Ratgeber für Berufsunfähigkeitsversicherungen

 In Versicherungen

Berufsunfähigkeitsversicherung 

 

Insbesondere Freiberufler und Selbstständige sind abhängig von Ihrer Arbeitsfähigkeit. Kommt es einmal zu einer Berufsunfähigkeit, reichen die Ersatzleistungen der Krankenkassen zumeist nicht aus, um den Verdienstausfall, der durch die Berufsunfähigkeit entsteht, kompensieren zu können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher eine wünschenswerte Absicherung. Da der Gesundheitszustand des zukünftigen Versicherungsnehmers für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidend wichtig ist, reicht der Wille eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen zumeist nicht aus.

 

Der persönliche Gesundheitszustand ist entscheidend für die Bewilligung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Ähnlich wie bei einer Lebensversicherung, ist auch bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung der Gesundheitszustand von Freiberuflern und Selbstständigen von entscheidender Wichtigkeit, wenn ein Antrag auf eine Versicherung gestellt wurde. Der Gesundheitszustand entscheidet, ob die gewählte Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt vom Versicherer übernommen wird und wie hoch die Versicherungsprämien sind. Wer bereits einige Vorerkrankungen hat, muss mit zusätzlichen Risikozuschlägen rechnen. Es lohnt sich daher in jungen Jahren, wenn die Gesundheit noch nicht geschädigt ist, weitsichtig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um zusätzlich von günstigen Prämien profitieren zu können.

Versicherungsgesellschaften sind von Berufsunfähigkeitsversicherungsverträgen nicht abhängig. Sie wählen sich ihre Kunden genau aus, die bei ihnen versichert werden, daher müssen einige Freiberufler und Selbstständige auf den gewünschten Versicherungsvertrag verzichten, oder geben sich mit verkürzten Versicherungszeiten oder Einschneidungen bei der Rentenhöhe, zufrieden. Bei Versicherungsnehmer mit Vorerkrankungen werden im Versicherungsfall zumeist 2/3 der vertraglich vereinbarten Leistungen ausgezahlt.

 

Im Versicherungsfall wird genau nachgeprüft

Sollte es aus den unterschiedlichsten Gründen bei Freiberufler und Selbstständigen zu einer Berufsunfähigkeit kommen, prüft das jeweilige Versicherungsunternehmen, bei dem eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde, die Berufsunfähigkeit im Detail nach. Dabei werden nicht nur sämtliche Tätigkeitsbereiche genau durchleuchtet, sondern auch die Erkrankungen, die zur Berufsunfähigkeit führen. Sollte eine geringe Erwerbsfähigkeit festgestellt werden, werden die Bezüge vom Versicherungsunternehmen gekürzt. Die Berufsunfähigkeit muss von einem Arzt diagnostiziert und schriftlich attestiert werden.

 

Was bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig ist

Freiberufler und Selbstständige haben nicht jeden Monat ein Einkommen in gleicher Höhe. Die monatlichen Gewinne sind immer unterschiedlich und sollten daher nur im Durchschnitt berechnet werden. Um bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung den passenden Tarif mit einem ausreichenden Schutz finden zu können, müssen folgende Rechnungen gemacht werden:

  • welche Summe wird für das tägliche Leben benötigt?
  • welcher Finanzpuffer wäre bei einer schweren Erkrankung wünschenswert?

Bei der Auswahl des passenden Versicherungstarifes (Höhe der Versicherungsleistung) bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird ein wenig Fingerspitzengefühl benötigt. Die Versicherungsleistung sollte bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit letztendlich zum Leben ausreichen, darf aber nicht zu hoch gewählt werden, weil die monatlichen Versicherungsprämien im Vorfeld auch bezahlbar sein müssen.

 

Mehr Flexibilität bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die Nachversicherungsgarantie

