunden. So muss ein Versicherter, der den Status des Pflegegrades 5 erfüllt, mindestens ein monatliches Pflegegeld von 600 Euro erhalten. Bei den Pflegegraden 1 bis 4 sind die Leistungen hingegen gestaffelt. Wichtig ist, dass hinsichtlich der geförderten Tarife zumindest 10, 20, 30 oder 40 Prozent der gesamten Versicherungssumme ausmachen.

 

Was erhält der Versicherte durch die staatliche Förderung ?

Sind alle Voraussetzungen für eine staatliche Förderung erfüllt, werden monatlich fünf Euro ausgezahlt. Allerdings kommt es nur dann zur Auszahlung, sofern der Versicherte mindestens 10 Euro selbst eingezahlt hat.
Die „Pflege-Bahr-Förderung“ wird automatisch vom Versicherer beantragt. Der Versicherte muss sich diesbezüglich um nichts kümmern.

HINWEIS: Auch mit der Unterstützung des „Pflege-Bahr“ reicht das Tagegeld im Pflegefall keineswegs aus. Er kann aber als weiterer Baustein gewertet werden, der bei der Schließung der Finanzlücke im Alter eine wertvolle Hilfe ist.

TIPP: Viele Versicherer bieten hinsichtlich der Pflege-Bahr-Förderung effiziente Kombi-Tarife an, die sowohl aus geförderten sowie nicht geförderte Elemente enthalten.

 

Muss die Pflegebedürftigkeit immer nachgewiesen werden?

Wer eine private Pflegezusatzversicherung erhalten will, muss als Leistungsempfänger die Pflegebedürftigkeit nachweisen. Dabei können die Pflegegrade der gesetzlichen Pflegeversicherung als Orientierungshilfe herangezogen werden.

 

Wer stellt die Pflegebedürftigkeit fest?

Die Gesundheitsprüfung wird durch den sogenannten „Medizinischen Dienst der Krankenkassen“ vorgenommen. Weitere Nachweise oder Untersuchungen sind in der Regel zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit nicht erforderlich.

TIPP: Bei Vertragsschluss sollte darauf geachtet werden, dass der Versicherer auf die Durchführung eigener Gesundheitsprüfungen verzichtet.

 

Welche Kriterien bestimmen die Pflegebedürftigkeit ?

Wer als Pflegebedürftig anzusehen ist bestimmt sich nach dem Sozialgesetzbuch. Demnach ist ein Mensch pflegebedürftig, sofern er wegen einer geistigen beziehungsweise seelischen Krankheit oder Behinderung für mindesten sechs Monate nicht in der Lage ist alltägliche Dinge ohne fremde Hilfe zu bewältigen. Die Pflegebedürftigkeit ist in fünf Pflegegrade eingeteilt.

 

Welche Rolle spielen die Pflegegrade für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit ?

Seit Januar 2017 haben sich die Kriterien der Pflegebedürftigkeit geändert. Entscheidend ist nun mehr unter anderem, in wie fern beziehungsweise in welchem Umfang der Pflegebedürftige tatsächlich fremde Hilfe benötigt.

 

Was hat sich 2017 bezüglich der Pflegebedürftigkeit geändert ?

Während es früher nur drei Pflegegrade gab, sind es seit Januar 2017 fünf Pflegegrade. Die wohl wichtigste Änderung, die die Novellierung des Pflegestärkengesetzes bewirkt hat, ist die Aufnahme demenzkranker Menschen in die Pflegesystematik.

 

Welche Folgen hat die Pflegereform 2017 für die Versicherer?

Bei den meisten Zusatzverträgen werden die Tarife nach den Einstufungen der Pflegebedürftigkeit und somit nach den Pflegegraden berechnet. Daher haben die meisten Versicherer bereits die Verträge entsprechend der neuen Richtlinien angepasst.

 

Wie kann gewährleistet werden, dass der Versicherungsschutz nicht reduziert wird ?

