Was muss beim Kauf eines Neoprenanzugs beachtet werden?

 In Allgemein

Wofür ist ein Neoprenanzug gut?

Ein Neoprenanzug soll bei Aktivitäten im Wasser dafür sorgen, dass der Träger nicht auskühlt. Das passiert schneller als gedacht, auch wenn die Temperatur über 20°C beträgt. Der Wind trägt zu einer schnellen Unterkühlung bei. Des Weiteren schützt der Neoprenanzug auch gegen die gefährliche UV-Strahlung. Diese verstärkt sich nämlich, wenn sich Menschen im Wasser aufhalten.

 

Wo wird ein Neoprenanzug eingesetzt?

Neoprenanzüge kommen häufig dort zum Einsatz, wo sich Menschen in offenen Gewässern aufhalten. Taucher ziehen sich in der Regel immer einen Neoprenanzug an, um sich vor Unterkühlung zu schützen. Genauso wichtig ist der Neoprenanzug beim Surfen und allen Wassersportarten, die ähnlich sind. Darunter fallen beispielsweise noch das Wakeboarding, das Windsurfen usw. Außerdem ist der Neoprenanzug für das lange Schwimmen in offenen Gewässern sinnvoll. Dies ist zum Beispiel bei Menschen, die im Rahmen eines Triathlons in offenem Wasser schwimmen der Fall. Wer vorhat, mit dem Fallschirm eine Wasserlandung hinzulegen, ist mit einem Neoprenanzug ebenfalls gut beraten.

 

Was ist Neopren eigentlich?

Im Grunde ist der Begriff Neopren nicht die richtige Bezeichnung für das Material der Neoprenanzüge. Es handelt sich vielmehr um einen Namen, der aus einer Marke heraus entstanden ist. In Wirklichkeit hat man es beim Material eines Neoprenanzugs mit Chlorophen-Kautschuk zu tun, welches auch unter den Namen Polychlorophen oder Chlorbutadien-Kautschuk bekannt ist.

 

Warum wird Neopren als Material im Wassersport verwendet

Bei Chlorophen-Kautschuk handelt es sich um ein Synthesekautschuk, welcher dank der Produktion von Gasbläschen stark wärmisolierend ist. Diese Eigenschaft haben sich die Hersteller von Wassersportzubehör zunutze gemacht. Dabei variiert die Stärke der Wärmeisolierung je nach Materialdicke. Umso dicker der Anzug ist, umso besser isoliert er und schützt vor Kälte. Allerdings erzeugt mehr Material einen höheren Aufrieb und die Dehnbarkeit ist nicht mehr so ausgeprägt. Andere Eigenschaften, die den Synthetik-Kautschuk so beliebt machen, sind die Widerstandskraft gegenüber Witterung und Ozonangriffen. Abgesehen davon wird der Neoprenanzug kaum spröde, auch nach langer Nutzungszeit nicht.

 

Welche Vorteile bietet der Neoprenzug dem Träger?

Der Neoprenanzug hat nicht nur eine Schutzfunktion. Bei Triathlonschwimmern erweist sich der Neoprenanzug als nützlich, weil er eine Hilfe beim Schwimmen darstellt. Zum Beispiel kann s für einen automatischen Auftrieb sorgen. Gemeint ist ein Anheben der Hüfte und der Beine beim Schwimmen, ohne dass der Schwimmer es merkt oder selbst etwas dafür tun muss. Dieser Vorteil kommt vor allem beim Kralen zum Tragen, da hier in den meisten Fällen die falsche Wasserlage das Problem darstellt.

Eine andere positive Eigenschaft des Neoprenanzugs ist der, dass der Wasserwiderstand massiv verringert wird. Der Grund ist die glatte Oberflächenstruktur des Anzugs und die ebenmäßigere Körperoberfläche der schwimmenden Person. Durch den geringeren Widerstand ist weniger Kraftaufwand erforderlich, während die Schwimmgeschwindigkeit automatisch steigt.