Besonders schwierig wird es, wenn Freiberufler oder Selbstständige schon in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Es ist kaum möglich, den monatlichen Finanzbedarf voraussagen zu können, der Jahrzehnte später benötigt wird. Es ist daher immer ratsam, sich bei einem Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag ein wenig Flexibilität einzuplanen. Versicherungsverträge mit einer Nachversicherungsgarantie erlauben eine spätere Anpassung (jederzeit) an den tatsächlich ersichtlichen Bedarf. Bei der Berechnung der benötigten finanziellen Mittel bei einer Berufsunfähigkeit darf die allgemeine Inflation nicht vergessen werden. Die Nachversicherungsgarantie, auch flexible Dynamisierung genannt, kann eine eventuelle spätere Versorgungslücke schließen. Es gibt auch noch die starre Dynamisierung die die Beiträge stetig anpasst. Eine flexible Dynamisierung ist angenehm, weil die späteren Bezüge der Inflation angepasst werden, allerdings steigen dadurch auch die monatlichen Prämienzahlungen an. Wer als Freiberufler oder Selbstständiger zeitweise wenig Aufträge hat, kann durch die Dynamisierung in finanzielle Bedrängnis geraten. Versicherer bieten ihren Kunden daher an, dass einige Dynamisierungsschritte ausgelassen werden können. Allerdings lohnt sich hier der Blick in die Vertragsgrundlagen. Zumeist können nur zwei Dynamisierungsschritte ausgelassen werden, bei dem dritten Anpassungsschritt, der abgelehnt wird, werden die Dynamisierungen gestoppt und nicht mehr angeboten. Vor Vertragsabschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten daher die diesbezüglichen Klauseln im Vertrag genau geprüft werden. Einige Versicherungsunternehmen verbinden mit einer Nachversicherungsgarantie zusätzliche Gesundheitsprüfungen, die im Zuge der Dynamisierungsschritte angeordnet werden. Dynamisierungsschritte können sehr positiv sein, wenn die Anhebung der Prämien ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgt und zu den persönlichen Lebensumständen passen (bezahlbar sind). Da zumeist die Einnahmen mit steigender Berufserfahrung ansteigen, sollten Dynamisierungsschritte auch nach dem 45. Lebensjahr stattfinden, weil sie dann zumeist leichter bezahlt werden können. Der Versicherungsvergleich lohnt sich in jedem Fall, da unterschiedliche Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen immer wieder abweichende Vertragsdetails, Prämien und Leistungen bieten.

 

Vorerkrankungen dürfen nicht verschwiegen werden

Um bei einer späteren Berufsunfähigkeit die Auszahlung der vereinbarten Versicherungsleistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu gefährden, müssen im Versicherungsantrag alle bisherigen Vorerkrankungen angegeben und aufgelistet werden. Selbst, wenn die Verlockung groß ist, diese zu verschweigen, weil dadurch die Versicherungsprämien ansteigen, sollte dieser Fehler nichts begangen werden. Erfährt das Versicherungsunternehmen später von bereits bestehenden Vorerkrankungen, wird entweder der Betrag fristlos gekündigt oder ungewollt gekürzt. Es ist daher immer besser, gleich zu Beginn alle bestehenden Vorerkrankungen zu benennen. Es ist daher sinnvoll, eine Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen, wenn noch möglichst wenig Vorerkrankungen bestehen. Die günstigen Einstiegsprämien junger Freiberufler und Selbstständiger rechnen sich auch im Alter. Ältere Freiberufler und Selbstständige zahlen auch ohne bestehende Vorerkrankungen höhere Versicherungsprämien als Freiberufler, die schon sehr früh einen Versicherungsvertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben.

 

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Vor jedem Abschluss einer Versicherung sollte immer ein Versicherungsvergleich gemacht werden. So auch bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Höhe der zu zahlenden Versicherungsprämien sollte in einem guten Verhältnis zu den Leistungen stehen. Eine Nachversicherungsgarantie bietet große Vorteile, daher ist sie als Vertragszusatz empfehlenswert. Jedes Versicherungsunternehmen teil Freiberufler und Selbstständige von sich aus in Berufsgruppen ein. Diese Einteilung hat einen Einfluss auf die Prämienhöhe und die Leistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei einem Versicherungsvergleich sind daher nicht nur Kosten und Leistungen zu vergleichen, sondern auch die gewählte Einteilung der Berufsgruppe, die die Versicherungsunternehmen von sich aus vornehmen. Nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Risiko, das manche Tätigkeitsbereiche bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit mit sich bringen, entscheidet über die Höhe des monatlichen Versicherungstarifes.

 

Beim Versicherungsvergleich genau hinschauen

Die Konkurrenz zwischen den Versicherungsunternehmen ist groß, daher werben viele mit besonders günstigen Prämienangeboten, die bei genauem Hinschauen eher enttäuschen. Besonders bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden individuelle Kriterien (wie: Gesundheitszustand, Alter, Tätigkeit, Vorerkrankungen, Versicherungssumme usw.) zur Prämienberechnung hinzugezogen. Ein erster Blick auf Lockangebote reicht daher nicht aus, wenn es darum geht, die passende Versicherung finden zu können. Es kann daher durchaus sein, dass ein Versicherungsunternehmen das anfangs recht teuer erschien, bei genauer Betrachtung das günstigste Versicherungsangebot bietet, wenn im Gegensatz zu Konkurrenzunternehmen auf allzu hohe Risikozuschläge verzichtet wird. So mühsam es auch ist, der detaillierte Versicherungsvergleich lohnt sich. Im besten Fall bleibt die Berufsfähigkeit über Jahrzehnte erhalten und da sollten die Versicherungsprämien nicht überflüssig hoch sein. Um konkrete Angebote ausgewählter Versicherungsunternehmen führt daher bei einem Versicherungsvergleich kein Weg herum. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung bietet nicht nur ein überzeugendes Preis- / Leistungsverhältnis, sondern auch die Sicherheit, dass im Versicherungsfall die Versicherungssumme problemlos ausgezahlt wird.

