Gewerbeversicherung im Vergleich

Jeder Unternehmer möchte seine Mitarbeiter, die Geschäftsleitung als auch das firmeneigene Inventar schützen. Durch eine gut abgestimmte Gewerbeversicherung beziehungsweise Betriebsversicherung können unterschiedliche Bereiche effizient versichert werden. Dabei werden verschiedene Risikogruppen unterschieden.

 

Welche Risikogruppen gibt es bei der Gewerbeversicherung?

In der Gewerbeversicherung werden hauptsächlich vier Risikogruppen unterschieden:

  • Unternehmerrisiko
  • Vermögensrisiko (Schädigung des eigenen Vermögens)
  • Haftungsrisiko (Schädigung von Dritten)
  • Mitarbeiterrisiko

 

Was ist ein Unternehmerrisiko?

Das Unternehmerrisiko darf nicht mit dem Unternehmensrisiko verwechselt werden. Das Unternehmerrisiko bezieht sich allein auf die Person des Unternehmers. Dabei werden vorrangig die Bereiche Krankheit, Berufsunfähigkeit, Unfall sowie Todesfall entsprechend versichert.

Normale Privatversicherungen greifen bei Unternehmern, selbstständigen Handwerkern und Freelancern nicht.

 

Was ist unter Vermögensrisiko zu verstehen?

Unter Vermögensrisiko im Rahmen einer Gewerbeversicherung werden alle Schäden verstanden, die im direkten Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen. Darunter fallen:

  • Brandschäden
  • Wasserschäden
  • Schäden durch Einbruchdiebstahl
  • Betriebswirtschaftliche Unterbrechungen
  • Schäden im Bereich Bürotechnik und Datenverarbeitung

 

Was bedeutet Schädigung von Dritten?

Die Gewerbeversicherung umfasst auch Schäden, die bei anderen nicht zum Unternehmen gehörenden Personen und Firmen entstehen. Dazu zählen unter anderem Schäden die aufgrund Fehlberatung, Folgeschäden wegen Vertragsbruch als auch rechtliche Ansprüche von unbeteiligten Personen entstehen.

 

Welche Risiken sollten in Hinblick auf die Mitarbeiter versichert werden?

Mitarbeiter eines Unternehmens sollten insbesondere in den Bereichen Krankheit, Berufsunfähigkeit, Unfall, Todesfall und Altersvorsorge versichert werden.

 

Welcher Versicherungsschutz ist für Unternehmer wichtig ?

Nicht jede Gewerbeversicherung hat für Unternehmer den gleichen Stellenwert. Hinsichtlich der Wichtigkeit werden im wesentlichen zwei Risikostufen unterschieden:

  • Existenzielle Risiken
  • Finanzielle Risiken, die nicht existenzbedrohend sind

 

Was sind existenzielle Risiken?

Für jedes Unternehmen sind vor allem die Risiken von Bedeutung, die den Fortbestand des Betriebes gefährden können. Dazu gehört insbesondere das persönliche Risiko des Unternehmers wie beispielsweise die Berufsunfähigkeit als Unternehmensleitung aufgrund von Krankheit oder Unfall. Hier ist der Abschluss einer Gewerbeversicherung unerlässlich, um den Fortbestand der Firma zu gewährleisten.

 

Was ist unter einem finanziellen Betriebsrisiko zu verstehen?

Als finanzielles Betriebsrisiko werden alle Schäden betrachtet, die für das Unternehmen zwar finanziell mehr oder weniger belastend sind, aber dennoch keine existenzielle Gefahr darstellen. Dazu gehören unter anderem Wasser-,Unwetter-, und Brandschäden sowie Schäden aufgrund eines Einbruchdiebstahls.

 

Welche Versicherungen sollten abgeschlossen werden?

