Pauschalreisen buchen – Die besten Angebote im Vergleich

 In Allgemein

Was sind Pauschalreisen?

Als der englische Prediger Thomas Cook im Juli 1841 die erste Pauschalreise der Geschichte durchführte, konnte er nicht ahnen, wie erfolgreich sich sein Konzept durchsetzen würde. Auch wenn Individualreisen immer wieder im Trend liegen, setzt die Mehrheit der reisefreudigen Deutschen noch immer auf Pauschalreisen. Insbesondere im Ausland wählen die Bundesbürger die beliebten Reisepakete, um unschönen (und teuren) Überraschungen vorzubeugen. Noch weiter gehen Reisende mit Zielen wie Ägypten, Türkei, Mexiko oder der Dominikanischen Republik – hier bucht die große Mehrheit Umfragen zufolge einen All-inklusive-Urlaub. Was aber verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Konzept Pauschalreise? Welche Formen gibt es? Welche Besonderheiten? Und was sollten erholungssuchende Bundesbürger bei der Buchung beachten?

 

Was genau bedeutet Pauschalreise?

Bei einer Pauschalreise verpflichtet sich ein Reiseveranstalter, mindestens zwei Reiseleistungen im eigenen Namen zu einem pauschalen Reisepreis zu erbringen. Welche Leistungsbereiche genau zu einer solchen Reise zählen, regelt konkret die Pauschalreise-Richtlinie (EU) 2015/2302, die bis zum 1. Januar 2018 in nationales Recht umzusetzen ist. Demnach beinhaltet eine Pauschalreise eine im Voraus festgelegte Verbindung mindestens zweier der folgenden Dienstleistungen:

  • Beförderung der Reisenden
  • Unterbringung zu anderen Zwecken als Wohnzwecken
  • Autovermietung
  • touristische Dienstleistungen, die keine Nebenleistung der oben genannten Leistungen sind.

Die Pauschalreise wird zu einem festen Gesamtpreis verkauft und schließt mindestens eine Übernachtung ein oder dauert länger als 24 Stunden. Eine gesetzliche Definition des Begriffes gibt es in Deutschland nicht.

 

Sind All-inklusive und Pauschalreise dasselbe?

In der Regel umfasst eine Pauschalreise die An- und Abreise (z.B. per Flugzeug), die Unterbringung nach Ausschreibung (z.B. in einem bestimmten Hotel), Verpflegung (z.B. nur Frühstück, Halbpension, Vollpension) und meist auch den Transfer zwischen Transportmittel und Unterkunft. Ist der Transfer nicht enthalten, wird in der Regel ausdrücklich darauf hingewiesen. Einige Reiseveranstalter bieten die Option, den Transfer ebenso wie andere Leistungen zusätzlich zu buchen.

Das All-inklusive-Konzept geht noch einen Schritt weiter. Es verspricht, dass während der Reise keine Extrakosten (außer für persönliche Ausgaben oder individuelle Ausflüge) anfallen. Für sicherheitsorientierte Urlauber bedeutet das Konzept vor allem Planungssicherheit, da alle Reisekosten damit abgedeckt sind und keine Extrakosten (z.B. für eine Taxifahrt zum Hotel) anfallen.

Die Beschreibung All inklusive bezieht sich neben Anreise, Transport und Unterbringung vor allem auf die Verpflegung. Klassische All-inklusive-Angebote umfassen eine umfangreiche Verpflegung vor Ort, die über eine Vollpension in der Regel hinausgeht. Zum Leistungsumfang zählen in der Regel

  • die Hauptmahlzeiten
  • Snacks am Vor- und Nachmittag sowie
  •  ausgewählte Getränke

Eine Steigerung erfährt das All-inklusive-Konzept im Ultra-all-inklusive, bei dem in der Regel auch Leistungen wie ein Mitternachtssnacks, der Zimmerservice und zahlreiche alkoholische Getränke im Preis inbegriffen sind.

 

Sind Bausteinreise und Pauschalreise dasselbe?

Die Bausteinreise gilt als Spezialfall der Pauschalreise. Eine Pauschalreise bietet in der Regel keine Wahlmöglichkeiten im Hinblick auf z.B. die Unterkunft oder den Reiseverlauf. Die Leistung wird exakt wie vom Reiseveranstalter konzipiert erbracht.

Bei einer Bausteinreise ist es möglich, verschiedene Reisebausteine miteinander zu einer Pauschalreise zu kombinieren. Die Bausteinreise kann damit stärker an individuelle Wünsche angepasst werden. Dabei bietet sie aber den Komfort und die Sicherheit einer Pauschalreise.

