Elektromobile im Vergleich

 In Allgemein

Was ist ein Elektromobil?

Elektromobile zählen zu den medizinischen Hilfsmitteln. Sie werden als Sonderform des Elektrorollstuhls betrachtet. Die Nutzung erfolgt hauptsächlich durch mobilitätseingeschränkte Personen.

Die Modelle reichen von Rollermodellen über überdachte Modelle, die einem kleinen Auto in Komfort in nichts nachstehen.

Der Nutzen eines Elektromobils

  • fördern die Selbstständigkeit trotz Mobilitätseinschränkung
  • reduzieren die Beschneidung der Lebensqualität
  • ermöglichen die Bewältigung alltagsrelevanter Strecken und Wege
  • wirken teilweise der sozialen Isolation entgegen

Für wen lohnt die Anschaffung eines Elektromobils?

Die wohl größte Nutzergruppe dieses Hilfsmittels sind Senioren. Aber auch junge, gehandycapte und dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen profitieren von der Fortbewegungsmöglichkeit.

Die Beratung vor der Kaufentscheidung

Wird sich dazu entschlossen ein Eletromobil anzuschaffen, steht vorab eine gründliche Beratung an. Da ein solches medizinisches Fahrzeug mit einem erhöhten Anschaffungswert behaftet ist, sollte vorab eine gut durchdachte Auswahl stattfinden.

Wozu denn beraten lassen?

Vor Anschaffung besteht in zweierlei Hinsichten Beratungsbedarf. Dieser ergibt sich aufgrund einer:

  • sehr großen Auswahl diverser Modelle und Anbieter
  • individueller Ansprüche ans Fahrzeug

Zudem sollte vorab nicht außer Acht gelassen werden, wieviel Pflege und Instanthaltung der in Frage kommende Fahrzeugtyp braucht.

TIPP: Sollte sich eine dritte Person um das Fahrzeug kümmern (Pflege u.ä.) sollte diese in das Anschaffungsvorhaben involviert werden. Gehen Sie zusammen zum Beratungsgespräch. So lassen sich spätere Probleme im Umgang mit der Mobilitätshilfe besser vermeiden.

Was ist vor einer Modellwahl zu beachten?

Die Wahl des passenden Modelles sollte in Zusammenarbeit mit einem fachkundigen Verkäufer, der die Vor- und Nachteile diverser Modelle kennt, und ihnen stattfinden.
Es bietet sich vorab an, eine Liste zu erstellen, die die eigenen Ansprüche verdeutlicht.

Auf der Liste sollte abgeklärt werden:

  • Wo soll das Elektromobil genutzt werden? (Innen und/oder Außen)
  • Welche Strecken sollen zurückgelegt werden?
  • Ist ein Transport mittels Fahrzeug möglich?
  • Ist das Mobil vielseitig einsetzbar?
  • Wird Wert auf hohen Komfort und Bequemlichkeit gelegt?
  • Handhabung möglichst vereinfacht?
  • Kostenübernahme furch Krankenkasse/Pflegekasse o.ä. möglich?

Das Elektromobil testen

Vor Anschaffung eines Elektromobils sollte ein ausgiebiger Test erfolgen.
Dabei sollte besonderes Augenmerk auf bequeme Sitzhaltung, ansprechende Bedienbarkeit und Leistung des/der gewählten Modells/e gelegt werden.

Vergleiche Einholen

Auch wenn das Beratungsgespräch inklusive Testfahrt einige Zeit in Anspruch nimmt, sollte man sich nicht genötigt fühlen, eine sofortige Kaufentscheidung zu treffen. Da es sich um ein hochwertiges Hilfsmittel handelt, enstehen entsprechende Kosten. Durch Vergleiche mit anderen Anbietern kann so einiges Geld gespart werden.

Kosten

Die Anschaffungskosten weisen eine hohe Spanne auf. Im Schnitt werden Preise von 1.000 bis 7.000Eur auf den Käufer zukommen.
Der Preis selbst richtet sich dabei nach:

  • Geschwindigkeit
  • Leistung
  • Reichweite
  • Komfort

Bei überdachten Mobilen kann die hier genannte Kostengrenze sogar noch überschritten werden.