Nicht nur Schwimmer aus dem Triathlon profitieren von den Neo, auch Kitesurfer und Sportler, die einen ähnlichen Sport betreiben, sollten sich unter Umständen einen Neoprenanzug zulegen. Beim Kiteboarden kommt es häufiger vor, dass sich die ausübenden Personen verletzen, weil sie ungünstig auf die Wasseroberfläche treffen oder weil sie sich am Kiteboard stoßen. Diese Stöße kann der Neoprenanzug gut auffangen. Wunden und übermäßige Schmerzen können mit der Wassersportbekleidung verhindert werden.

 

Was sind die Nachteile eines Neoprenanzuges?

Ein Nachteil von Neoprenanzügen, sofern sie für das Wettschwimmen eingesetzt werden, stellt die Einschränkung der Bewegung dar. Diese Bewegungseinschränkung betrifft vor allem den Schulter- und Armbereich. Dieser Mängelpunkt fällt größer aus, wenn das Material des Neoprenanzuges dicker ist Trotzdem ist die Bewegungseinschränkung auch bei dünnem Material da. Um komplett frei in den Bewegungen zu sein und keinen zusätzlichen Kraftaufwand leisten zu müssen, kann zu einem ärmellosen Neoprenanzug gegriffen werden. Dieser schützt dann jedoch nicht an den Armen vor Kälte.

Ein anderer Aspekt, der vor allem beim ersten Tragen bzw. Anziehen eines Neoprenanzugs, als Nachteil empfunden wird, ist das beklemmende Gefühl. Der Neoprenanzug sitzt sehr eng und kann auf der Brust oder am Hals drücken. Aus diesem Grund ist auch immer eine große Sorgfalt vonnöten.

Brustschwimmer profitieren bei ihrer Schwimmtechnik nicht vom Neoprenanzug. Im Gegenteil, der Anzug bringt ihnen zu viel Auftrieb bei den Beinen. Um schnell schwimmen zu können, müssen Brustschwimmer ausreichend Platz nach haben. Die Beine sollten sich stets unter Wasser bewegen.

Das Kraulen kann durch einen Neoprenanzug verbessert werden, da der Auftrieb an den Beinen her ganz praktisch ist. Nicht selten kommt es dann aber vor, dass Schwimmer das Üben an der eigenen Schwimmtechnik vernachlässigen. Insofern kann ein Neo dazu beitragen, dass sich die Technik verschlechtert.

 

Gibt es unterschiedliche Arten von Neoprenanzügen?

Bei den Neoprenanzügen unterscheidet man zwischen Trockenanzügen, Nassanzügen und Halbtrockenanzügen.

Die Nassanüge, auch Wetsuits genannt, erlauben den Kontakt mit Wasser unter dem Neoprenanzug. Dadurch sorgt der Anzug auch für einen leichten Auftrieb. Nachteilig ist die schwächere Wärmeisolierung.

Trockenanzüge, oder Drysuits, lassen kein Wasser durch den Stoff. Diese Art von Neoprenanzug hält am ehesten warm. Dafür fehlt hier der Auftrieb, wobei dieser durch einen zusätzlichen Prallschutz erzeugt werden kann.

Der Halbtrockenanzug lässt den Kontakt von Wasser mit der Haut zu, allerdings ist kein Wasseraustausch möglich. Das Wasser zwischen Neoprenanzug und Körper wird erwärmt, wodurch der Schwimmer, Taucher oder Surfer vor Kälte geschützt ist.

 

Was sind die Besonderheiten bei Nassanzügen?

Das Material von Wetsuits ist wasserdicht. Trotzdem gelangt Wasser unter den Anzug, wenn sich der Träger bewegt. Die Ärmel, der Halsausschnitt und die Beinöffnungen sind nämlich nicht vor dem Eindringen von Wasser geschützt. Nassanzüge können daher nicht sehr viel Wärme spenden, dadurch, da der Körper immer wieder mit kaltem Wasser in Berührung kommt. Das ist auch der Grund, weshalb Nassanzüge nicht für den Gebrauch in kalten Gewässern geeignet sind. Es gibt unterschiedliche Dicken bei Nassanzügen, die zwischen zwei und acht Millimeter variieren. Zweiteiler lassen sich einfacher anziehen als Einteiler, lassen dafür aber mehr Wasser zum Körper durch. Für sehr warme Gewässer gibt es den sogenannten Kurzarmsteamer. Wetsuits, sie über eine kurze Hose verfügen, nennt man auch Shorty.