Welche Gewerbeversicherung wichtig ist, richtet sich vor allem nach dem jeweiligen Versicherungsbedarf. Allerdings sind Unternehmen betriebswirtschaftlich unterschiedlich strukturiert. Das bedeutet, jede Firma hat einen individuellen Versicherungsbedarf. Somit ist es kaum möglich. pauschal etwas über den Versicherungsschutz von Unternehmen zu sagen.
Bei den Gewerbeversicherungen zur Deckung von existenziellen Risiken spielt insbesondere die Betriebshaftpflichtversicherung eine bedeutende Rolle.

Wozu dient eine Betriebshaftpflichtversicherung ?

Die Betriebshaftpflichtversicherung kommt in den Fällen zu tragen, wo es um Schadensersatzforderungen Dritter geht. Dabei beschränkt sich die Versicherungsleistung nicht nur auf die Schadensregulierung. Viel mehr erfasst die Betriebshaftpflicht auch die Abwehr von Schadensersatzansprüchen. Das bedeutet, dass auch die Kosten für einen Rechtsanwalt bezahlt werden, der die Rechtmäßigkeit der Schadensersatzansprüche überprüft.

HINWEIS: Die Erfüllung vertraglicher Pflichten gegen über Dritten gehört nicht zum Leistungsumfang einer Betriebshaftpflichtversicherung.

 

Wer ist durch die Betriebshaftpflicht versichert?

Mit einer Betriebshaftpflichtversicherung sind alle Personen versichert, die zur Unternehmensleitung gehören oder die als Mitarbeiter einer betrieblichen Tätigkeit nachgehen. Dazu gehören auch die Auszubildenden eine Betriebes.

Welche Schäden werden durch die Betriebshaftpflichtversicherung übernommen ?

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt folgende Schäden :

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden im Rahmen eines Personen-oder Sachschadens

 

Was sind Personenschäden?

Wird eine Person, die nicht zum Unternehmen gehört, durch einen Mitarbeiter verletzt, übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung alle Schäden, die im Zusammenhang mit den Personenschäden stehen. Dazu gehören unter anderem die Heilungs-und Reha-Kosten

 

Was sind Sachschäden?

Sind Sachen beschädigt oder vernichtet worden, so erstattet die Versicherung alle Kosten die für die Reparatur oder Wiederherstellung notwendig sind.

 

Was ist unter einem Vermögensschaden zu verstehen?

Es handelt sich um einen Vermögensschaden, wenn durch den Betrieb einem anderen Menschen ein finanzieller Schaden zugefügt wird. In diesem Fall werden beispielsweise die Kosten für Nutzungs-, Verdienst oder Gewinnausfälle des geschädigten Dritten von der Versicherung übernommen.

 

Gibt es Zusatzversicherungen im Rahmen einer Gewerbeversicherung ?

Im Rahmen einer Unternehmensversicherung gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich über eine speziell ausgerichtete Gewerbeversicherung abzusichern. Doch es gibt auch Versicherungsfälle, die nur durch eine Zusatzversicherung den notwendigen Versicherungsschutz bieten. Zu den wichtigsten Zusatzversicherungen gehören zum Beispiel:

  • D&O Versicherung
  • Unternehmensrechtsschutzversicherung
  • Betriebliche Unfallversicherung

 

Was ist eine D&O Versicherung ?

Die D&O Versicherung (Directors and Officers Liability insurance) ist auch unter der Bezeichnung „Managerhaftpflicht bekannt. Sie dient vor allem der Absicherung von Vermögensschäden, die durch die führende Unternehmerposition bei der Berufsausübung entstehen können.

 

Wer wird durch eine D&O Versicherung abgesichert?

Die D&O Versicherung wurde für Personen geschaffen die aufgrund ihrer führenden Tätigkeit einer besonderen Haftung unterliegen. Zum Kreis der Versicherten zählen zum Beispiel:

  • Personen des Aufsichtsrats
  • Vorstandsmitglieder
  • Geschäftsführer

 

Welche Schäden werden durch eine D&O Versicherung gedeckt ?

In den Führungspositionen von Unternehmen kann schon eine kleine Unachtsamkeit verheerende finanziellen Folgen haben. Die D&O Versicherung schütz dabei vor daraus resultierenden Vermögensschäden.