 

Reiseveranstalter vs. Reisevermittler

Wer sich über Pauschalreisen informiert, findet schnell heraus, dass es sowohl Reiseveranstalter als auch Reisevermittler gibt. Bei Reiseveranstaltern handelt es sich per Definition um eine natürliche oder juristische Person, die die Reiseleistung zum vereinbarten Preis anbietet und für die ordnungsgemäße Durchführung verantwortlich ist. Er kann die Leistungen selbst erbringen oder dazu Erfüllungsgehilfen, die sogenannten Leistungsträger, beauftragen. Für einige Nischen haben sich in Deutschland Spezialreiseveranstalter etabliert, etwa für die Bereiche Sprachreisen, Jugendreisen oder Studienreisen.

Reisevermittler vermitteln lediglich Reiseverträge zwischen Urlaubern und Reiseveranstaltern. Im Internet treten z.B. Reiseportale als Reisevermittler auf. Offline übernehmen Reisebüros in der Regel diese Rolle. Reisebüros beraten ihre Kunden darüber hinaus und verpflichten sich, die Buchung ordnungsgemäß an den Veranstalter weiterzuleiten. Zudem kann ein Reisebüro aber auch als Veranstalter auftreten. So stellen einige Reisebüros z.B. eigene Reisen zu besonders gefragten oder exotischen Zielen zusammen oder konzipieren Reisen in Kooperation mit Zeitungen und Organisationen.

Für Urlauber ist es wichtig diesen Unterschied zu kennen, da bei Reisemängeln, Stornierungen oder sonstigen Problemen stets der Reiseveranstalter verantwortlich ist. Der Reisevermittler kann im Notfall versuchen zu helfen. Ersatzansprüche und Rückforderungen sind jedoch immer an den Reiseveranstalter zu richten.

 

Reisebuchung online: Vor- und Nachteile

Immer mehr Reisen werden online gebucht und die Gründe dafür sind stichhaltig. Eine Online-Buchung kann ganz bequem von zu Hause oder einem beliebigen anderen Ort erfolgen. Sie erfolgt unabhängig von Zeit und Ort und bietet eine riesige Angebotsauswahl. Im besten Fall ist es möglich, durch Direktbuchungen (z.B. bei einer Airline, die auch eine Hotelkette betreibt oder direkt bei Reiseveranstalter) bares Geld zu sparen. Online-Buchungen gehen allerdings auch mit einigen potenziellen Nachteilen einher, darunter den folgenden:

  • keine direkte Fachberatung
  • Beratung und Erfüllung von Sonderwünschen (ggf. gegen Zusatzkosten) per Hotline
  • vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich manchmal im Nachhinein als teuer
  • erschwerte Durchsetzung rechtlicher Ansprüche, wenn der Veranstalter im Ausland sitzt.

 

Reisebuchung offline: Vor- und Nachteile

Reisebüros wirken angesichts der zahlreichen Online-Reisebuchungsoptionen anachronistisch, haben aber trotzdem ihre Daseinsberechtigung. Im besten Fall überzeugen sie mit einer guten Fachberatung und Hintergrund- bzw. Detailwissen zu Urlaubsregion und Unterkunft. Zudem kooperieren gute Reisebüros mit seriösen Reiseveranstaltern, was die Gefahr von Lockangeboten und erheblichen Reisemängeln zumindest verringert. Allerdings können auch bei der Buchung im Reisebüro Nachteile auftreten:

  • feste, nicht immer kundenfreundliche Öffnungs- und Schließzeiten
  • nicht immer unabhängige, seriöse Beratung
  • Missverständnisse zwischen Kunde und Reisebüro möglich
  • umsatzorientierte Reisebüros, die versuchen, möglichst viele Zusatzleistungen zu verkaufen
  • Reisebüroprovision, die den Reisepreis verteuert.

 

Frühbucher vs. Last Minute

Pauschalreisen werden jedes Jahr für die jeweilige Saison neu zusammengestellt und angeboten. Damit sämtliche Kapazitäten das ganze Jahr über möglichst gut ausgelastet sind, setzen die Reiseveranstalter neben ihren aktuellen Katalogen zusätzlich auf zwei Konzepte: Frühbucherreisen und Last Minute Buchungen.

Frühbucherreisen richten sich an Urlauber, die frühzeitig planen müssen oder wollen und dabei auf Rabatte hoffen. Das Prinzip: Urlauber, die bis zu einem bestimmten Stichtag ihre Reise buchen, erhalten einen Rabatt und/oder kostenlose Zusatzleistungen wie z.B. ein Zimmerupgrade oder eine bessere Verpflegung. Dabei haben sie die Qual der Wahl – vor Saisonbeginn bzw. zu Beginn eines neuen Jahres sind sämtliche Reisetermine und Reiseziele verfügbar. Ein weiterer Vorteil: Nach Leistung der Anzahlung besteht viel Zeit, um den Rest des fälligen Betrages anzusparen bzw. zu überweisen.