 

Was sind die Besonderheiten von Trockenanzügen?

Drysuits lassen weder Wasser noch Luft durch. Ein Eindringen wird durch Manschetten am Hals, an den Armen und Beinen verhindert. Genauso sorgen wasserdichte Reißverschlüsse dafür, dass kein Wasser durch den Neoprenanzug kommt. Zum einsatz kommen Drysuits, wenn der Wassersportler in kalten Gewässern schwimmt, taucht, schnorchelt, segelt oder surft.

Trockenanzüge bestehen nicht immer aus Neopren. Es gibt Exemplare, die eine Membranfunktion aufweisen. Diese Membran-Trockenanzüge können keine Wärme isolieren. Sie bieten dem Träger jedoch mehr Bewegungsfreiheit.

Hybrid-Trockenanzüge kombinieren die positiven Eigenschaften von Neopren- und Membrananzügen. Sie besitzen Manschetten und sind wasserdicht. Andererseits wird die Bewegungsfreiheit nicht so stark eingeschränkt wie bei einem herkömmlichen Trockenanzug.

Trockenanzüge sind sehr teuer. Außerdem sind sie für den Aufenthalt in warmen Gewässern nicht geeignet.

 

Welchen Neoprenanzug zum Tauchen kaufen?

Je nachdem wie warm das Gewässer ist, in welchem man tauchen möchte, unterscheidet sich der optimale Neoprenanzug hinsichtlich seiner Dicke und Art. In warmen Gewässern, wie in den Tropen beispielsweise, genügt ein 3/2-Shorty.

Im Winter oder bei niedriger Wassertemperatur sollte der Taucher einen Nassanzug mit 4 bis 5 Millimeter Dicke oder Halbtockenanzug mit langen Hosenbeinen und Ärmeln tragen. Eventuell kann es sinnvoll sein, die Taucherausrüstung um eine Neoprenhaube, Handschuhe sowie Neoprenschuhe.

In sehr kalten Gewässern reicht ein Nassanzug oder ein Halbtrockenanzug nicht mehr aus. Hier ist ein Drysuit angemessen. Außerdem sollten Taucher bei sehr niedrigen Temperaturen eine Haube, Handschuhe und Schuhe anziehen, ums ich zusätzlich vor Unterkühlung zu schützen.

 

Wann sollte auf einen Neoprenanzug verzichtet werden?

Auf einen Neoprenanzug kann in Schwimmbädern oder in wärmeren Gewässern verzichtet werden. Er sollte nicht angezogen werden, wenn die Temperatur des Wassers sowie die Außentemperatur sehr hoch sind. Selbst ein Shorty wäre da zu viel.

 

Was sind Neoprenschuhe und wann sind sie sinnvoll?

Neoprenschuhe bieten zusätzlichen Schutz für Füße und Knöcheln. Es gibt Neoprenschuhe in verschiedenen Dicken. Meist stehen im Verkauf die Dicken 3, 5 oder 7 Millimeter zur Auswahl. Zum einen können Neoprenschuhe die Füße vor dem kalten Wasser schützen und zum anderen verhindern Neoprenschuhe Verletzungen an den Füßen durch Steine, Muscheln und andere harte Gegenstände.

 

Wie viel kostet ein Neoprenanzug?

Der Preis eines Neoprenanzugs ist natürlich von der Qualität und dem Anspruch des Wassersportlers abhängig. Einsteiger, die sich noch nicht auf einen Neoprenanzug festlegen wollen und ihren Sport nur als Hobby betreiben, sollten zunächst zu einem Stück greifen, welches zwischen 30 und 100 Euro kostet. Erfahrene Sportler, die nicht an professionellen Wettbewerben teilnehmen möchten, sind mit einem Mittelklassemodell gut beraten. Das mittlere Preissegment umfasst Neoprenanzüge, die zwischen 100 und 200 Euro kosten. Profis sollten nach einem Neo Ausschau halten, der einen Preis von mindestens 200 bis 400 Euro aufweist.

