Hausratsversicherungen im Vergleich – Tarifrechner und Ratgeber

 In Versicherungen

Ein Brand im Wohnzimmer, ein Einbruch, aber auch Fahrraddiebstahl und gegebenenfalls Unwetterschäden – diese Katastrophen werden durch eine Hausratversicherung abgedeckt.

Diese Police sichert das bewegliche Hab und Gut bei Schäden durch Feuer, Leitungsbruch und mehr. Sie ist gesetzlich nicht verpflichtend, auch wenn einige Vermieter in den Verträgen ausdrücklich auf diesen Schutz hinweisen. Sinnvoll ist eine Hausratversicherung, wenn Sie Ihren Besitz in der eigenen Wohnung nicht ohne erheblichen finanziellen Verlust ersetzen können. Eine Hausratversicherung kann am Ende Ihren finanziellen Ruin abwenden, wenn Sie ausreichend abgesichert sind.

Was zählt zum Hausrat?

Möbel, Teppiche, Geschirr, Bargeld, geliehene Gegenstände im versicherten Objekt, Kleidung, Werkzeug sowie Lebensmittel (wichtig, wenn Schäden an Tiefkühlkost und anderen kalt gelagerten Zutaten entstehen) fallen unter den Oberbegriff Hausrat. Sie werden bei Schaden oder Verlust durch den Versicherer ersetzt beziehungsweise repariert. Die meisten Policen greifen übrigens nach einem Einbruch oder einem Brand in den eigenen vier Wänden, wie eine Statistik zeigt.

Klauseln im Vertrag eingehend prüfen

Einige Policen greifen auch bei Fahrlässigkeit. Überprüfen Sie vor Vertragsabschluss genau, welche Schäden, Wertlimits und Ausnahmen in den Vetragsbedingungen vorgeschrieben sind und fragen Sie im Zweifelsfall beim Versicherer nach.

Kosten einer Hausratversicherung

Die Policen unterscheiden sich in ihrem Leistungsspektrum und somit variieren auch die Beiträge. Bezahlt werden kann bei fast allen Anbietern sowohl jährlich als auch monatlich. In erster Linie sind die Beiträge von der Wohnfläche und dem Wohnort des Versicherungsnehmers abhängig. Dabei zählt als Wohnfläche die Grundfläche aller Räume, ausgeschlossen Keller, Treppen, Balkone und Terrassen.

So kostet beispielsweise ein Haus in einer Kleinstadt rund 60 Euro im Jahr. Bei gleicher Quadratmeterzahl fallen bei einem Domizil in einer Großstadt wie Hamburg oder Berlin Kosten von 100 Euro und mehr an.

Unser Versicherungsrechner bietet einen Überblick über für Sie infrage kommenden Hausratversicherung. Dort werden die Policen miteinander verglichen und nach einem Ranking dargestellt.

Vergünstigung mittels einer Selbstbeteiligung bei der Hausratversicherung

Wer den Beitrag seiner Sachpolice senken möchte, hat bei der Hausratversicherung die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung mit dem Versicherer abzuschließen. Bei einem Schaden muss sich der Versicherungsnehmer dann an den entstehenden Kosten über eine zuvor vereinbarte Summe beteiligen.

Vergünstigung durch Rabatt

Eine weitere Möglichkeit sind Rabatte, die einige Versicherer ihren Kunden anbieten. So erhalten Beamte teilweise Rabatte. TIPP: Teilen Sie Ihrem Versicherer auf jeden Fall auch Ihr Dienstverhältnis mit, damit er gegebenenfalls eine Vergünstigung einräumen kann.

Was genau beinhaltet überhaupt eine Hausrat-Police?

Zum Hausrat gehören Möbel, Kleidung und andere Wertgegenstände, ebenso wie geliehene Dinge, die sich in der Wohnung befinden. Der Versicherer leistet eine Entschädigung, wenn die versicherten Gegenständen durch die zuvor vertraglich festgesetzten Gefahren zerstört oder beschädigt werden beziehungsweise dem Besitzer durch Raub verloren gehen. Auch wenn es beim Einbruch zu Vandalismus kommt, zahlt der Versicherer für die Schäden. In den Vertragsklauseln ist explizit festgelegt, welche Gefahren zur Police gehören und welche Situationen davon ausgeschlossen sind.

Zusatzleistungen als Erweiterung

Im Grundbereich der jeweiligen Hausrat-Police sind die versicherten Gefahren und Schäden häufig begrenzt. Daher bieten die Versicherer in der Regel verschiedene Zusatzleistungen an. Optional können Privatpersonen dabei durch unterschiedliche Bausteine ihre Hausratversicherung aufstocken und unter anderem ihr Fahrrad oder Glas mitversichern.

Prüfen Sie, ob eine Zusatzversicherung, die meistens als Premium-Angebot deklariert werden, wirklich nötig ist oder ob die Beiträge für die Versicherung den Wert des Gegenstands am Ende übersteigen.