Für die Reiseveranstalter lohnen sich Frühbucherangebote, da sie zum einen eine Mischkalkulation betreiben und Verluste von vornherein einkalkulieren. Zum anderen können Kapazitäten auf diese Weise schon frühzeitig ausgelastet werden, was dem Reiseveranstalter Planungssicherheit gibt.

Im Prinzip das Gegenteil von Frühbucherangeboten sind Last-Minute-Schnäppchen. Das Prinzip: Noch freie Kapazitäten werden kurz vor Reisebeginn mit deutlichen Rabatten angeboten. Die Reiseveranstalter nehmen damit zwar Verluste in Kauf – freie Flugplätze und Zimmer wären allerdings ein größerer Verlust.

Urlauber profitieren bei Last-Minute-Angeboten von zum Teil deutlich reduzierten Reisepreisen. Sie sind allerdings gezwungen, den gesamten Reisepreis umgehend zu bezahlen. Darüber hinaus ist das Reiseangebot eingeschränkt – zur Wahl stehen lediglich Reiseziele und Reisen, die noch nicht ausgebucht sind.

Da die Reiseveranstalter in den letzten Jahren immer genauer kalkulieren, sind echte Last-Minute-Schnäppchen immer seltener zu finden. Reiseexperten empfehlen daher eher die Nutzung von Frühbucherangeboten. Ausnahme: flexible Reiseziele. Lassen Sie ich einfach von den günstigsten Angeboten inspirieren!

 

Beliebte Reisezeiten beachten

Die Reisezeit hat direkten Einfluss auf den Reisepreis. In erster Linie bedeutet das, dass der Reisepreis zur Hochsaison am höchsten ist. Die Hochsaison richtet sich nach dem Reiseziel. Während einige Reiseziele ganzjährig attraktiv sind und im Prinzip keine Hochsaison kennen (bzw. immer Hochsaison ist), sind andere Reiseziele (z.B. Seebäder) zu bestimmten Zeiten (z.B. Juli und August) praktisch überlaufen. Etwas günstiger werden Pauschalreisen in der Vor- und Nachsaison. Am günstigsten bucht man in der Nebensaison. Zu beachten ist allerdings, dass in der Nebensaison mit einigen Nachteilen zu rechnen ist, angefangen von schlechtem Wetter bis zu geschlossenen Einrichtungen und fehlenden Freizeitangeboten.

Daneben sollten Pauschalurlauber auch auf Feiertage und Ferienzeiten achten. Zu diesen Zeiten gehen nicht nur die Buchungszahlen in die Höhe und viele Reisen sind schnell ausverkauft. Die Reiseveranstalter heben für Feiertage und Ferienzeiten auch die Reisepreise an.

Wer ein wenig auf sein Budget achten muss, meidet sowohl die Hochsaison als auch Ferienzeiten.

 

Leistungsbeschreibung genau beachten

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Damit eine Pauschalreise nicht zur großen Enttäuschung wird, ist es ratsam, die Leistungsbeschreibung sehr genau vor der Buchung zu studieren. So geben einige Reiseveranstalter kein konkretes Hotel an. Stattdessen finden sich Formulierungen wie Glückshotel oder gutes 3-/4-/5-Sterne-Hotel. Hier kann es passieren, dass das Hotel ungünstig liegt oder sich erst kurzfristig nach Buchungslage entscheidet, welche Unterkunft und welche Zimmer zur Verfügung stehen. Achten sollten Urlauber auch darauf, ob die Reisebeschreibung konkrete Airlines sowie Transfers und Verpflegungsoptionen erwähnt. Alles, was in der Leistungsbeschreibung konkret erwähnt wird, kann auch so erwartet und im Zweifelsfall eingeklagt werden. Andersherum gilt: Was nicht konkret aufgeführt ist oder eingeschränkt wird, kann zu Zusatzkosten führen.

 

Information ist alles

Um böse Überraschungen während der Reise zu verhindern, empfiehlt es sich insbesondere bei Online-Reisebuchungen, sich vor der Buchung etwas genauer über das Reiseziel, den konkreten Ort, Transportmittel und Unterkunft zu informieren. Schon eine einfache Suchanfrage zeigt zum Beispiel

  • ob eine Airline vertrauenswürdig ist
  • ob das Hotel an einer Schnellstraße liegt und
  • ob der Urlaubsort eher verschlafen oder eher eine Feiermeile ist.

Sinnvoll kann es sein, sich auf Reisebewertungsseiten über eine Unterkunft oder bestimmte Ausflüge zu informieren. Zu beachten ist allerdings, dass manche Bewertungen auch schlichtweg falsch sein können. Dann zum Beispiel, wenn ein Hotel oder Restaurant positive Rezensionen kauft oder dafür sorgt, dass die Konkurrenz nur negative Bewertungen erhält.

