Bausparverträge im Vergleich

 In Finanzen

Für Ihre Geldanlage gilt als oberste Priorität die Sicherheit. Anbieter die hohe Renditen versprechen sind langsam untergegangen, da auch in der Niedrigzinsphase niemand ein zu hohes Risiko eingehen möchte. Die Alternative zum Girokonto ist immer noch der Bausparvertrag. 2014 hatten fast 70 Prozent aller deutschen Haushalte einen Bausparvertrag, auch wenn dieser sich nicht immer lohnt. Immer noch gibt es viele Situationen, in denen sich ein Bausparvertrag auch heute noch lohnt. Im Folgenden werden wir Ihnen die wichtigsten Dinge zu dieser Vertragsart erklären und ob sich dieser heute noch lohnt. Am Ende müssen Sie dann entscheiden, ob dies die richtige Geldanlage für Sie ist.

Allerdings ist es auch entscheidend, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden, da es wie üblich auch hier große Unterschiede gibt. Ein Vergleich lohnt sich also auf jeden Fall. 

Was versteht man unter einem Bausparvertrag?

Der Bausparvertrag ist dafür gedacht, um später den Kauf oder Bau einer Immobilie finanzieren zu können. Aber auch ein Umbau oder eine Modernisierung kann mit dem Geld durchgeführt werden. Im Prinzip werden hier gleich zwei Sparpläne miteinander kombiniert: das Immobiliendarlehen und ein Sparvertrag. Auch wenn während der Sparphase der Zins recht niedrig ist, ist er in der Darlehensphase umso günstiger.

Bei Abschluss wird erste einmal eine Bausparsumme festgelegt. Dieser entspricht der Summe, die Sie später in Ihre Immobilie investieren möchten. Allerdings macht die Bausparsumme meist nur einen kleinen Teil der Finanzierung aus.

Sie müssen nun zwischen 30 und 50 Prozent ansparen, bis Ihr Bausparvertrag nach einer festgelegten Zeit zuteilungsreif wird. Ist dieser Zeitpunkt erreicht, können Sie das Darlehen für Ihr Vorhaben in Anspruch nehmen. Hierbei gilt aber zu beachten, dass das Darlehen auch für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird.

Die Kosten die für den Vertrag anfallen sind hier recht unterschiedlich. Es fallen eine Abschlussgebühr, Kontoführungsgebühren und Abschlusskosten an. Diese liegen in der Regel zwischen 1,0 und 1,6 Prozent.

Das Allroundprodukt eignet sich für zukünftige Bauherren, für Sparer und für Menschen, die nicht genau wissen, wie sie Ihr Geld sicher anlegen können. Wirklich lohnenswert ist es aber nur, wenn Sie sich gegen steigende Bauzinsen absichern möchten. Wenn Sie nur über ein kleines oder mittleres Einkommen verfügen, verbessert sich zusätzlich die staatliche Förderung.

 

Ist Bausparen noch sinnvoll?

Beim Bausparen zählt der Kollektivgedanke: Hier zahlen alle Sparer der jeweiligen Bausparkasse in einen Topf. Über diesen werden dann die Ein- und Auszahlungen abgewickelt. Aus diesem Grund können die Zinsen auch über eine lange Zeit garantiert werden. Wie auch bei den Banken gibt es auch bei den Bausparkassen öffentlich-rechtliche und private.

Auch wenn die Zinsen bei einem Bausparvertrag im Moment sehr niedrig, aber Guthabenzinsen liegen teilweise bei 0 Prozent. Ein Vergleich der jeweiligen Anbieter lohnt sich aber trotz der Niedrigzinsphase, da das Bausparen immer noch eine solide und sichere Anlage ist.

 

Eine echte Alternative

Besonders in der jetzigen Niedrigzinsphase sind für viele Anleger Aktien, Sparbuch oder Girokonto keine Alternativen mehr. Der Bausparvertrag erlebt ein neues Hoch und ist für viele Anleger eine interessante Überlegung. Wenn Sie auf der Suche nach einer alternativen Sparform sind, die Sie nach sieben Jahren plus Zins ausbezahlt bekommen, ist es eine Überlegung wert. Besonders aber, wenn Sie in Zukunft kaufen, renovieren oder bauen möchten, können Sie sich bereits jetzt die günstigen Sollzinsen sichern.