Optionale Fahrradversicherung

Eine Hausratversicherung zahlt grundsätzlich, wenn das Fahrrad durch einen Einbruch in den Keller oder eine abgeschlossene Garage abhanden gekommen ist. Steht das Rad aber, insbesondere über Nacht, frei zugänglich vor dem Haus, dann kann eine Zusatzversicherung sinnvoll sein. Diese greift auch in diesem Fall bei einem Diebstahl – vorausgesetzt, das Rad war ordnungsgemäß abgeschlossen. Gerade bei teuren Rädern sichert sich der Besitzer gegen einen enormen Verlust ab.

Optionale Glasversicherung

Geht Glas im und am Haus infolge von Sturm und Hagel, einem Wasserrohrbruch, Einbruch oder Feuer in die Brüche, greift die reguläre Hausratversicherung. Ein Schaden am Ceranfeld beim Kochen allerdings fällt nicht unter diesen Schutz. Hier ist eine Glasversicherung erforderlich.
Jedoch sollte man abwägen, ob sich eine Glasversicherung als Zusatzleistung tatsächlich lohnt. Empfehlenswert ist sie in erster Linie, wenn auch entsprechend viel Glas im Haushalt vorhanden ist, beispielsweise bei einem Wintergarten.

Die Glasversicherung bezieht sich ausschließlich auf fest in der Wohnung montiertes Glas. Das heißt, Brillen, Bildschirme von Fernseher, Handy und Co. können im Schadensfall nicht über diese Police abgerechnet werden.

Optionale Versicherung von Wertsachen

Bis zu einer bestimmten Summe oder einem Prozentsatz sind auch Wertsachen im Grundtarif der Hausratpolice geschützt. Eine Zusatzversicherung, die einen höheren Wert umfasst, lohnt sich für alle, die viele Wertgegenstände in ihrem Haushalt haben.

Elementarversicherung

Einfach ausgedrückt handelt es sich bei einer Elementarversicherung um eine Erweiterung der Hausratpolice, die manchmal an ihre Grenzen stößt. Die Elementarversicherung deckt Schäden ab, die aus Naturkatastrophen resultieren.

Zwar sind in der Standard-Hausrat-Versicherung Blitzeinschläge und Feuer enthalten, jedoch fallen in den meisten Fällen Überschwemmungen und Hochwasser sowie Erdbeben oder seltenere Katastrophen nicht in dieses Schadensbild. Mit einer Elementarversicherung erweitert sich das Spektrum der Leistungen im Schadensfall und der Versicherer übernimmt dann auch die Kosten für Reparaturen, die nach einem Hochwasser am Gebäude und den darin vorhandenen Gegenständen nötig sind.

Was passiert nach dem Schaden?

Als erstes gilt es, den Versicherer umgehend über die aktuelle Schadenslage zu informieren, um einen Anspruch auf eine Entschädigung geltend machen zu können. Dies kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

TIPP: Machen Sie bei einem Einbruch Fotos, um Beweise zu haben. Im weiteren Verlauf tritt die Hausratpolice in Kraft.

Entschädigung durch Leistungen

Der Versicherer kommt in Schadensfall für die Kosten auf, die für eine Reparatur des demolierten Teils anfallen. Ist dies nicht möglich, wird der angezeigte Gegenstand in der Regel zum Neuwert erstattet. Daher ist es sinnvoll, Kaufbelege aufzubewahren, um den Besitz und den Geldwert nachweisen und die Versicherungsleistung in Anspruch nehmen zu können.

Es gibt aber auch Policen, in denen eine sogenannte Zweitwert-Erstattung vereinbart wird. In diesem Fall kommt der Versicherer nur für den Wert auf, den der beschädigte oder gestohlene Gegenstand zum Zeitpunkt des angezeigten Vorfalls hat.

Entschädigung durch Kostenübernahme

Infolge eines Versicherungsfalls erstattet der Versicherer dem Geschädigten auch anfallende Kosten wie das Wegräumen und den Abtransport der beschädigten versicherten Gegenstände. Ferner kommt er für etwaige Hotelkosten auf, wenn die ständig bewohnte Wohnung durch den angezeigten Schaden als nicht mehr bewohnbar eingestuft wird.
Sollte die im Versicherungsschein festgelegte Schadenssumme überschritten werden, beteiligt sich der Versicherer anteilmäßig an den Kosten, die dem Versicherungsnehmer durch einen hinzugezogenen Sachverständigen entstehen.

Je nach Ausmaß des Versicherungsfalls sind die Kosten durch eine entsprechende Klausel im Versicherungsschein der Police auf eine Obergrenze festgelegt.

Hausratversicherung stets aktualisieren

Ändert sich die Lebenssituation ist es auch sinnvoll, die Hausratversicherung anzupassen. Dabei sollten die neuen Umstände wie Umzug, Zusammenleben mit anderen Personen und die Größe der Wohnung dem Versicherer mitgeteilt werden, damit er den Vertrag auf den aktuellen Stand bringen kann.

Allgemein sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, das Gegenstände der eigenen Kinder im Haus über die Hausratversicherung geschützt sind. Einige Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder in einer sogenannten häuslichen Gemeinschaft mit dem Versicherungsnehmer leben. Der Versicherungsschutz der Kinder bleibt auch in der Zeit der Ausbildung beziehungsweise des Wehrdienstes und des Studiums bestehen.

Hausratversicherung in einer Wohngemeinschaft

Wohnen mehrere Personen in einer Wohnung zusammen, beispielsweise Studenten oder Rentner in einer WG, reicht es in der Regel aus, wenn der Hauptmieter eine Hausratversicherung abgeschlossen hat. Im Versicherungsschein müssen dann aber die Gegenstände der jeweiligen Untermieter ausdrücklich mitversichert werden. Will man auf diese WG-Regelung in der Police verzichten, müssen alle Untermieter eine gesonderte Hausratversicherung abschließen. Ausnahme: Das Zimmer wird möbiliert untervermietet.

Studenten sind in den meisten Fällen zur Zeit des Studiums noch über die Hausratversicherung der Eltern mitgeschützt. Zur Absicherung sollten der Versicherer auf jeden Fall über die Wohnsituation in Kenntnis gesetzt werden. Er kann dann individuell entscheiden, was zu tun ist.

Hausratversicherung bei Zweitwohnsitz

Ist aufgrund des ausgeführten Berufs eine Zweitwohnung nötig, ist diese mit den darin enthaltenen Gegenständen nicht in der Hausratversicherung für den ständigen Wohnsitz enthalten. Im Gegensatz zu Gegenständen in Ferienhäusern, die durch die Police geschützt sind. Daher sollten Versicherungsnehmer entweder eine zweite Hausratversicherung über die zweite Wohnung abschließen oder diese in dem bestehenden Vertrag ergänzen lassen.

Stiftung Warentest kennt günstige und gute Versicherer
Stiftung Warentest bietet allen Versicherungsnehmern Unterstützung. Es gibt zahlreiche Anbietet von Hausratversicherungen – mit unterschiedlichen Leistungen und Beiträgen. Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Versicherer unter die Lupe und bietet einen Überblick über die Policen.

Unterversichert und zu hohe Beiträge

Beim jüngsten Vergleich von Stiftung Warentest zu Beginn des Jahres 2017 haben die Experten übrigens festgestellt, dass viele Deutsche unterversichert sind und zugleich auf der anderen Seite zu viel für ihre Policen zahlen. Daher raten sie, regelmäßig die Wertgegenstände in der Wohnung zu bewerten und sich einen Überblick zu verschaffen. Außerdem müssen bei einem Wohnortwechsel die Vertragsbedingungen (Lage der Wohnung und Quadratmeterzahl) angepasst werden, um einen fortlaufenden Versicherungsschutz zu gewährleisten.

TIPP: Es gibt eine sogenannte Unterversicherung-Verzicht-Klausel. Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die Summe der Versicherung unter dem tatsächlich versicherten Wert der Gegenstände ist. Mit der Verzichtklausel wird das Risiko minimiert, dass dem Versicherungsnehmer im Schadensfall Abzüge entstehen.

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Wer seinen Hausrat mit einem zu hohen Wert angibt, zahlt zu hohe Beiträge. Höhere Leistungen ergeben sich daraus nicht. TIPP: Umso wichtiger ist es, regelmäßig – das heißt etwa alle drei Jahre – eine Bewertung der Sachgegenstände der Wohnung vorzunehmen und die Police zu aktualisieren.

Beitragsrechner bieten Überblick und Vergleich

Um einen angemessenen Beitrag zu ermitteln, kann unser Beitragsrechner zu Rate gezogen werden. Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass häufig Policen angeboten werden, die bei ähnlicher Leistung nur ein Drittel des Beitrags erheben als teure Versicherungsnehmer. Denn eine Hausratpolice muss nicht teuer sein. Mit nur wenigen Euro monatlich ist auch für den schmalen Geldbeutel ein existenzieller Schutz gegeben.

Versicherungswechsel spart Geld

Wer über den Beitragsvergleich eine günstigere und seinen Anforderungen entsprechende Hausratpolice gefunden hat, sollte einen Wechsel in Betracht ziehen, um dadurch Geld zu sparen.

Eine Hausratversicherung wird über einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen – in der Regel sind das zwischen einem und drei Jahren. Daher sollten die Kündigungsfristen eingehalten werden, um weder mit zwei parallel laufenden Versicherungen überversichert, noch mit einer Lücke unterversichert zu sein.

Neben dieser ordentlichen Kündigungsfrist gibt es noch die außerordentliche Frist. Diese gilt beispielsweise, wenn Ihr Versicherer eine Beitragserhöhung bekannt gibt. Auch wenn ein Paar neu zusammenzieht, kann eine Hausratversicherung aufgekündigt werden. Die zuletzt geschlossene Police ist in dieser Situation laut Gesetz kündbar, da beide Beteiligten nun einen gemeinsamen Haushalt bestreiten.

Die Kündigung bei Ihrem Versicherer sollten Sie am besten bestätigen lassen oder per Einschreiben schicken, um einen Beweis für diesen Schritt zu haben.

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