 

Welche Extras lohnen sich?

Pauschalreisen enthalten die wichtigsten Leistungen zwar bereits – aber aus Veranstaltersicht gibt es kaum ein Angebot, das man nicht noch verbessern könnte. Gegen Aufpreis, natürlich. Ein klassisches Beispiel für ein Extra sind Zimmerupgrades, zum Beispiel auf ein Zimmer mit Meerblick oder ein großes Familienzimmer. Diese Extras können im Einzelfall tatsächlich sinnvoll sein.

Möglich ist es in vielen Fällen auch, sich individuell für ein Verpflegungspaket zu entscheiden. Während den einen ein Frühstück oder Halbpension vollkommen ausreicht, fühlen sich die anderen nur mit All-inklusive so richtig wohl.

Viele Pauschalreisen bieten darüber hinaus auch Zusatzleistungen wie Ausflugspakete an. Diese Extras können dann sinnvoll sein, wenn man die Sprache im Urlaubsland nicht spricht, nur wenig Zeit hat oder so wenig Bargeld wie möglich mitnehmen bzw. vor Ort ausgeben möchte.

Extras wie Mietwagen zu buchen lohnt sich vor allem in der Hauptsaison. Wer sich lieber vor Ort nach einem Autoverleih umsehen möchte, kann zwar in vielen Fällen mit günstigeren Preisen rechnen. Es kann allerdings vorkommen, dass die Auswahl an Mietfahrzeugen aufgrund der hohen Nachfrage eingeschränkt ist oder gar keins mehr zur Verfügung steht.

Daneben bieten Reiseveranstalter bei der Buchung auch die Möglichkeit, diverse Versicherungen abzuschließen. Hier entscheidet das persönliche Sicherheitsempfinden über Sinn und Unsinn des Angebotes.

Vor allem für Familien mit Kindern oder bei Buchung teurer Fernreisen lohnt sich eine Reiserücktrittversicherung. Von einer Gepäckversicherung raten die meisten Reiseexperten ab.

 

Anzahlung und Restzahlung

Bei Buchung einer Pauschalreise ist es üblich, direkt nach der Buchung eine Anzahlung zu leisten. In der Regel beträgt diese Zahlung maximal 20 Prozent des gesamten Reisepreises. Bis zu welchem Stichtag die Restzahlung fällig ist, gibt der Reiseveranstalter in der Reiseausschreibung, spätestens aber in den Reiseunterlagen an. In den meisten Fällen ist die Restzahlung bis 30 Tage vor Reisebeginn zu überweisen. Bei Last-minute-Buchungen ist diese Art der Abwicklung naturgemäß nicht möglich. Hier ist der gesamte Reisepreis umgehend zu bezahlen.

 

Umbuchung und Stornierung: Das sollten Sie beachten

Kann eine bereits gebuchte und bezahlte Reise nicht angetreten werden, kann das für Reisende zum Teil sehr teuer werden. Die teuerste Option ist die Stornierung. Dabei gilt: Je früher die Stornierung erfolgt, desto mehr Geld erstattet der Reiseveranstalter zurück. Aus einem einfachen Grund: Wird eine Reise frühzeitig storniert, besteht noch die Chance, sie an einen anderen Kunden zu verkaufen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Je näher die Stornierung am Abreisetag liegt, desto mehr Geld behält der Reiseveranstalter ein. Im schlimmsten Fall werden lediglich 10 Prozent der Reisekosten erstattet, obwohl an der Reise nicht teilgenommen werden kann.

Hinweis: Laut einem Urteil des Kölner Landgerichtes ist es Reiseveranstaltern nicht gestattet, pauschale Stornokosten zu verlangen. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die DER Touristik GmbH, die pauschal 90 Prozent der Reisekosten als Stornokosten geltend machte.

Etwas günstiger als eine Stornierung kann eine Umbuchung vor Reiseantritt werden. Grundsätzlich möglich ist es, ein anderes Reisedatum zu wählen oder den Namen auf Flugticket und Hotelreservierung ändern zu lassen. Aber auch Umbuchungen sind in der Regel mit Kosten verbunden. So berichtete die Stiftung Warentest im September 2016 zum Beispiel darüber, dass hohe Umbuchungskosten grundsätzlich erlaubt sind, wenn dem Reiseveranstalter hohe Kosten (z.B. durch die Buchung neuer Tickets) entstehen.