Finanzierung

In den meisten Fällen werden von Kassenträgern nur Kosten für Modelle übernommen, die eine Grundversorgung gewährleisten. Diese sind meist langsam, haben keine große Reichweite und eingeschränkt im Komfort.
Kommt die Kostenübernahme für das gewählte Modell nicht in Frage, bleibt nur die Option das HIlfsmittel selbst zu zahlen.

Ist eine Einmalzahlung nicht möglich, sollte sich nach der Möglichkeit eines Finanzierungsplans erkundigt werden.
Dabei sind auf etwaig anfallende Zinsen zu achten. Des weiteren werden die Ratenpläne oftmals auf möglichst kurze Laufzeiten errechnet, da das Alter bei Anschaffung ein Risiko birgt.

Weitere Möglichkeiten der Finanzierung

Ist eine Ratenzahlung ebenfalls ausgeschlossen, kann sich nach einem gebrauchten Modell umgesehen werden. Diese sind oft deutlich kostengünstiger. Dabei zu beachten:

HINWEIS: Bei Kauf eines gerbauchten Eletromobils unbedingt auf Zustand, Funktionstüchtigkeit und Sicherheit achten!

Des weiteren bieten manche Sanitätshäuser die Option an, ein solches medizinisches Hilfsmittel zu mieten oder zu leihen. Die dabei anfallenden Gebühren können die Kosten im Vergleich zur Neuanschaffung erheblich reduzieren.

Unterhaltungskosten

Die Kosten, die sich nach Anschaffung und bei Nutzung des Mobils ergeben, sind aus mehreren zu bedenkenden Faktoren zusasmmengesetzt:

  • Intervalle der Batteriewiederaufladung
  • Wechel der Batterien in gegenem Zeitabstand
  • Anschaffung diverser Pflegemittel
  • anfallende Reparaturen
  • ebentuell notwendiges Zubehör

Kostenübernahme eines Elekromobils durch die Krankenkasse

Grundsätzlich ist eine Kostenübernahme durch den Krankenkassenträger möglich. Sie gelten, wie Elekrtorollstühle als anerkannte Hilfsmittel.
Beantragt werden können komplette Kostenübernahme oder Teilförderung bei den Anschaffungskosten.

HINWEIS: Um überhaupt Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu erhalten, ist der Nachweis einer Pflegestufe bzw. eines Pflegegrads nötig.

Wie wird ein Antrag auf Übernahme/Förderung gestellt?

Ist die Auswahl eines in Frage kommenden Modells getroffen, muss sich an den Haus- oder Facharzt gewandt werden. Dieser wird, bei gegebener Indikation ein Rezept ausstellen.

Dabei kann auf ein bestimmtes Modell verwiesen werden, welches im Rezept vermerkt werden soll.

Das Rezept wird anschließend im ausgewählten Sanitätshaus eingereicht. Dieses kümmert sich um das weitere Genehmigungsverfahren.
Dabei wird das Haus einen Versorgungsvorschlag erstellen, welche die zu deckenden Kosten beinhaltet und diesen an die entsprechende Krankenkasse weitergeben.

Beim Versicherungsträger erfolgt dann eine Prüfung der entsprechenden Kosten. Dabei wird differenziert, welche Kostenpunkte des Kostenvoranschlags getragen werden und welche nicht.
Egal ob bei voller oder teilweiser Übernahme, wird in den meisten Fällen ein Selbstkostenbeitrag durch den Versicherungsnehmer nötig. Auf diese sollte sich eingestellt werden.

Selbstkostenbeiträge

Selbstkostenbeiträge werden vom Gesetzgeber vorgesehen, um den steigenden Kosten des Gesundheitswesens dämpfend entgegenzuwirken.

Zuzahlung

Wird vom Versicherten Zuzahlung fällig, beschränkt sich dieser Beitrag auf minimal 5,-Eur und maximal 10,-Eur. Der genaue Zuzahlungsbeitrag ergibt sich aus 10% der Gesamtsumme des Hilfsmittels. Dabei kann man unbesorgt sein. Durch die maximale Obergrenze, sind auch bei hochpreisigen Anschaffungen wie dem Elektromobil, höchstens 10,-Eur zuzuzahlen.