Die Umstellung der Verträge durch die Versicherer wird von einem unabhängigen Treuhänder überwacht. Erst wenn dieser der Umstellung in dieser Form zustimmt, sind die Vertragsanpassungen für die Versicherten wirksam.

 

Welche Auswirkungen hat die Reform hinsichtlich der privaten Pflegezusatzversicherungen ?

Die Auswirkungen, die die Reform 2017 bezüglich der Pflegezusatzversicherungen bewirkt hängt im wesentlichen von der Art der Versicherung ab.
Folgende Zusatzversicherungen sind von der Reform betroffen:

Die Pflegetagegeld-Versicherung

Auch wenn das Pflegetagegeld in einem festen Betrag ausgezahlt wird, erfolgt die Umrechnung auf die neuen Pflegegrade prozentual.

 

Die Pflegekosten-Versicherung

Bei der Pflegekosten-Versicherung wird die Versicherungsleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung auch weiterhin nach dem bei Vertragsschluss vereinbarten Prozentsatz angehoben. Steigt die Leistung der entsprechenden Pflegeklasse, wirkt sich das automatisch auch positiv auf den Zuschuss aus.

Während es früher mit der Garantieverzinsung gute Renditemöglichkeiten gab, eine Überschussbeteiligung von 3 bis 4 Prozent war üblich, hat die Finanzkrise die Zinserträge heute drastisch nach unten geschraubt. So liegt der Garantiezins im Jahr 2017 nur noch bei 0,75 Prozent. Daher verliert die klassische Lebensversicherung zurzeit als Altersvorsorge an Beliebtheit.

Die Pflege-Rentenversicherung

Bei der Pflege-Rentenversicherung ändert sich eigentlich nichts. Die Pflegerente wird genauso gezahlt wie vor der Reform. Die Änderung der Pflegegrade hat daher keine Auswirkung auf die Pflege-Renten.

 

Können sich durch die Reform auch die Konditionen der Verträge ändern ?

Alle Versicherer sind verpflichtet, ihre Verträge entsprechend der Reform 2017 anzupassen. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Versicherungsschutz zu Ungunsten des Versicherungsnehmers ändern darf. Viel mehr sind die Versicherer aufgefordert die Umstellung der Verträge so vorzunehmen, dass der Versicherungsschutz nicht geringer ist als vor der Reform.

Während es früher mit der Garantieverzinsung gute Renditemöglichkeiten gab, eine Überschussbeteiligung von 3 bis 4 Prozent war üblich, hat die Finanzkrise die Zinserträge heute drastisch nach unten geschraubt. So liegt der Garantiezins im Jahr 2017 nur noch bei 0,75 Prozent. Daher verliert die klassische Lebensversicherung zurzeit als Altersvorsorge mit guten Renditechancen zunehmend an Attraktivität. Immer mehr Versicherte gehen daher dazu über ihre Lebensversicherung zu verkaufen oder zu kündigen.

immer mehr Menschen auf professionelle Unterstützung angewiesen. Allerdings reicht die im Jahr 1995 eingeführte gesetzliche Pflegepflichtversicherung bei weitem nicht aus, um eine volle Kostendeckung im Alter zu gewährleisten. Daher müssen die die Pflegebedürftigen einen wesentlichen Teil der Pflegekosten aus eigener Tasche bestreiten. Es sei denn, es wurde eine zusätzliche private Pflegeversicherung abgeschlossen.

 

Welchen Vorteil bringt eine private Pflegeversicherung ?

Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht nur aus, um den wichtigsten Teil der erforderlichen Pflegemaßnahmen zu finanzieren. Dadurch entsteht für den Pflegebedürftigen eine finanzielle Differenz, die schnell mehre Hundert Euro ausmachen kann. Durch eine entsprechende private Pflegeversicherung kann der Differenzbetrag allerdings vollständig gedeckt werden.

Wichtig ist, die verschiedenen Anbieter mittels eines kostenlosen Online-Vergleichsportals zu vergleichen. Immerhin gibt es Versicherer, die teilweise zehnmal höhere Versicherungsbeiträge verlangen als dies bei günstigen Anbietern der Fall ist.

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