 

Pauschalreisen

Fremde Länder, Menschen, Gerüche, Speisen und Traditionen können der Entspannung dienen, aber auch Inspirationen bringen. Vor dem Onlinezeitalter konnten Pauschalreisen nur über Reisebüros gebucht werden. Die Auswahl in den Reisekatalogen war ansprechend und die Beratung im Reisebüro unterhaltsam. Nicht jedes günstige Reiseangebot ist wirklich ein Schnäppchen. Wer aber weiß, worauf bei Pauschalreisen zu achten ist, kann sich auf spannende und erholsame Tage in der Nähe oder in der Ferne freuen.

 

Was macht Pauschalreisen aus?

Pauschalreisen sind nicht zwangsläufig günstig. Es handelt sich um ein Reiseangebot, in dem der Preis für die Gesamtreise pauschal veranschlagt wird. Flug, Unterkunft und Verpflegung sind nach den gebuchten Kriterien enthalten. Reisende brauchen sich nur noch ein Urlaubsziel und die gewünschte Reisezeit auszusuchen, und schon kann die Komplettreise gebucht werden. Das Gegenteil von einer Pauschalreise ist die Individualreise. Bei einer Individualreise werden Anreise (mit Bus, Bahn, Auto oder Flugzeug) und Unterkunft getrennt voneinander gebucht. Reisende sind flexibler bei der Auswahl von Hotels, Pensionen und Clubs, aber auch bei der Wahl der Airlines. Pauschalreisen sind zumeist ein wenig günstiger als Individualreisen, weil die jeweiligen Reiseveranstalter große Zimmerkontingente in ausgewählten Hotels buchen und günstige Konditionen aushandeln. Ebenso werden große Sitzplatzkontingente bei Airlines, die Charterflüge anbieten gebucht, damit die Kombination aus Hotelübernachtung und Flug als Komplettreise angeboten werden kann.

 

Welche Unterschiede gibt es bei der Verpflegung?

Die Verpflegung vor Ort ist bei den meisten Pauschalreisen ebenfalls enthalten. Die Reisenden können in unterschiedlichen Kategorien die Art der Verpflegung wählen. Folgende Auswahl ist möglich:

  • nur Übernachtungsreisen ohne Verpflegung
  • Übernachtung mit Frühstück
  • Übernachtung mit Halbpension (Frühstück und Abendessen inklusive)
  • Übernachtung mit Vollpension (Frühstück, Mittagessen und Abendessen inklusive)
  • Übernachtung mit All-inclusive (alle Mahlzeiten, Snacks, Getränke und Speisen sind inklusive)

Zumeist ist die Verpflegung landestypisch, wird aber auch von den Reiseveranstaltern in der Reisebeschreibung beschrieben.Es kann dann noch unterschieden werden, in:

  • -Menuewahl
  • Büffet

Wer die Kosten seiner Reise bereits vor Reisebeginn genau definieren möchte, sollte sich für eine All-inclusive Reise entscheiden, weil bei der Verpflegung kaum noch Nebenkosten anfallen. Weder der kleine Snack zwischendurch, die Getränke oder Speisen, werden zusätzlich zum Reisepreis berechnet.

Reisende, die sich für eine Übernachtung mit Frühstück oder Halbpension entscheiden, sind ein wenig flexibler. Sie haben die Möglichkeit auch außerhalb des Hotels zu speisen. Traditionelle Gerichte und der persönliche Kontakt zu den Einheimischen sind nur dann möglich, wenn der gesamte Urlaub nicht nur im Hotel verbracht wird. Selbst, wenn ein All-inklusive Angebot verlockend klingt, lohnt es sich nicht, wenn geschäftliche Aufgaben am Reiseziel geplant sind und die Reise aus beruflichen Gründen geplant wurde. Freiberufler und Selbstständige, die sich im Ausland mit Kunden oder Kollegen treffen möchten, sollten daher eine Übernachtungskategorie wählen, die die freie Tagesplanung erlaubt. In der Regel reicht die Übernachtung mit Frühstück aus, weil geschäftliche Treffen häufig mit Restaurantbesuchen und Einladungen verbunden sind, die eine extra Verpflegung im Hotel überflüssig machen.

 

Welche Vorteile bieten Pauschalreisen?