 

Wie bleibt der Neoprenanzug lange erhalten?

Ein Neoprenanzug ist keine billige Anschaffung. Außerdem ist es ratsam, einen Neoprenanzug gut zu pflegen, da ein neuer Anzug mit einer neuen Eingewöhnung verbunden ist, was gerade beim Triathlon unpraktisch ist.

Wassersportler sollten sich vor dem Tragen des Neoprenanzuges am besten eincremen, um sich vor Scheuerwunden und der UV-Strahlung der Sonne zu schützen. Genau hier sollte der Sportler schon mal zum richtigen Produkt greifen. Diese sind auf Basis von pflanzlichen Stoffen. Auf erdölhaltige Produkte hingegen sollte verzichtet werden, weil das Erdöl das Material des Neoprenanzuges angreift.

Wichtig, damit der Neoprenanzug lange hält, ist auch eine schonende Vorgehensweise beim Anziehen. Die Naht des Anzugs kann schnell reißen, wenn der Wassersportler ruckartig an dem Neo zieht. Genauso sollte man aufpassen, dass die Fingernägel nichts aufreißen. Am besten kümmert sich der Sportler im Vorfeld darum, dass die Nägel stumpf sind. Im Notfall können auch Handschuhe während dem Anziehen helfen.

 

Wie wird ein Nass- oder Halbtrockenanzug gewaschen?

Direkt nach der Benutzung des Neoprenanzuges sollte dieser mit sauberem Wasser ausgespült werden. Dies muss jedoch nur bei Nass- oder Halbtrockenanzügen gemacht werden. Drysuits müssen trocken bleiben und bedürfen auch keinem Spülgang. Der ausgespülte Neo muss auf links gedreht werden und in dieser Position trocknen. Erst wenn der Neoprenanzug getrocknet ist kann er im Ausgangszustand aufgehängt oder hingelegt werden.

Der Neoprenanzug darf unter keinen Umständen an einem zu heißen Ort und unter starker Sonneneinstrahlung trocknen. Auf diese Weise wird die Wassersportbekleidung nur porös und muss bald ausgetauscht werden. Besser ist ein gut belüfteter, schattiger Ort.

Nachdem der Ausflug vorbei ist und der Sportler wieder zuhause angelangt ist, muss der Neoprenanzug so schnell wie möglich gewaschen werden. Hierfür wird dieser wieder auf links gedreht. Die Reißverschlüsse müssen alle zugezogen sein. Der Waschgang hat unbedingt ohne Schleudern zu erfolgen. Auch darf eine Temperatur von 30°C nicht überschritten werden, da ansonsten das Material kaputtgeht. Es ist ratsam, den Neoprenanzug ein zweites Mal zu waschen, nur diesmal ohne Waschmittel. So wird sichergestellt, dass auch der letzte Rest an Waschmittel aus dem Neo entfernt wurde.

 

Wie muss ein Trockenanzug gereinigt werden?

Der Besitzer eines Trockenanzuges kann in den Angaben des Herstellers herauslesen, welches Reinigungsmittel er zum Waschen des Kleidungsstückes zu verwenden ist. Steht nichts in den Herstellerangaben oder möchte man das spezielle Reinigungsmittel nicht verwenden, bietet sich alternativ auch eine neutrale Seifenlauge an. Die Ventile dürfen nicht mit Reinigungsmittel in der Waschmaschine gesäubert werden. Stattdessen müssen die Ventile regelmäßig mit Wasser ausgespült werden. Die Reißverschlüsse können am besten sauber gehalten werden, indem sie mit Wachs oder Silikonspray behandelt werden. Die Manschetten putzen Wassersportler am besten mit Babypuder. Der Trockenanzug sollte im Anschluss an den Hosenbeinen aufgehängt werden.

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