 

Frauen zahlen höhere Prämien

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Frauen bei der Versicherungsprämie etwa 10 bis 30 Prozent tiefer in die Tasche greifen als Männer. Raucher zahlen oft ebenfalls mehr.

 

Wie anderweitig hohe Versicherungsprämien gemindert werden können

Ist ein Angebot von einem Versicherungsunternehmen interessant, aber ein wenig zu teuer, können anderweitig die Prämien gesenkt werden. Wer sich für kürzere Laufzeiten entscheidet, kann von etwa 15 Prozent Ersparnis profitieren. Die kürzeren Laufzeiten bedeuten, dass nach dem Eintreten des Versicherungsfalls durch Berufsunfähigkeit die Zahlung der Versicherungsleistung erst nach einigen Monaten beginnt (wie vertraglich vereinbart). Um diese Versorgungslücke vorsorglich schließen zu können, sollte ein „Notgroschen“ angespart werden. Diese Lösung sollte aber wirklich nur dann gewählt werden, wenn es dringend notwendig ist, bei der Versicherungsprämie Kosten einzusparen. Würden die monatlichen Einsparungen über Jahre hinweg angespart, wäre wahrscheinlich die Summe immer noch zu gering, um als „Notgroschen“ zur Überbrückung der Karenzzeit, genutzt werden zu können. Das damit verbundene Risiko könnte unüberschaubar sein.
Problematisch wird es, wenn aus Kostengründen eine Karenzzeit vertraglich vereinbart wurde, der Versicherte sich über Monate hinweg eingeschränkt und zusätzlich noch die weiteren Prämien für seine Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlt hat, dann aber wieder gesundet. Die Berufsunfähigkeit liegt dann nicht mehr vor, sodass auch nach der Karenzzeit keine Zahlungen von der Berufsunfähigkeitsversicherung zu erwarten sind. Eine Krankentagegeldversicherung zahlt auch nicht, wenn keine Krankheit mehr vorliegt. Haben sich in der „Erholungsphase“ treue Kunden anderen Freiberuflern oder Selbstständigen zugewandt, fällt es nach der Genesung schwer, einen neuen Kundenstamm aufzubauen, vor allem, wenn Geldsorgen unvermeidbar sind. Es ist daher gründlich zu überlegen, ob die Vereinbarung einer Karenzzeit bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich eine lohnenswerte Entscheidung ist.

 

Ist eine Krankentagegeldversicherung eine Alternative?

Wie es die Bezeichnung der Versicherung schon ausdrückt, handelt es bei einer Krankentagegeldversicherung nicht um eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Es werden nur Versicherungsleistungen ausgezahlt, wenn es sich um eine Krankheit, nicht aber um eine Berufsunfähigkeit handelt. Maximal 78 Monate werden bei einer andauernden Krankheit Leistungen ausbezahlt. Bei einer krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit nicht. Um keine unbegründeten Leistungen zahlen zu müssen, überprüfen Versicherungsunternehmen genau, ob bei einer lang andauernden Krankheit nicht tatsächlich eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Werden versehentlich Leistungen überzahlt, können diese vom Versicherungsunternehmen nachträglich vom Versicherten noch zurückgefordert werden. Daher können Freiberufler und Selbstständige eine Krankentagegeldversicherung nicht als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung einplanen, sondern lediglich als notwendige Absicherung bei einem tatsächlichen Krankheitsfall.

 

Gibt es bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Überschussbeteiligung?

Da Versicherungsunternehmen immer mindestens kostendeckend planen, wird immer eine Beitragssumme eingefordert, die über den tatsächlichen Kosten liegt, wenn es zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Es kommt daher zwangsweise zu Überschüssen, die verzinst auf dem Kapitalmarkt angelegt werden. Die Versicherten werden an diesen Gewinnen beteiligt, es gibt unterschiedliche Möglichkeiten:

  • eine Verrechnung der anteiligen Gewinne mit den Beitragszahlungen
  • eine Bonusrente
  • die Bildung einer verzinslichen Ansammlung

Die Verrechnung anteiliger Gewinne mit den Beitragszahlungen kann über einen gewissen Zeitraum hinweg eine finanzielle Entlastung sein, wenn anstelle von Bruttobeiträgen nur noch Nettobeiträge bezahlt. Diese steigen im Laufe der Zeit aber wie auf die Höhe der Bruttobeiträge an und müssen auch dann in der geforderten Höhe weiter entrichtet werden.