Da Pauschalreisen im Gegensatz zu Individualreisen vorab vom Reiseveranstalter gebucht und organisiert wurden, kann es immer wieder zu günstigen Angeboten, wie Last-Minute-Reisen, kommen. Vor einer geplanten Reise sollten daher nicht nur die Preise für Individualreisen, sondern auch für Pauschalreisen, verglichen werden. Komplettreisen beinhalten zumeist folgende Serviceleistungen und sind so organisiert, dass sich die Reisenden fast um nichts mehr kümmern müssen, sobald sie zum Reisebeginn die Haustür hinter sich geschlossen haben:

  • Anfahrt zum Flughafen (häufig sind Bahntickets zum nächsten Flughafen im Reisepreis enthalten)
  • Flug-, Bahn- oder Busanreise inklusive
  • Shuttle zum Hotel (bei Flugreisen, Busse bringen die Reisenden vom Flughafen zum gebuchten Hotel und bei der Abreise wieder zum Flughafen)
  • Reiseleitung
  • Übernachtung in der gebuchten Kategorie
  • Verpflegung in der gebuchten Kategorie
  • hin und wieder sind Ausflüge oder Unternehmungen vor Ort im Reisepreis enthalten
  • Aufgrund des Komplettangebots lassen sich die Reisepreise für Freiberufler und Selbstständige ziemlich genau beziffern.

Voraussetzung ist aber, dass das Reiseangebot einer Pauschalreise genau in die individuellen Reisepläne passt. Folgenden Kriterien können Pauschalreisen für Freiberufler oder Selbstständige interessant machen:

  • bekannte Reiseziele und große Städte
  • zentral gelegene Hotels in guter Lage
  • inkludierte Mahlzeiten zu flexiblen Zeiten
  • keine Reisegruppe, sondern individuelle Zeiteinteilungsmöglichkeit für die Reisenden
  • Reiseangebote auch außerhalb der Ferienzeiten / Hauptsaison
  • Einzelzimmerbuchung möglich
  • Entspannungsmöglichkeiten im Hotel, damit neben der Arbeit auch ein wenig Erholung möglich ist
  • freies WLAN in den Zimmern
  • Parkplätze am Hotel
  • die Möglichkeit vor Ort einen Mietwagen, mieten zu können

 

Welches Hotel ist das richtige?

Im Gegensatz zu einer Reisebuchung über ein Reisebüro können sich Freiberufler und Selbstständige bei der Buchung von Pauschalreisen über Onlineportale schon vor der Buchung bestens informieren. Es lassen sich nicht nur die Zielorte genau recherchieren, sondern auch die Hotels. Hilfreich sind Bewertungen anderer Reisende, die die Pauschalreisen in der Vergangenheit gebucht hatten. Bei den Beschreibungen kommt schnell auf, ob das gewählte Hotel den eigenen Anforderungen entspricht. Handelt es sich bei dem Hotel der Wahl um ein recht bekanntes Hotel, können die Bewertungen von Urlaubern und Reisenden auch auf unterschiedlichen Portalen verglichen werden. Der Preisvergleich bei Pauschalreisenist auf Tastenklick möglich.

Ist ein passendes Hotel unter den Angeboten von Pauschalreisen gefunden, geht die Auswahl weiter. Zumeist werden die gleichen Hotels bei unterschiedlichen Reiseveranstaltern angeboten. Freiberufler und Selbstständige sollten vor der Buchung nicht nur die Preise vergleichen, sondern auch die Serviceangebote vor Ort und auf der Reise. Der Vergleich von Pauschalreisen ist am einfachsten, wenn die verschiedenen Reiseangebote unterschiedlicher Reiseveranstalter ausgedruckt werden. Die Serviceleistungen, Zimmerkategorien und Verpflegungsangebote lassen sich in Papierform immer noch besser vergleichen, als wenn online von einem geöffneten Fenster zum anderen gewechselt wird. Beim Vergleich muss immer der gleiche Reisezeitraum in die Suchmaschine eingegeben werden, damit saisonal bedingte Preisunterschiede keine Verwirrung stiften.

 

Die persönlichen Reiseerwartungen nicht vergessen

Damit Pauschalreisen eine günstige Alternative für Individualreisen sein können, sollten sich alle Freiberufler und Selbstständige vor einer geplanten Reisebuchung eine Auflistung machen, die die persönlichen Reiseerwartungen und Planungen enthält. Diese sollten mit dem Reiseangebot ziemlich deckungsgleich sein. Sind bereits geschäftliche Treffen in einer in- oder ausländischen Stadt geplant, ist ein Wellness- und Erholungshotel, das weit vom Stadtkern entfernt liegt, eher ungeeignet. Selbst, wenn die stadtnahen und städtischen Hotels bei den Gastbewertungen nicht ganz so gut abschneiden, weil sie in lauter und unruhiger Umgebung liegen, sollte der Zweck der Reise an erster Stelle stehen.

Ob Pauschalreisen wirklich günstiger sind als individuell geplante Reisen, ist schnell ermittelt. Ein Besuch auf der Homepage des ausgewählten Hotels gibt Auskunft darüber, wie viel eine Übernachtung in der gewünschten Kategorie vor Ort kostet, wenn der Reisende allein anreist. Fernbusverbindungen, Bahnreisen und Flüge können ebenfalls online gebucht werden. Die Rechnung ist schnell gemacht, wenn lediglich die Kosten für Anreise und Hotel addiert werden. Fällt das Angebot bei den Pauschalreisen günstiger aus, besteht kein Grund, die ausgewählte Reise als Geschäftsreise zu buchen.