Eigenanteil

Dieser wird nur dann erhoben, wenn Hilfmittel auch dann angeschafft werden müssen, wenn keine medizinische Indikation besteht.

Wirtschaftliche Aufzahlung

Wird sich für beim Elektromobil entschieden, dass aus dem sogenannten „Maß der Notwendigkeit“ fällt, besteht die Möglichkeit, dass Hilfsmittel durch die wirtschaftliche Aufzahlung dennoch zu bekommen.

Diese wird vorallem dann angesetzt, wenn die Geschwindigkeitsgrenze von 6km/h (Notwendigkeit) überschritten wird.
Dies ist dann ggf. durch den Kostenträger zu genehmigen.

Besonderheiten

Wird das Hilfmitttel Elektromobil genehmigt, ergibt sich eine Dauer der Notwendigkeit bzw. ein Nutzungszeitraum.
Dadurch ergeben sich einige Besonderheiten, die beachtet werden müssen.

1) Es muss ausreichender Schutz vor

  • Witterung
  • Diebstahl
  • Beschädigung

bestehen. Dadurch wird durch viele Träger vorab eine detailierte Angabe benötigt, um die Frage der Unterbringung und Stellmöglichkeit des Elektromobils zu klären.

2) Nachweis über Fahrtauglichkeit

Muss ein Elektromobil versichert werden?

Besteht eine Haftpflichtversicherung werden selbstverursachte Schäden am Mobil darüber gedeckt. Es ist keine zusätzliche Versicherung nötig.

Ausnahme: Elektromobil schneller als 6km/h

Wird ein Elektromobil gefahren, welches die festgesetzte Schrittgeschwindigkeit von 6km/h überschreitet, wird eine Versicherung nötig. Diese ähnelt der Mofaversicherung und fällt entsprechend kostengünstig und überschaubar aus.
Zusätzlich wird dann ein Kennzeichen am Fahrzeug nötig.

Zubehör fürs Elektromobil

Trotz aller Zuverlässigkeit und Komfort des erworbenen Fahrzeug, können früher oder später zusätzliche Anschaffungen in Form diverser Zubehöre nötig werden. Welche das sind und welchen Zweck sie erfüllen im Folgenden.

Batterien

Als Herzstück des Mobils sind die Batterien zeitlichem Verschleiß unterworfen. Daher ist immer auf die Hinweise im korrekten Umgang zu achten. dadurch wird eine lange Lebensdauer garantiert.
Dennoch kann es nötig werden, diese nach gewisser Laufzeit zu ersetzen.

Pflegemittel

Die Pflege ist ein Punkt, der bei der Anschaffung des Elektromobils nicht außer Acht gelassen werden sollte. Dies gilt sowohl für die private Anschaffung, als auch für Nutzungsberechtigungen durch Dritte.

Dabei ist zu beachten:

  • die Pflegemittel sind für die verwendeten Materialien zulässig
  • die Anwendung erfolgt genau nach Gebrauchsanweisung

Rampen

Seit geraumer Zeit tragen besonders große Städte Sorge, öffentliche Bereiche barrierefrei zu gestalten. Dies ist jedoch nicht überall und im benötigten Maße der Fall.
Hier helfen Rampen, um kleine Stufen und Unebenheiten zu überbrücken. So wird die neugewonnene Unabhängigkeit weniger durch Inanspruchnahme Dritter gehemmt.

Transporthilfsmittel

Die Nutzung des Mobils erfolgt oft im Vorhaben, Einkäufe und kleinere Besorgungen wieder selbstständig übernehmen zu können. Der Markt bietet hierfür einige Zubehöre an, die den Transport von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs erleichtern und dabei die Fahrtüchtigkeit des Nutzers nicht einschränken.