Eine Bonusrente, die zuzüglich der vertraglich vereinbarten Rente ausgezahlt wird, hat ebenfalls Vorteile. Die Berufsunfähigkeitsrente fällt dann höher als erwartet aus, allerdings muss in der Zeit bis zur Auszahlung die vereinbarte Prämienhöhe ungemindert weiter entrichtet werden. Der anteilige Gewinn kann in diesem Fall nur ausgeschöpft werden, wenn es tatsächlich zu einer Berufsunfähigkeit kommt und der Versicherungsfall eintritt.

Bei einer verzinslichen Ansammlung werden die anteiligen Gewinne zum Ende der Vertragszeit ausbezahlt. Hierbei ist für die Zahlung nicht ausschlaggebend, ob ein Versicherungsfall eintritt oder nicht.

Kleiner Tipp: Da niemand in die Zukunft schauen kann, ist die Verrechnung anteiliger Gewinne mit den Beitragszahlungen am interessantesten. Sie bietet eine finanzielle Hilfe in Zeiten, in denen Kapital für Freiberufler und Selbstständige wichtig ist. Bei der Bonusrente besteht das Risiko, dass diese niemals in Anspruch genommen werden kann, wenn kein Versicherungsfall eintritt. Eine verzinsliche Ansammlung kann sich jeder Freiberufler und Selbstständige selber ansparen, wenn während der Phase der Beitragszahlungen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, zeitweise eine Verrechnung anteiliger Gewinne stattfindet und ausreichend Liquidität vorhanden ist.

 

Klein gedruckte Vertragsklauseln sollten nicht überlesen werden

Die abstrakte Verweisung

Unter einer abstrakten Verweisung wird verstanden, dass der Versicherte von seiner Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen erhält, auch wenn die theoretische Möglichkeit besteht, eine andere, schlechter bezahlte Tätigkeit aufnehmen zu können. Die meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen verzichten auf die abstrakte Verweisung. Die abstrakte Verweisung sollte sich auf die Erstprüfung der Berufsunfähigkeit, aber auch auf die Folgeprüfungen beziehen. Besteht die Möglichkeit nicht, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer abstrakten Verweisung zu bekommen, sollte eine Klausel diese ab dem 50. bis 55. Lebensjahr mit einbeziehen.

 

Der Prognosezeitraum

Eine Berufsunfähigkeit kann sich immer wieder in eine Berufsfähigkeit wandeln. Der Prognosezeitraum sollte daher so lang wie möglich berechnet sein. Die meisten Versicherungsunternehmen bieten verkürzte Prognosezeiträume von 6 Monaten an, die ein Arzt bescheinigen kann. Früher waren die Prognosezeiträume nicht verkürzt, sondern dauerten 3 Jahre an.

 

Anerkennung der Berufsunfähigkeit

Freiberufler und Selbstständige, die berufsunfähig werden, benötigen ihre Versicherungsleistungen sofort und nicht rückwirkend. Es sollten zwar rückwirkende Zahlungen möglich sein, aber die Leistungserbringung möglichst zeitnah nach der Diagnose einer Berufsunfähigkeit. Damit rückwirkende Zahlungen möglich sind, muss im Vertrag die Formulierung stehen, dass die Berufsunfähigkeit ab dem Eintritt (Diagnosestellung) anerkannt wird und eine rückwirkende Zahlung möglich ist. Um die vertraglich zugesicherten Rentenzahlungen möglichst vollständig ausgezahlt zu bekommen, sollte jeder Versicherte direkt nach Eintritt seiner Berufsunfähigkeitsversicherung die diagnostizierte Berufsunfähigkeit melden. Bei keinen, oder sehr langen Meldefristen, kann die Meldung auch noch später gemacht werden, wenn keine gesundheitliche Besserung eintritt, ohne dass Rentenzahlungen verloren gehen.

 

Zinslose Stundungen von Beitragszahlungen

Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung müssen regelmäßig entrichtet werden, außer es liegt eine Berufsunfähigkeit vor. Bis das Versicherungsunternehmen eine Entscheidung zur Leistungszahlung getroffen hat, sollte dem Versicherten daher eine zinslose Stundung der Beitragszahlung gewährt werden. Ansonsten wäre ein finanzieller Engpass vorprogrammiert. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt noch keine Rentenleistungen aus, aber die Versicherungsprämie wäre weiterhin abzuführen.

 

Weltweiter Versicherungsschutz

Freiberufler und Selbstständige, die keinen Wohnort in Deutschland haben, benötigen eine Versicherung, die einen weltweiten Versicherungsschutz anbietet. Diese Klausel ist auch für Freiberufler und Selbstständige wichtig, die in Deutschland wohnen. Niemand kann über Jahrzehnte hinweg wirklich abschätzen, wie sich die berufliche Laufbahn entwickelt. Manchmal kommt ein Umzug ins Ausland schneller als vermutet. Der Versicherungsschutz sollte sich daher bestenfalls nicht nur auf EU-Länder beschränken, sondern weltweit gelten.