 

Pauschalreisen bieten rechtliche Sicherheiten

Wer als Freiberufler oder Selbstständiger Individualreisen selber zusammenstellt und bucht, hat nicht die rechtlichen Vorteile von Pauschalreisen. Das deutsche Pauschalreiserecht gilt nur für Pauschalreisen, die über einen Reiseveranstalter als Komplettangebot gebucht werden. Sollte es am Reiseziel zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen (Hotel überbucht, Airline ist pleite usw.), tritt der Reiseveranstalter ein und schafft Ersatzlösungen. Hinzu kommt, dass bei Pauschalreisen immer eine Reiseleitung vor Ort als Ansprechpartner für die Reisenden zur Verfügung steht. Egal, ob eine Apotheke gesucht werden muss oder ein Taxi gerufen werden soll, die Reiseleitung steht allen Reisenden mit hilfreichen Tipps und Tricks zur Seite. So können sich auch Freiberufler und Selbstständige auf den Rat einer erfahrenen Reiseleitung vor Ort verlassen, wenn für ein Geschäftsessen ein besonders beeindruckendes Lokal gesucht wird.

 

Achtung, versteckte Gebühren

Vor einer Reisebuchung sollte bei jeder Pauschalreise, die in die engere Auswahl kommt, der Buchungsvorgang fast bis zum Ende (kurz vor der verbindlichen Buchung stoppen) durchlaufen werden. Hierbei zeigt sich dann, ob es versteckte Gebühren gibt, die bei der Reisepreisangabe nicht genannt wurden. Die versteckten Gebühren können sich in folgenden Bereichen ergeben:

  • Extrakosten für die Bezahlung mit Kreditkarte
  • zuvor ausgeschriebene Serviceleistungen müssen zusätzlich bezahlt werden
  • ist eine Reiserücktritts-(Kosten)-versicherung enthalten, wie hoch sind die Kosten?
  • gibt es eine Reisegepäckversicherung, wie hoch sind die Kosten?
  • werden Rabatte bei der zeitgleichen Buchung von einem Leihwagen angeboten?
  • wie hoch ist die Anzahlung? Wann muss die Restzahlung geleistet werden?
  • kann eine Auslandskrankenversicherung hinzu gebucht werden?
  • wie schwer darf das inkludierte Reisegepäckgewicht sein?

Erst, wenn alle Angebote verschiedenster Reiseveranstalter bei Pauschalreisen genau verglichen wurden, kann eine endgültige Buchungsentscheidung gefällt werden.

 

Pauschalreisen mit Sicherungsschein

In der Vergangenheit wurden immer wieder Pauschalreisen von Reiseveranstaltern verkauft, die keine Bonität hatten. Entweder fanden die Reisen gar nicht erst statt oder die Reisenden saßen im Urlaubsland fest, weil der Rückflug nicht bezahlt war. Um derartigen Ärgernissen aus dem Weg gehen zu können, müssen seriöse Reiseveranstalter einen Sicherungsschein vorweisen können. Bereits bei der Anzahlung von Pauschalreisen können sich die Reisenden den Sicherungsschein aushändigen lassen. Ein kurzer Anruf bei der ausgewiesenen Bank oder der angegebenen Versicherung reicht aus, um in Erfahrung zu bringen, ob eine ausreichende Absicherung besteht. Der Sicherungsschein sollte immer ein Original sein und keine Kopie oder ein Fax. Müssen im Notfall Ansprüche geltend gemacht werden, sind diese nicht möglich, wenn der Sicherungsschein nachträgliche Korrekturen beinhaltet. Bei einer Onlinebuchung wird er als Datei verschickt. Der Sicherungsschein gehört nicht in den Aktenorder zu Hause, sondern sollte mit auf die Reise genommen werden. Kommt zu einem Notfall, muss er im Original vorgelegt werden. Der Sicherungsschein ist Eigentum des Reisenden und muss nach Beendigung der Reise nicht an den Reiseveranstalter zurückgegeben werden. Wichtig sind auch:

  • Veranstalternummer
  • Veranstalternamen
  • ausreichende Gültigkeit des Sicherungsscheins

 

Wie sinnvoll ist eine Reiserücktrittsversicherung bei Pauschalreisen?

Manche Pauschalreisen werden sehr langfristig geplant. Im Laufe der Wochen kann immer einmal etwas dazwischen kommen. Wird zeitgleich mit der Pauschalreise eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen, sind eventuelle Stornokosten abgedeckt. Ein Blick auf die Kosten einer Reiserücktrittsversicherung zeigt schnell, dass sich wenige Euro mehr wirklich lohnen können.