Solche Hilfsmittel können erworben werden als:

  • Halterungen für eigene Transportmöglichkeiten (Gepäckträger)
  • Körbe
  • Transportboxen

Achten Sie stets auf eine korrekte und sichere Montage der Hilfsmittel, um Gefahren und Verletzungen durch plötzliches Kippen oder Verlust zu vermeiden.

verkehrsrelevante Hilfsmittel

Ist die Mobilität stark eingeschränkt, kann es sinnvoll sein, Zubehöre am Fahrzeug anzubringen, die den Unfallschutz bei Fahrt erhöhen.
Rückspiegel, bestimmte Signalgeber oder Lampen für Dämmerungsfahrten helfen den Überblick auf der Straße zu bewahren. Zusätzlich können damit Dritte gewarnt oder vorzeitigt dazu angehalten werden, etwas mehr Platz für die Weiterfahrt auf Gehwegen einzuräumen.

Eletromobile auf dem Prüfstand der Stiftung Warentest

In einem Test zum Thema „Rollstuhl“ der Stiftung Warentest wurden auch Elektromobile ausgiebig unter die Lupe genommen.
Dabei wurden mehrere Punkte genaustens geprüft und getestet. Im Test wurden 4 Modelle herangezogen, die unterschiedliche Ausstattungen und Aufmachungen aufwiesen.
Überraschender Sieger dabei war kein vierrädriges Modell, sondern ein Scooter.
Die vier getesteten Modelle im kurzen Überblick:

OrangeBikeConcept Freeliner

Der relativ leichte 30kg-Roller war Testsieger mit Bestnote 1,0.
Er überzeugte durch sein leichtes Gewicht, eine Geschwindigkeit bis 20km/h und eine Zulademöglichkeit von 150kg.
Der komfortable kleine Roller ist geeignet für Mobilitätsbeschränkte und Menschen mit eingeschränktem Gleichgewicht.
Die Ladezeit beträgt ca. 4,5h.

Großer Vorteil des Geräts ist die relativ schmale Form, die eine Fahrt sowohl auf der Straße, als auch auf Gehwegen ermöglichst. Als Roller ist er hierbei weniger und leichter zu händeln, als andere Modelle auf vier Rädern.

MobilityCube Yeti

Dieses Testmodell ist besonders für den Außenbereich geeignet. Seine rustikale Aufmachung bietet besonders in schwierigeren Gelände solides Fahrverhalten.
Mit 73kg kein Leichtgewicht, weist aber dennoch eine Höchstgeschwindigkeit von 20km/h auf.
Vorteil ist hier das leichte Handling und das sehr sichere Fahrverhalten.
Im ausgeschalteten Zustand ist Rangieren gut möglich.

Nachteil: Er passt mit 84cm Breite oft durch keine Tür.

Genny Mobility Genny

In Optik und Design sehr elegant, dabei flink und wendig. Auch dieser Scooter mit 20km/h Höchstgeschwindigkeit überzeugt durch Fahrverhalten und schlanke Linie. Dies erleichtert auch das Anfahren schmaler Supermaktkassen.
Durch ausgeklügelte elektronische Hilfsmittel wird der Fahrer optimal unterstützt.

Nachteil: Technisch hohes Niveau kann später entsprechende Ausfälle und nötige Reparaturen nach sich ziehen.

Mini Crosser M1

4 Räder sorgen für optimales Fahrverhalten. Zudem ist das Mobil äußerst kippstabil, was das Unfallrisiko enorm senkt.
Vorteil: Geschwindigkeitsregulierung bei Lenkradeinschlag.

Fazit der Stiftung Warentest

Alle getesteten Modelle waren überzeugend.
Durch technsiche Hilfen wird das Fahrverhalten meist zusätzlich positiv beeinflusst. Besonders das Kippverhalten, eine Problematik, die bei elektrischen Rollstühlen öfter auftritt, kann so verbessert oder gar verhindert werden.

Im Test herangezogene Merkmale:

  • Geschwindigkeit
  • Kippverhalten
  • Fahrverhalten auf unebenenen Grund
  • Einsatz elektronischer Helfer
  • Maße und Kompatibilität im Alltag (Türen, Supermarktkassen etc pp)
  • Design
  • Sitzkomfort

Es kamen im Testergebnis keine Punkte auf, die zum Überdenken einer Anschaffung führen.
Individuelle Bedürfnisse können modellspezifisch abgedeckt werden, dass Fahrverhalten aller getesteten Fahrzeuge war sicher.
Die Nutzen-Kosten-Gleichung geht auf.

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