 

Was ist, wenn finanzielle Engpässe die Zahlung der Versicherungsprämien erschweren?

Bei Zahlungsschwierigkeiten sollte ein Weg gefunden werden, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten bleibt. Zumal es keine staatliche Unterstützung für Freiberufler und Selbstständige gibt, die berufsunfähig werden. Ältere Freiberufler und Selbstständige haben es schwer, eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung finden zu können, wenn das vorherige Versicherungsverhältnis aufgrund von Zahlungsunfähigkeit beendet wurde. Günstige Prämieneinstufungen, wie es bei Versicherungsverträgen, die in jungen Jahren abgeschlossen wurden, möglich war, gibt es dann nicht mehr. Es droht dann nicht nur ein Versicherungsverlust, es kann auch die Chance schwinden, überhaupt noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können.

Bei Zahlungsengpässen sollte daher eine schnelle Abstimmung mit dem Versicherungsunternehmen stattfinden.

  • Zahlungen können ausgesetzt werden (bis zu 10 Wochen, nach 3 Monaten kann die Versicherung fristlos vom Versicherungsunternehmen gekündigt werden, daher sollte diese Frist nicht überschritten werden)
  • eine Teilkündigung kann erfolgen (Versicherungsschutz wird reduziert, ebenfalls die Höhe der Rente und der Beitrag günstiger)
  • bei kombinierten Versicherungen kann eine Beitragsfreistellung der Hauptversicherung erfolgen, sodass nur noch die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt werden müssen
  • der Vertrag kann bis zu einem halben Jahr ruhen, allerdings beutet die ruhende Beitragszahlung auch, dass kein Versicherungsschutz vorhanden ist

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen für Freiberufler und Selbstständige, damit bei einer Berufsunfähigkeit die eigene Existenz gesichert ist. Bei der Auswahl einer passenden Versicherung ist jedes Detail wichtig. Es sollte daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Bedacht gewählt werden.

Diese Versicherung gehört neben der Renten- und Unfallversicherung als Indivualitätsversicherung. Sie kann kombiniert mit den genannten Versicherungen abgeschlossen werden, aber auch als eigenstädige Versicherung.

Sie dient der Erwerbsabsicherung.

Was wird abgesichert?

  • real verfügbares Einkommen auf Nettobasis
  • unentgeltliche Arbeiten, z.B. für Hausfrauen

Welchen Vorteil/Schutz gibt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung)?

Die Versicherung tritt dann in Kraft, wenn aufgrund eintretender Beruftsunfähigkeit ein Dienstausfall eintritt, der ohne hohen finanziellen Aufwand nicht auszugleichen wäre.

Gibt es einen Unterschied zwischen Erwerbsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung gewährleistet nur den Ausgleich bei Verlust der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung trägt zusätzlich der Vorsorge bei.

Vorsorge wird geleistet im Bereich:

Wer kann und sollte sich absichern?

Bei Berufsunfähigkeit tritt für jeden die Erwerbsminderungsrente ein. Diese ist jedoch oft deutlich geringer, als das zuvor erwirtschaftete Einkommen, wordurch eine weitere finanziell stabile Einkommenssituation nicht mehr gegeben ist.
Daher raten Experten jedem Arbeitsnehmer an, eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Versichern können sich:

  • Arbeitnehmer
  • Selbstständige
  • Privatpersonen ohne spezifisches Einkommen, z.B. Hausfrauen

Wie setzt sich die Höhe des Versicherungsbeitrags zusammen?

Die Höhe des Beitrages ist stark von der ausgeübten Arbeit abhängig. Einbezogen werden dabei ein erhöhtes Risiko für Unfälle und Erkrankungen sonstiger Art.
Je mehr kalkulierbares Risiko der ausgeübte Beruf birgt, desto höher wird der Beitrag ausfallen.
Des weiteren spielt bei Versicherungsabschluss und Beitragshöhe der aktuelle Gesundheitszustand und das Alter eine entscheidende Rolle.

Möchten Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, tun Sie dies möglichst in jungen Jahren. So wird vermieden, etwaige altersbedingte Krankheiten als Risikofaktor in die Beitragsberechnung einzubeziehen.

Wie finde ich eine passende BU-Versicherung?

