Altersvorsorge für Freiberufler und Selbstständige

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Altersarmut ist ein weit verbreitetes Problem, nicht nur bei uns in Deutschland. Deshalb sind wir natürlich in der Pflicht, uns selbst um unsere Altersvorsorge zu kümmern. Dies gilt umso mehr für Freiberufler oder Selbstständige, denn dieser Personenkreis zahlt nicht in die gesetzliche Rentenkasse ein und läuft so besonders schnell Gefahr, im Alter nicht über ausrechende finanzielle Mittel zu verfügen. Was sollten also Selbstständige tun, um sich ausreichend für das Rentenalter abzusichern?

 

Selbstständig in Deutschland: Schon heute ist jeder Zehnte von Altersarmut bedroht

Rund 4,5 Millionen Menschen sind in Deutschland selbstständig, aber nur etwa 1 Million davon ist durch ein berufsständisches Versorgungswerk oder durch die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert. Dem großen Rest der Selbstständigen steht es also frei, selbst für das Alter zu sorgen und das hat teilweise gravierende Folgen, denn viele schenken diesem wichtigen Thema zu wenig Aufmerksamkeit. Schon heute sehen viele Menschen ihrer späteren Rente ziemlich pessimistisch entgegen und hier spielt es keine Rolle, ob sie selbstständig tätig waren oder nicht.

 

Die beiden Grundpfeiler der Altersvorsorge für Selbstständige

Insbesondere kommt es bei der Absicherung für das Alter auf zwei konkrete Grundpfeiler an. Zum einen ist eine zielgerichtete Vermögensbildung wichtig. Die Anhäufung von Kapital und natürlich auch die Vermehrung durch eine gute Rendite sind hier ausschlaggebend. Gegen existenzbedrohende Risiken sichern Selbstständige sich durch eine Risikoabsicherung, welche in der Regel bei einem Versicherungsunternehmen abgeschlossen wird, ab.

 

Sinnvolle Altersabsicherung für Selbstständige

Verschiedene Risiken lassen sich durch die Risikoabsicherung abdecken. Diese sollte idealerweise Krankheit, Unfall, Tod und auch die Berufsunfähigkeit beeinhalten. Auch für Selbstständige ist natürlich eine Krankenversicherung Pflicht, allerdings sollte darüber hinaus auch eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden, um einen eventuellen Einkommensausfall zu kompensieren. Die Zusatzversicherung lässt sich normalerweise an die Krankenversicherung anschließen. Auch eine Privathaftpflichversicherung sollte jeder Freiberufler und selbstständige Personen besitzen.

Um Personen- und Vermögensschäden ausreichend abzusichern, sollten Selbstständige darüber hinaus über eine Berufshaftpflicht verfügen und Personen mit Familie sollten über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachdenken. Im Todesfall ist die Familie so genügend abgesichert und es kann auch niemand ausschließen, dass die Ausübung des Berufs irgendwann durch psychische oder auch physische Krankheiten nicht mehr möglich ist.

Erst wenn vorher alle elementare Schäden umfassend abgesichert sind, ist auch der Vermögensaufbau für das Rentenalter sinnvoll. Ohne eine ausreichende Absicherung ist das Risiko ansonsten sehr groß, das angesparte Kapital im Falle eines Schadens ausgeben zu müssen. Ebenfalls sollten Selbstständige sich immer einen „Notgroschen“ zur Seite legen, um im Falle einer schlechten Auftragslage darauf zurück greifen zu können. In erster Linie sollten selbstständige Personen im Vorfeld abklären, inwiefern sie versicherungspflichtigen Berufsgruppen angehören, denn einige Berufe verpflichten zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung oder aber auch in berufsständische Versorgungswerke.

 

Für Selbstständige und Freiberufler: Vier Optionen für eine langfristige Vermögensbildung

Es stehen im wesentlichen vier Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen selbstständige Personen langfristig für die Rente vorsorgen können.

1. Versicherungen / Sparverträge ohne staatliche Förderung
Für Selbstständige ist eine Risikolebensversicherung am sinnvollsten, um mögliche Risiken abzusichern. Jedoch dient sie nicht der eigentlichen Altersvorsorge, sondern sichert die Hinterbliebenen ab. Eine Rentenversicherung eignet sich als nicht stattlich geförderte Altersvorsorge am besten, weil diese gegenüber anderen Modellen flexibler bezüglich der Beitragszahlungen ist. Zudem haben Rentner bei vielen Versicherern die Option, zwischen einer lebenslangen, monatlichen Auszahlung oder einer einmaligen Auszahlung zu wählen.

2. Die Rürup-Rente
Während Angestellte sich mit einer Riester Rente absichern können, steht Selbstständigen die stattlich geförderte Rürup Rente zur Verfügung. Diese wird bis zu einem bestimmten Betrag stattlich gefördert und 74 % der Beiträge werden vom zuständigen Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt. Zudem wird das angesparte Kapital bei einer Arbeitslosigkeit nicht als Vermögen angerechnet, insofern vor dem ALG II Bezug der Vertrag zum Abschluss kam.

3. Immobilien als Altersvorsorge
Immobilien können selbst genutzt werden oder aber auch im Alter vermietet werden, um sich so ein monatliches Einkommen zu sichern. Nach wie vor gehört die Investition in Gebäude zu den beliebtesten Methoden, für das Alter zu sorgen. Wird die Immobilie ausreichend gewartet und gepflegt, kann im Laufe der Jahre mit einer Wertsteigerung gerechnet werden und auch das bebaute Grundstück ist ein idealer Inflationsschutz.

4. In Produktivkapital investieren
Anleihen und Aktien werden als Produktivkapital bezeichnet und für die meisten Anleger steht dabei besonders eine gute Risikosteuerung und niedrige Kosten bei hoher Rendite im Vordergrund. Zwar verzeichneten Aktien in den letzen 20 Jahren eine enorm hohe Rendite, aber auch zwischenzeitliche Wertschwankungen müssen berücksichtigt werden. Positiv ist darüber hinaus, dass es keine bestimme Vertragslaufzeit gibt und der Selbstständige nicht von einem Versicherungsunternehmen abhängig ist.

 

Fazit: Altersvorsorge für Freiberufler und Selbstständige

Selbstständigen Personen stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung, ausreichend für das Alter vorzusorgen. Selbstverständlich hat jede Möglichkeit ihre eigenen Vor- und Nachteile und bringt sowohl Sicherheiten mit sich, als auch Risiken.

Um einer Altersarmut zu entgehen, ist eine Kombination aus einer gut durchdachten Vermögensanlage und einer optimalen Risikoabsicherung die beste Grundlage.

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