 

Was sind Vermögensschäden?

Bei den Vermögensschäden werden zwei Schadensformen unterschieden:

  • Unechter Vermögensschaden
  • Echter Vermögensschaden

 

Was ist unter einen unechten Vermögensschaden zu verstehen?

Unechte Vermögensschäden sind Folgeschäden, die aufgrund von Personen- beziehungsweise Sachschäden entstehen. So zählt zum Beispiel ein Verdienstausfall, der auf einem erlittenen Personenschaden basiert, als Vermögensschaden. Somit werden die Kosten des Verdienstausfalls im Rahmen der Schadenregulierung von der Versicherung bezahlt.

 

Was sind echte Vermögensschäden?

Echte Vermögensschäden werden nicht durch unmittelbare Personen-oder Sachschäden verursacht. Dennoch entsteht aufgrund eines schuldhaften Verhaltens einem Dritten ein finanzieller Schaden wie zum Beispiel Umsatzeinbußen zugefügt. Diese rein finanzielle Schädigung wird als echter Vermögensschaden bezeichnet.

TIPP: In einer Führungsposition kann schon ein kleiner Fehler schwerwiegende finanzielle Folgen haben, für die unter Umständen auch mit dem Privatvermögen gehaftet wird. Daher lohnt sich eine D&O Versicherung vor allem für Personen die zur Unternehmensleitung gehören.

 

Welche weiteren Gewerbeversicherungen gibt es noch?

Folgende speziellen Versicherungen können unter anderem im Rahmen einer Gewerbeversicherung abgeschlossen werden:

  • Diebstahlversicherung
  • Elektronikversicherung
  • Betriebsunterbrechungsversicherung
  • Transportversicherung
  • Versicherung des Fuhrparks
  • Leitungswasserversicherung
  • Gaststättenversicherung

 

Welche Versicherungen lohnen sich für ein Unternehmen?

Welche Versicherungen benötigt werden, um ein Unternehmen optimal zu versichern, hängt von dem Versicherungsbedarf der einzelnen Firma ab. Da der Versicherungsbedarf nur schwer zu ermitteln ist, sollte damit ein Versicherungsexperte beauftragt werden. Nur so ist gewährleistet, dass der Betrieb perfekt abgesichert ist.

 

Was kostet eine Gewerbeversicherung ?

Gewerbeversicherungen werden von vielen Versicherungsgesellschaften angeboten. Allerdings unterscheiden sich die Policen sowohl bei den Tarifen als auch bei den Leistungspaketen. Die Höhe der Tarife richtet sich nach dem versicherten Risiko. Außerdem spielen bei der Ermittlung der Versicherungstarife unter anderem Faktoren wie die Branche und die Größe des Unternehmens eine entscheidende Rolle.

Es ist ratsam, vor dem Abschluss der Gewerbeversicherung einen Experten hinzuzuziehen, der den genauen Versicherungsbedarf des Unternehmens ermittelt und den dafür besten Tarif berechnet.

 

Welche Laufzeit hat eine Gewerbeversicherung ?

In der Regel hat eine Gewerbeversicherung eine Laufzeit von einem Jahr. Es gibt aber auch Versicherungen die eine länge Vertragsdauer haben, was die Höhe der Beitragszahlungen reduzieren kann.

 

Werden Gewerbeversicherungen rabattiert ?

Der Konkurrenzkampf in der Versicherungsbranche ist hart. Daher lohnt es sich immer nach Rabatten zu fragen. Zudem kann es sich lohnen das ganze Versicherungspaket bei einer Versicherung abzuschließen.

 

Kann eine bestehende Gewerbeversicherung gewechselt werden ?

Eine Gewerbeversicherung kann zu jeder Zeit gewechselt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Versicherungsvertrag vorher frist-und formgerecht gekündigt wird.

 

Wann kann die Gewerbeversicherung gekündigt werden ?