Machen Sie sich Gedanken um den Abschluss einer Versicherung, sind mehrere Schritte anzuraten, um eine passende zu finden:

1) Bestimmen Sie die Höhe ihrer benötigten BU-Rente
2) Lassen Sie sich beraten
3) Holen Sie mehrere Angebote ein
4) Beherzigen Sie bei der Auswahl die im nächsten Abschnitt angefügte BU-CHeckliste
5) Achten Sie bei Ausfüllen des Gesundheitsfragebogens auf Genauigkeit und ziehen Sie ggf. Arzt und Krankenakte dazu heran

Sehr oft weigern sich Versicherungen bei Bedarfseintritt vorerst zu zahlen. Daher ist es nicht verkehrt, vor der BU- auch eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, um mögliche Streitfragen mit der Versicherung schnell und möglichst unkompliziert lösen zu können.

Checkliste für die Auswahl einer BU-Versicherung

  • Welches Rating hat der Versicherer Ihrer Wahl? (optimal: A bis A3)
  • Wie werden die Bedingungen bei Morgan und Morgan bzw. Frank&Bornberg bewertet? (5-Sterne oder +++)
  • Wie ist die Kompetenz des Versicherers bei Morgan&Morgan bewertet? (mind. 4 Sterne)
  • Besteht ein Verweisungsverzicht?
  • Wird auch bei längerem Ausfall aus dem Berufsleben auf einen Verweis verzichtet?
  • Wird eventueller Berufswechsel berücksichtigt?
  • Existiert ein Verzicht auf Zumutbarkeit bei Arbeitsplatzumorganisation?
  • Wird bei Verweis auf andere Arbeiststätigkeit die vorherige Arbeit bzw. ausbildung einbezogen?
  • Welche Ausschlüsse sind vereinbart (z.B. Berufsunfähigkeit bei Straftat)?
  • Welcher Prognosezeitraum wird gesetzt? (Prognose des Arztes)
  • Wird rückwirkend gezahlt?
  • Welche Kriterien werden bei einer Nachprüfung einbezogen?
  • Besteht Leistungsanspruch im Pflegefall?
  • Gibt es die Option zur Beitragsstundung?
  • Besteht ein Rentenrückzahlungsverzicht?
  • Besteht bei unverschuldeter Versäumnis ein Verzicht auf Vertragskündigung seitens des Versicherers?
  • Welche Rücktrittsfrist des Versicherers vom Vertrag gilt?
  • Liegt Pauschalregelung vor? (Zahlung BU-Rente bei mind. 50% Berufsunfähigkeit)
  • Besteht die Opzion auf dynamische Erhöhung des Beitrags?
  • Welcher Geltungsbereich ist angesetzt?
  • Existieren Sonderleistungen?
  • Besteht die Wahl auf Beitragsanpassung im Sonderfall?
  • Besteht der Leistungsanspruch auch im Ausland oder nur in Deutschland?

Diese Checkliste dient der ersten Einschätzung der individuellen Bedürfnisse an die Versicherung. Bei der Auswahl sollte ein Gespräch mit einem Versicherungsfachmann erfolgen. Dabei gilt zu beachten, dass keine Versicherung alle Ansprüche der Liste erfüllen wird. Daher sollten die persönlichen Notwendigkeiten bei Versichererauswahl berücksichtigt werden.

Spezielle Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Spezielle leistungserweiternde Klauseln bieten zusätzlichen Schutz. Sie beseitigen diverse Leistungsausschlüsse.
Diese sind z.B.:

  • Strahlenschutzklauseln
  • Infektionsklauseln (für Ärzte und medizinisches Fachpersonal)

Spezielle Formen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Dienstunfähigkeitsklausel

Diese ist zusätzlich für Beamte eingeführt worden. Nicht jeder Versicherer bietet sie an.
Dabei wird bei Versetzung eines Beamten in den Ruhestand oder Kündigung auf Probe, keine eigene Prüfung zur Dienstunfähigkeit durch den Versicherer gestellt. Die Leistung tritt in Kraft durch das Anerkennen der Entscheidung des Dienstherren.

Flugdienstunfähigkeitsklausel

Diese tritt bei Verlust der bestehenden Fluglizenz, unabhängig ob erloschen oder eingezogen, zu Leistungsanspruch. Dabei entfällt der Verweis auf andere fliegerische Tätigkeiten.

Andere häufig eingesetzte Klauseln

  • Schüler-/Studentenklauseln
  • Optionsklauseln für Existenzgründer
  • Klauseln für Hausfrauen/-männer
  • Azubi-Klauseln

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Im allgemeinen besteht für Schüler/-innen kein Bedarf für eine Versicherung, da kein schützenswertes Einkommen besteht.

Einige Dinge spielen dennoch dafür, eine Versicherung bereits als Schüler abzuschließen.
Diese sind:

  • Gesundheitliche Risikofaktoren sind gar nicht oder extrem niedrig
  • die angestrebte Lehrstelle/Ausbildung steht in Aussicht und entsprechende Risiken können kalkuliert werden

Azubis und Studenten

Auch in dieser Gruppe von Versicherungsnehmern bildet sich ein Vorteil in relativ niedrigen Beiträgen, aufgrund von fehlenden gesundheitlichen Problematiken in jungen Jahren.