 

Sind Namensänderungen bei Pauschalreisen möglich?

Alle, die eine Pauschalreise geplant haben und selber aus den unterschiedlichen Gründen nicht selber antreten können, haben die Möglichkeit eine Ersatzperson auf die Reise zu schicken. Um diese Option nutzen zu können, muss allerdings in den AGB´s (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) die Option „Name Change“ oder „Namensänderung“ vermerkt sein. In den AGB´s sind dann auch die Kosten für eine eventuelle Namensänderung vermerkt, die üblicherweise 30 Euro nicht übersteigen. Ob eine Namensänderung durchgeführt werden kann, hängt zudem von dem gewählten Reiseziel ab. Sind Visa oder spezielle Schutzimpfungen für die Einreise in das gewählte Urlaubsland notwendig, kann eine Namensänderung nur dann durchgeführt werden, wenn diese Bestimmungen von der Ersatzperson noch erfüllt werden können.

Alternativ können Freiberufler und Selbstständige Pauschalreisen an andere Reisewillige verkaufen, wenn eine gebuchte Pauschalreise selber nicht angetreten werden kann. Einige Internetportale haben sich auf den kurzfristigen Verkauf von Pauschalreisen spezialisiert. Es fallen in dem Fall keine Stornokosten an, lediglich eine Provisionsgebühr auf dem Verkaufsportal.

 

Welche Rabatte sind möglich?

Pauschalreisen sind besonders günstig, wenn Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Angebote genutzt werden.

 

Interessante Details über das Reiseziel

Reiseveranstalter wünschen sich, dass ihre Kunden sich in ihrem Urlaub richtig entspannen können. Das geht nur, wenn die Reise vorab perfekt geplant wurde. Es werden daher immer interessante Details über die verschiedensten Reiseländer vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Folgende Themen sind lesenswert:

  • wird ein Visum für die Einreise benötigt? Wie und wann kann es beantragt werden?
  • sind Schutzimpfungen vorgeschrieben oder empfehlenswert?
  • Sitten und Gebräuche im ausgewählten Land
  • Klima (damit das Reisegepäck dementsprechend ausgewählt werden kann)
  • die Höhe eventueller Nebenkosten (Kosten einer Taxifahrt, Getränke und Speisen in Restaurants, usw.)
  • was im Reiseland nicht gerne gesehen oder verboten ist
  • Möglichkeiten der Handynutzung und Kosten

In immer mehr Reiseländern ist die Mitnahme von Bargeld beschränkt. Sie sollten sich daher vor Reiseantritt erkundigen, wie viel Bargeld im Reiseland eingeführt werden darf und welche alternativen Bezahlmöglichkeiten angeboten werden.

 

Welche Nachteile können Pauschalreisen haben?

Pauschalreisen sind in der Regel günstiger als Individualreisen, bieten Ihnen aber nicht immer so viel Flexibilität, wie eine individuell geplante Reise. Bei einer Flugreise interessiert, ob die Reise auch von einem Flughafen in direkter Nähe vom Wohnort angeboten wird. Einige Flüge starten in der Nacht. Es muss gesichert sein, dass der jeweilige Flughafen auch in der Nacht von zu Hause aus erreicht werden kann (bestenfalls auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln).

Bei der Buchung über Internetportale muss nicht nur auf den Reisepreis geachtet, sondern auch die Buchung sorgsam und konzentriert durchgeführt werden. Ein Tastenklick in einem Kästchen zu viel, kann einige Mehrkosten mit sich ziehen. Plötzlich ist nicht nur die Reise gebucht, sondern auch verschiedene Versicherungen und vielleicht auch noch ein Mietwagen.

 

Ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll?

Für Freiberufler und Selbstständige ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll, wenn das Reiseziel außerhalb der EU liegt und keine private Krankenversicherung besteht, die weltweit Behandlungskosten der Versicherten übernimmt. In der EU kann die gesetzliche Krankenversicherungskarte verwendet werden, ebenfalls in den französischen Offshoregebieten, La Reunion, Guadeloupe, Martinique und St. Luc.

 

Fazit

Pauschalreisen können eine günstige Alternative zu einer Individualreise sein. Bei der Auswahl des Hotels und der Pauschalreise sind oft kleine Details entscheidend. Übereilte Buchungen sind daher nicht empfehlenswert, wenn das „Kleingedruckte“ nicht gelesen werden kann. Diese Empfehlung gilt jedoch ebenfalls für die Buchung einer Individualreise. Mit ein wenig Recherche und einem Vergleich verschiedenster Anbieter ist eine günstige Pauschalreise online schnell gefunden und gebucht.

Recent Posts