Viele Kunden gehen davon aus, dass eine Kündigung der Gewerbeversicherung nur zum Herbst eines Jahres gekündigt werden kann. Das ist nicht so. Die Versicherung kann grundsätzlich drei Monate vor dem Ende der vertraglichen Laufzeit gekündigt werden. Das muss nicht zwangsläufig der Herbst sein.

 

Was ist bei der Kündigung zu beachten ?

Wichtig ist, dass die Kündigungsfristen eingehalten werden. Zudem sollte die Kündigung immer schriftlich erfolgen und muss unbedingt die original Unterschrift des Vertragsunterzeichners enthalten. Eine Kündigung im Auftrag ist daher rechtlich nicht erlaubt. Die Kündigung sollte der Versicherung per Einschreiben / Rückschein postalisch zugestellt werden.

TIPP: Eine Kündigung ist auch per Fax möglich. Wichtig ist dabei, dass die original Unterschrift deutlich erkennbar ist und ein Meldeprotokoll existiert. Dennoch sollte die Kündigung auch noch zusätzlich postalisch an die Versicherung geschickt werden, auch wenn das Schreiben nicht mehr fristgerecht ankommt. Für die Gültigkeit der Kündigung hat das keinen Einfluss, da die Frist bereits durch das Fax gewahrt wurde.

ACHTUNG: Die sogenannte Beweislast, dass die Kündigung der Gewerbeversicherung fristgerecht erfolgt ist, liegt nach ständiger Rechtsprechung beim Versicherungsnehmer.

 

Gibt es ein außerordentliches Kündigungsrecht bei Gewerbeversicherungen ?

Es gibt drei Gründe für eine außerordentliche Kündigung der Gewerbeversicherung:

1. Kündigung nach Schadensregulierung
Hat der Versicherte einen Schaden gemeldet und wurde der Schaden von der Versicherung daraufhin vertragsgemäß reguliert, kann der Gewerbevertrag gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall vier Wochen.
HINWEIS: Das außerordentliche Kündigungsrecht steht nicht nur dem Versicherten zu. Auch die Versicherung hat, nachdem sie den Schaden beglichen hat, ein Sonderkündigungsrecht.

2. Kündigung nach Prämienanpassung
Wurde die Versicherungsprämie durch die Versicherung angehoben ohne dass die Versicherungsleistung entsprechend verändert wurde, kann der Versicherte die Gewerbeversicherung vorzeitig kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall einen Monat nach dem die Prämienerhöhung wirksam geworden ist.

3. Kündigung wegen Risikofortfall
Ein weiterer Grund für eine außerordentliche Kündigung ist der Wegfall des Risikos wegen dem die Versicherung ursprünglich abgeschlossen wurde. Voraussetzung für das Sonderkündigungsrecht ist, dass es sich bei dem weggefallenen Risiko tatsächlich um den Hauptgrund (das sogenannte Hauptrisiko) handelt, der Grundlage für die Gewerbeversicherung war.

 

Welche Folgen hat eine Kündigung durch die Versicherung nach einer Schadensregulierung ?

Hat die Versicherung, nachdem sie den Schaden reguliert hat, die Kündigung ausgesprochen, kann das für den Versicherten zum Problem werden. Zunächst wird es bei einer Kündigung aufgrund einer Schadensregulierung nicht sonderlich leicht, einen anderen Versicherer zu finden. Die Suche nach einer neuen Gewerbeversicherung wird zudem noch erschwert, da die ursprüngliche Versicherungsgesellschaft dazu verpflichtet ist, die neue Versicherung von der Schadensregulierung in Kenntnis zu setzen. Zudem muss bei der Beantragung der neuen Gewerbeversicherung verpflichtend bekannt gegeben werden, wer den Versicherungsvertrag gekündigt hat.

 

Wie kann der optimale Tarif für eine Gewerbeversicherung gefunden werden?

Wer auf der Suche nach einer guten aber dennoch günstigen Gewerbeversicherung ist, kann unseren kostenlosen Vergleichsrechner am Anfang dieses Artikels nutzen. Hier können unverbindlich die verschiedenen Angebote der Versicherungen bezüglich einer Gewerbeversicherung neutral verglichen werden.

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