Worauf sollte geachtet werden, wenn man als Azubi oder Student eine Versicherung für Berufsunfähigkeit abschließen will?

Am Besten den Fokus darauf legen, dass es sich um keine sogenannte Starter-Police handelt. Diese Policen sind zu Vertragseinstieg zwar günstig, steigen im ihrem Beitragssatz aber im Laufe der Jahre stark an und können so schnell sehr teuer werden.

Bereits vor Vertragsabschluss:

  • bei der Suche monatliche Rentenhöhe von pauschal 1.000Eur wählen
  • mehrere Anfragen starten
  • Angebotsprüfung (sind die pauschalen Angebote übereinstimmend mit meinen individuellen Wünschen?)
  • Augenmerk auf Verzicht auf abstrakte Verweise
  • bei offenen Fragen unbedingt vor Vertragsabschluss für Klärung sorgen
  • bei Fund eines passenden Versicherers anderen Anbietern ggf. widersprechen

Bei Gesundheitsfragen:

  • unbedingt auf Wahrheit und Genauigkeit achten!

Unwahre Angaben oder Unterschlagen bestimmter Erkrankungen, Risiken u.ä. kann zur Vertragskündigung seitens des Versicherers führen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie bei Ihrer Krankenversicherung eine Auflistung all Ihrer Krankheitsfälle beantragen und diese dem Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung hinzufügen.

Stiftung Warentest und Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU-Versicherung wird auch regelmäßig durch die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen.
Dabei werden diverse Anbieter in ihrer Leistung geprüft und spezielle Klauseln in ihrem Nutzen eingestuft.

Stiftung Warentest sagt: Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig!

Grundlegende Testergebnisse

BU-Versicherungen sind schwer zu bekommen

Durch diverse Krankheiten wie Depressionen, Rückenleiden oder andere chronische Erkrankungen werden viele potentielle Versicherungsnehmer abgelehnt.
Erfolgt kein Ausschluss von vornherein, wird die Versicherung enorm preisintensiv, da teure Risikozuschläge angesetzt werden. Andere Möglichkeit bietet der Ausschluss der Krankheiten als Grund für die Berufsunfähigkeit. Dies mindert den Schutz maßgeblich.

Früher Abschluss lohnt sich

Möchte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sollte dies in möglichst jungen Jahren, am besten im Zeitraum der Ausbildung oder des Studiums geschehen. Aufgrund des minimierten Risikos, bereits leistungsmindernde Erkrankungen vorweisen zu müssen, sinken die Beiträge auf ein überschaubares Level.
Zudem ist die BU-Versicherung bei jungen Menschen lohnend, da bei Erwerbsunfähigkeit nur eine minimale stattliche Erwerbsminderungsrente anfällt.

Hohe Preisunterschiede

Selbst unter sehr guten Versicherern machen sich deutliche Unterschiede in der Preisgestaltung bemerkbar. Daher wird geraten, möglichst mehrere Angebote einzuholen, um einen passenden, günstigen Tarif zu finden.

Gab es übrhaupt beim Test die Marke „sehr gut“?

Gleich 40 mal von 70 getesteten Angeboten viel die Note „sehr gut“ aus. Somit wird deutlich, es herrscht kein Mangel an guten Anbietern. Allein die Angebotsspanne der diversen Tarife bestimmen den Preis und die entsprechenden Leistungen.
Auf der Suche kann sich daher an einem „sehr gut“ der Stiftung bei den unterschiedlichen Anbietern verlassen werden.

Ablehung der BU-Versicherung, was nun?

Da viele Versicherungswillige bereits im Voraus vom möglichen Versicherungsschutz aufgrund vorliegender Krankheit oder stark erhöhten Risikofaktoren ausgeschlossen werden, kommen einige Alternativen in Frage.
Diese sind:

Dabei muss immer klar sein: Keine der genannten Alternativen bietet einen gleichwertigen Ersatz, kann aber dennoch sinnvoll sein.

Erwerbsunfähigkeitsbversicherung

Diese Versicherung zahlt eine Rente, wenn weniger als 3h täglich gearbeitet werden kann. Dabei zu beachten: es muss mit drastischen Einkommensverlusten gerechnet werden.

Dread-Disease-Versicherung

Leistung erfolg in einer Einmalzahlung bei Krebs oder anderen schweren Erkrankungen. Es besteht keine Option auf eine monatliche Rente durch die Versicherung. Ausgeschlossen sind Erkrankungen des Skeletts und der Psyche. Die Auszahlung ist frei verfügbar und kann unabhängig von der Dauer der Erwerbsunfähigkeit genutzt werden.