Aus diesen Gründen wird der Bausparvertrag auch immer beliebter. Laut Infratest parken etwa 37 Prozent der Verbraucher ihr Geld auf diese Art und Weise. Bausparen scheint nicht mehr als so spießig angesehen zu werden und haut durchaus seine Berechtigung. Die meisten Menschen nutzen diesen, um später eine Immobilie zu erwerben und für das Alter vorzusorgen.

 

Das Prinzip des Bausparens

Bausparen gilt als zielgerichtete Methode, damit später ein günstiges Darlehen beantragt werden kann und ist unabhängig von Zinsschwankungen am Markt. So lautet die Definition. Es geht also eigentlich am Ende darum Wohnraum zu schaffen, wobei es keine Rolle Spielt, ob Sie kaufen, bauen oder modernisieren möchten. Stimmt der Vermieter zu, können Sie Ihr Geld auch in Ihre Mietwohnung investieren. Aber Sie können das Geld auch in einen Gewerbebetrieb investieren, wenn dieser beispielsweise in einem Wohngebiet liegt und er zur Versorgung dient. Hierzu zählen zum Beispiel Handwerks- oder Handelsbetriebe.

Die Idee war einst, dass viele Sparer in einen Topf zahlen, aus dem dann später das Vorhaben eines Sparers finanziert wird. Die Sollzinsen fließen dann wieder zurück in diesen Topf. Die Phasen lauten also:

  • Ansparphase
  • Zuteilungsphase und
  • Darlehensphase

 

Interessanter durch die staatliche Förderung

Auch wenn die Zinsen bei einem Bausparvertrag deutlich unter denen von einem Tagesgeldkonto liegen, können Sie nach der Zuteilung als Ausgleich ein Darlehen zu einem festen Zins beantrage.

Als Anleger bei einem Tagesgeldkonto müssen Sie bei einem Darlehen den aktuellen Zinssatz in Kauf nehmen. Allerdings ist es von der Zinsentwicklung abhängig, ob sich ein Bausparvertrag am Ende lohnt.

Die staatliche Förderung spielt bei der Anlage allerdings eine große Rolle. Beim Bausparvertrag können Sie sofort aus vier Töpfen schöpfen. Dies sind die Wohnungsbauprämie, die Riester-Förderung, Arbeitnehmersparzulage und die vermögenswirksamen Leistungen.

 

Sind Bausparverträge sicher?

Wie auch bei anderen Konten oder Sparformen ist Ihr Kapital bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Die privaten Bausparkassen sind alle Mitglieder der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Lediglich die LBS ist an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband angeschlossen und sichern Ihre Anlage in unbegrenzter Höhe ab.

Achten Sie vor Ihrer Anlage aber auch auf die Bonität des Instituts. Große Agenturen bieten hierzu ein entsprechendes Rankin. So können Sie ein eventuelles Risiko besser abschätzen. Zudem, warum sollten Sie nicht auch auf die Bonität der Bank achten? Diese machen es im umgekehrten Fall ja auch.

 

Beachten Sie die Gebühren

Allerdings sollten Sie als Anleger nicht ausschließlich auf die Guthabenzinsen achten. Achten Sie auch auf die Kosten die Ihnen berechnet werden. Hierzu gehören Vertriebs- und Verwaltungsgebühren und Kosten für die Kontoführung. Abschlussgebühren dürfen seit 2014 dem Kunden nicht mehr in Rechnung gestellt werden. Da die Kontoführung aber eigentlich keine Sonderleistungen sind, klärt der Bundesgerichtshof noch, ob diese Gebühren bei einem Bausparvertrag rechtens sind.

 

Die ideale Anlage für junge Menschen

Wenn Sie unter 25 sind und Anspruch auf eine Wohnungsbauprämie haben, ist der Bausparvertrag besonders interessant für Sie. Als junger Sparer können Sie nämlich die Summe die Ihnen am Ende ausgezahlt wird frei verwenden. Und dies inklusive der staatlichen Förderung. Somit muss diese Sparanlage auch nicht nur für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Normalerweise sind Sie nämlich daran gebunden.

Damit Sie die Wohnungsbauprämie erhalten, darf Ihr Einkommen nicht über 25.600 Euro jährlich liegen. Sind Sie verheiratet, liegt die Grenze bei 51.200 Euro. Die Prämie beträgt grundsätzlich 8,8 Prozent, ist jedoch auf 512 Euro begrenzt. Verheiratete Paare haben hier eine Grenze von 1.024 Euro. Somit liegt die Höchstprämie bei 45,06 Euro, bzw. 90,11 Euro für Paare. Das wirkt sich natürlich auf die Rendite deutlich aus.

 

Die Vor- und Nachteile des Bausparens

Auch heute zählt das Bausparen noch zu den sicheren Anlageformen. Da die Verzinsung bereits zu Vertragsbeginn festgelegt wird, können diese sich während der kompletten Laufzeit nicht mehr ändern. Zinsschwankungen sind aus diesem Grund ausgeschlossen. Sollten Sie das Darlehen am Ende der Laufzeit nicht nutzen, ist das Bausparen sehr renditestark. Sollten Sie es doch nutzen, erhalten Sie ein sehr günstiges Darlehen. Zusätzlich erfolgt die staatliche Förderung, wenn Sie die vermögenswirksamen Leistungen mit einfließen lassen. Am Ende bleiben Sie flexibel bei der Verwendung, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist.

Ob Ihr Bausparvertrag zu einem gewissen Datum auch wirklich zuteilungsreif ist, kann Ihnen von der Bausparkasse nicht garantiert werden. Wurde von den Sparern zu wenig eingezahlt, hat die Bausparkasse für eine Auszahlung eventuell nicht das nötige Kapital. Möchten Sie zeitnah ein Objekt kaufen oder bauen, ist ein Bausparvertrag ungeeignet, da die Laufzeiten zu lang sind.

 

Was ist, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist?

Ist der Vertrag dann endlich zuteilungsreif, haben Sie verschiedene Möglichkeiten zur Wahl. Hierzu gehören:

  • Sie akzeptieren die Zuteilung und lassen sich Ihr angespartes Kapital inklusive Zinsen auszahlen. Je nach Tarif können Sie noch bis zu einem Jahr später ein Darlehen beantragen.
  • Sie beantragen nach der Zuteilung ein Bauspardarlehen und erhalten Ihr Guthaben, Ihre Zinsen und die staatliche Förderung. Somit beginnt dann die Tilgung.
  • Sie können auch auf Ihr Darlehen verzichten und lassen sich Ihr Guthaben plus Zinsen einfach auszahlen. Einige Bausparkassen gewähren Ihnen dann einen zusätzlichen Bonuszins. Dieser steigert die Rendite Ihrer Sparanlage.
  • Sie beantragen, die Zuteilung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt und erhalten auch Ihr Guthaben erst später.
  • Sie können aber auch die Summe erhöhen und sparen einfach weiter an.

Da das Zinsniveau im Moment auf einem Tiefpunkt angelangt ist, würden einige Bausparkassen gerne Verträge die gut verzinst sind kündigen. Dies sollten Sie nicht einfach hinnehmen und sich erst einmal bei der Verbraucherzentrale erkundigen.

 

Den Bausparvertrag als Geldanlage nutzen

Die meisten Sparer legen bei einer Investition viel Wert auf Sicherheit und möchten nicht mit Ihrem Geld spielen. Der Bausparvertrag ist der richtige Weg. Wissen Sie bereits im Vorfeld, dass Sie das Darlehen nicht in Anspruch nehmen werden, sollten Sie sich nach einem Tarif umsehen, der diesem Wunsch entspricht. Hierzu gibt es passende Verträge.

Verzichten Sie auf das Bauspardarlehen, erhalten Sie bei einigen Bausparkassen einen Extrabonus. Dieser wird Ihre Rendite steigern, auch wenn er oft an bestimmte Bedingungen gebunden ist. Diese sollten Sie sich vor einem Vertragsabschluss genau ansehen.

 

Den Bausparvertrag kündigen

Grundsätzlich können beide Seiten den Bausparvertrag kündigen. Die Banken sprechen allerdings selten eine Kündigung aus.

 

Die Kündigung durch die Bausparkasse

Viele Anleger sind mit dem aktuellen Zins natürlich nicht zufrieden. Kaum eine der klassischen Anlagen kann heute noch Renditen einfahren. Besitzen Sie noch einen älteren Bausparvertrag sieht das natürlich anders aus. Die Zinsen sind hier noch deutlich höher. Im Gegenzug bedeutet dies für die Bausparkassen allerdings, dass diese mit hohen Kosten belastet werden. Aus diesem Grund werden diese auch gerne solche älteren Verträge kündigen. Informieren Sie sich, falls Ihnen eine solche Kündigung ins Haus flattert. Oft ist ein Widerspruch zulässig und hat Erfolg.

 

Wenn Sie den Bausparvertrag kündigen

Wenn Sie mit Ihrer Wahl unzufrieden sind, können Sie diesen meist nach Belieben kündigen. Jedoch sollten Sie dabei beachten, in welcher Phase sich Ihr Bausparvertrag befindet. Kündigen Sie diesen während der Ansparphase, müssen Sie mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist rechnen. Sollte die Kündigung nicht fristgerecht erfolgen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen die Bausparkasse eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellt. Sie erhalten dann nach der Kündigung Ihr aktuelles Guthaben plus Zinsen. Kündigen Sie während der Darlehensphase, müssen Sie eigentlich nur das Darlehen ablösen. Eine Umschuldung könnte hier die richtige Wahl sein.

 

Fazit

Auch wenn für viele Menschen das Bausparen immer noch spießig ist, bietet es dem Anleger aber einige Vorteile. Neben einer sicheren Anlage erhalten Sie auf Wunsch auch ein günstiges Darlehen, wenn es zu wohnwirtschaftlichen Zwecken eingesetzt wird. Für junge Menschen oder Anleger, die nicht genau wissen, wie sie ihr Geld anlegen können, ist der Bausparvertrag auch heute noch eine echte Alternative.

 

Drei Anbieter im Überblick

LBS Südwest

Wer kennt den Leitspruch der LBS „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause“ nicht. Auf dem deutschen Bausparmarkt ist die LBS die Nummer 1 und Ansprechpartner für mehr als 9 Millionen Kunden. Die ausführliche Beratung steht hier an vorderster Stelle.

Vor- und Nachteile

  • Faire Zinsen auf Darlehen und Guthaben
  • Mehrfach zum Testsieger gekrönt
  • Jahrelange Erfahrung
  • Zu komplex ohne Beratung

BHW

1928 wurde die BHW in Berlin gegründet und wandelte sich mit der Zeit von einer Beamtenbausparkasse zu einer der größten Bausparkassen in Deutschland. Die Hauptbereiche sind Bausparen und Baufinanzierung. Als Kunde haben Sie online die Möglichkeit Ihre Verträge zu verwalten. Seit 2014 arbeitet die BHW eng mit der Bausparkasse der Deutschen Bank zusammen.

Vor- und Nachteile

  • Kein Mindestsparguthaben notwendig
  • Mehrfacher Testsieger
  • Flexibler Tilgungssatz
  • Relativ hohe Abschlussgebühren

Alte Leipziger

Die Alte Leipziger überzeugt mit ihren individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und innovativen Lösungen in vielen Bereichen. Dies sind nur wenige Eigenschaften, mit denen die Alte Leipziger im Test überzeugen konnte. 

Vor- und Nachteile

  • Faire Zinsen auf Darlehen und Guthaben
  • Relativ hohe Abschlussgebühren
  • Lange Laufzeiten
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