Multi-Risk-Versicherung

Diese Policen sind oftmals eine Kombination aus Grundfähigkeits-, Pflege-, Unfall- und Dread-Disease-Versicherung. Leistungsanspruch ist dann gegeben, wenn der Versicherungsnehmer bestimmte Fähigkeiten verliert. Dazu zählen Gehör, Sehen, Mobilität, Sprache und ähnliches.
Ausgeschlossen werden weitestgehend psychische Erkrankungen.
Geld wird ebenfalls dann ausgezahlt, wenn aufgrund der Erkranung eine dauerhafte Behinderung und/oder Erwerbsunfähigkeit bestehen bleibt.

Grundfähigkeitsversicherung

Bei Verlust elementarer körperlicher und/oder geistiger Fähigkeiten, entsteht hier Leistungsanspruch.
Genauere Information ab wann bzw. bei welchem Schweregrad die Fähigkeit als Verlust angesehen wird, sind den jeweiligen Bedingungen des Anbieters zu entnehmen.
Gleiches gilt ab wievielen Fähigkeitsverlusten Schutz und Leistungsanspruch besteht. Diese variieren von Anbieter zu Anbieter.

Problemfall Psyche – Gibt es überhaupt eine Chance eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten?

Psychische Erkranungen sowie vorangegangene Therapien führen oft zu einem Ausschluss, möchte man eine BU-Versicherung abschließen.
Folgende Chancen bieten sich jedoch, damit es mit dem Vertragsabschluss klappt.

Ausschlussklausel vereinbaren

Meist kritisch angesehen ist die Vereinbarung einer Ausschlussklausel mit der Versicherungsgesellschaft. Im Falle einer psychischen Erkrankung ist sie allerdings sinnvoll.
Vereinbart wird, dass Folgeerkrankungen aufgrund des psychischen Leidens vom Versicherungsschutz ausgeklammert werden. Für alle anderen Fälle wird Schutz gewährleistet.

Wichtig zu beachten:
Zeitgleich eine Nachversicherungsgarantie einräumen lassen. Dies stellt sicher, dass nach bestimmter Frist der Ausschluss aufgehoben wird.

Frist abwarten

Die meisten Versicherungsanbieter führen eine sogenannte rote Liste. Diese besagt u.a. dass eine Versicherung erteilt werden kann, liegt die psychsiche Erkrankung und deren Behandlung mindestens 5 Jahre zurück.

Eine psychische Erkrankung tritt erst nach Vertragsschluss auf – Darf der Versicherer kündigen?

Besteht bereits eine BU-Versicherung und tritt dann eine Krankheit der Psyche und eventuelle Folgeschäden auf, ist dies kein Kündigungsgrund. Die Erkrankung fällt dann ins Leisungsspektrum. Die Versicherung hat die Pflicht zu zahlen.

Ausnahme: Die Erkrankung wurde im Vorfeld verschwiegen. Dann besteht Kündigungsrecht seitens des Versicherers.

Der Beitrag kann nicht mehr gezahlt werden. Muss ich kündigen?

Die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Geldnot ist nahezu nie sinnvoll.
Es bieten sich sinnvolle Alternativen an, die den Schutz erhalten.

Vertrag ruhen lassen

Die meisten Versicherer bieten diese Option bis zu sechs Monate an. In diesem Zeitrahmen werden keine Beiträge erhoben, allerdings besteht dann auch kein Versicherungsschutz im gesetzten Rahmen.
Vorab ist darauf zu achten, ob nach Ende der Vertragsruhe eine neue Gesundheitsprüfung mit eventueller Betragserhöhung angsetzt ist.

Zinslose Stundung

In finanzieller Notlage ist diese Mögichkeit seitens zahlreicher Gesellschaften gegeben. Vorteil: Der Versicherungsschutz läuft weiter, die Beiträge müssen nach Fristende nachgezahlt werden.

Vertragsbestandteile kündigen oder betragsfrei stellen lassen

Ist die BU-Versicherung an eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung gekoppelt, kann diese oftmals in ihren Beiträgen ausgesetzt werden. Damit sinkt der Gesamtbeitrag über gewisse Zeit, während der Versicherungsschutz bei Beruftsunfähigkeit voll erhalten bleibt.

Des weiteren kann eine Kündigung von Zusatzmodulen wie der Unfalltodversicherung oder Berufsdynamik die Beiträge senken.

Rentenprämie herabsetzen lassen

Im besonderen Notfall ist es möglich, die veranschlagte auszuzahlende Rente bei Leistungsanspruch reduzieren zu lassen. Dadurch sinkt der monatlich zu entrichtende Beitrag.
Späteres Wiederanheben ist jederzeit möglich.

Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren: